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Beitrag von Mondrose (75 Beiträge) am Donnerstag, 19.Januar.2012, 12:53.

  Re: Trauerverarbeitung

    Mein Mann und ich hatten über den Tod gesprochen. Er musste täglich 80 km nach München i.d. Arbeit u. natürl. auch zurück. Gerade im Winter bei Schnee u. Eis hatte ich Angst, wenn er mal 1 Std. später heim kam, weil die AB verstopft war. Er sagte dann immer 'wenn es so sein soll, dann ist es halt so'. Seltsamerweise war ich immer der Meinung, dass er mich überlebt, weil er halt so ein Kraftmensch war. Wie man sich doch täuschen kann. Er schlief einfach ein, für immer.
    'Dann ist es halt so' - er wusste nicht wie schmerzhaft diese Tatsache sein kann. Ich weiss es nun.
    Wir haben über manches gesprochen. Er wollte sogar schon einen neuen Grabstein kaufen u. ich sagte, dass, falls ich vor ihm gehe, ich noch auf den alten Stein drauf möchte u. er später ja für sich einen neuen kaufen könne. Jetzt hat er einen neuen Stein u. die 2 alten stehen nebendran.
    Ich glaube vieles weiss man instinktiv was der Andere gewollt hätte.
    Sicher hilft es, wenn man gewisse Dinge besprochen hat aber den Schmerz nimmt es nicht.

    Ich glaube keiner hier konnte sich vorher vorstellen, dass es so weh tun könnte.

    Neubeginn, dass du dich mit deinem Sohn so positiv auseinandergesetzt hast finde ich gut. Ich habe meinen 3 Töchtern schon vor Jahren einen Abschiedsbrief geschrieben u. mit ihnen darüber gesprochen. Mir geht es wie dir, ich hatte/habe ein gutes Leben, viel erlebt und wenig zu bedauern. Im Grunde könnte man dies ja auch so für die 'Vorausgegangenen' übernehmen.
    Mein Mann würde wahrscheinlich auch sagen 'ich hatte ein gutes Leben'. Leider ging er gefühlte 20 Jahre zu früh.

    Es ist nicht zu spät für Unausgesprochenes, ich bin überzeugt sie hören uns auch jetzt noch, via Seelenübertragung.

    Gruß - Mondrose



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Beitrag von Neubeginn1 (63 Beiträge) am Sonntag, 15.Januar.2012, 11:47.

  Trauerverarbeitung

    Hallo zusammen,

    mein Freund ist vor einem halben Jahr gestorben.
    Kurz vor seinem Tod hat er mir noch gesagt, ich solle mich nicht so auf ihn fixieren, sondern auch andere Dinge machen (was ich nicht konnte, ging auch gar nicht).
    Dass er so bald sterben würde, war mir nicht klar.
    Es ging dann aber alles ganz schnell.
    Nach der Beerdigung war ich beruflich sehr stark eingespannt.
    Ich habe gearbeitet und funktioniert.
    Jetzt träume ich plötzlich ständig ganz intensiv.
    Mein Freund wollte nie über seine Verfassung und seine Gefühle sprechen, mit niemandem.
    Zu mir machte er nur Andeutungen.
    Inzwischen erinnere ich mich nach und nach an all seine Sätze und ich weiß/vermute, dass er wußte, dass er sterben muss.
    Es belastet mich, dass er alles mit sich allein ausmachen mußte/wollte.
    Wie einsam muss es sein, so zu sterben.
    Gleichzeitig rechne ich ihm dies als Stärke an, weil dies wohl sein Weg war, damit umzugehen. Er wollte nie jemanden belasten.
    Ich hätte ihn gerne entlastet und mit ihm tiefer gesprochen.
    Erst im nachhinein wird mir die Bedeutung vieler seiner Sätze klar.
    Seine Erkrankung brach aus, nachdem er sich ein Motorrad gekauft hatte und sagte, er wolle jetzt nur noch die Dinge machen, die ihm Spaß machen.
    Ich ärgere mich nicht mehr über Kleinigkeiten und trenne mich nun schneller von Dingen, die mir nicht gut tun.
    Außerdem lebe ich intensiver.
    In der Nacht vor seinem Tod nahm er, von sich aus, meine Hand und hielt sie lange fest.
    Außerdem konnte er plötzlich wieder sprechen.
    Berührungen hatte er in den letzten Monaten abgelehnt, ja er zuckte sogar davor zurück, so als wollte er keine Gefühle mehr zulassen.

    Kennt dieses Bedauern jemand, nicht über Dinge gesprochen zu haben?
    Kennt jemand anderes auch dieses intensive Träumen (und wohl Verarbeiten) erst einige Monate nach dem Tod?

    Liebe Grüße
    Neubeginn1



Beitrag von MaggieMae (34 Beiträge) am Sonntag, 15.Januar.2012, 13:51.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Nebeginn1,

    Mein Mann starb heute vor 15 Wochen. Ja, auch ich mache mir immer noch Vorwürfe, nicht mit meinem Mann über den Tod und das Sterben gesprochen zu haben. Wir hatten nur 7 Wochen Zeit, uns mit der Diagnose Leukämie auseinander zu setzen. Und ich habe bis zwei Tage vor seinem Tod, bis er ins künstliche Koma gelegt wurde, gehofft, er könne es schaffen. Ich habe ihm immer wieder Mut zugesprochen und ihm gesagt, er müsse kämpfen. Wenn ich mich heute an die letztn zwei Wochen erinnere, dann sehe ich seinen verzweifelten Gesichtsausdruck und die Hoffnungslosigkeit in seinem Blick. Ich bin heute sicher, dass er wusste, dass er es nicht schaffen wird. Aber ich habe niemals den Gedanken zugelassen, er könne sterben. Und ich denke, vielleicht hätte er mit mir darüber sprechen wollen und hat es nicht geschafft, weil ich immer wieder abgewiegelt habe. Diese Gedanken beschäftigen und belasten mich sehr. Hätten uns die Ärzte gesagt, dass er es nicht schaffen wird, vielleicht oder ganz sicher sogar hätte ich mich dann anders verhalten.

    Aber ich kann es nicht rückgängig machen. Heute glaube ich, mein Mann hat es aus Rücksichtnahme auf mich nicht ausgesprochen und alles mit sich allein abgemacht.

    Mir bleibt nur der Trost, dass ich bis zum Schluss bei ihm war und immer für ihn da war. Und ich bin sicher, er hat auch gespürt, dass die Jungs und ich bei ihm waren und ihn streichelten, als er vom Koma rüber geschlummert ist.

    Liebe Grüße,
    MaggieMae

Beitrag von Neubeginn1 (63 Beiträge) am Sonntag, 15.Januar.2012, 14:21.

  Re: Trauerverarbeitung

    Liebe MaggieMae,

    danke für Deine Antwort.
    Bei Dir ist ja alles noch ganz frisch.
    Ich drück Dich `mal virtuell:-).

    Liebe Grüße
    Neubeginn1

Beitrag von May (9 Beiträge) am Sonntag, 15.Januar.2012, 18:22.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Neubeginn1,

    mein Mann ist vor ca. 8 Monaten gestorben. In meinen Träumen habe ich alles noch mal durchlebt, zwar anders als es wirklich war, aber doch sehr intensiv. Es fing mit dem Wissen um die Krankheit an. Im Traum ging es meinem Mann aber immer besser als es wirklich war. Mein Mann hat während seiner Krankheit die Sprache verloren, aber in meinen Träumen konnten wir wieder miteinander sprechen. Darüber war ich erstaunt im Traum, aber es hatte etwas versöhnliches. Auch heute träume ich immer mal wieder und es geht ihm besser. Es ist als ob er sich von allem erholt. Es ist verrückt, manchmal schüttle ich morgens den Kopf, aber die Träume trösten. Den Alptraum habe ich in der Realität durchlebt. Da wo er nun ist, wo immer das auch sein mag, geht es ihm besser. Ich weiß, dass er möchte, dass ich weiter kämpfe, weiter gehe und das tue ich auch so gut ich kann. Auf diesem Weg bin ich nicht allein, wie ich hier immer wieder lesen kann und auch das hilft.

    Viele Grüße
    May


Beitrag von ekieh (196 Beiträge) am Sonntag, 15.Januar.2012, 19:22.

  Re: Trauerverarbeitung

    Liebe Neubeginn,
    mein mann ist vor 16 Monaten gestorben. Er hatte eine schleichende krankheit, ähnlich wie MS, die bereits 1983 ausbrach. Laut Arzt war sein Herz gesund und stark. Er saß viele Jahre im Rollstuhl und war sehr tapfer, hat auch seinen Humor nicht verloren. Im Sommer 2010 wurde er immer schwächer, sprach auch das Thema sterben an. Ich wollte davon nichts wissen, sagte oft zu ihm, wir haben so lange alles gemeinsam überstanden und das wird auch so bleiben. Im September dann wachte er morgens nicht mehr auf. Plötzlicher Herztod. Heute wünsche ich oft, ich hätte mit ihm alles besprochen, ich war einfach naiv!! Die Träume von ihm kamen auch erst nach 2-3 Monaten. Ich habe sie alle aufgeschrieben. Diese Träume geben mir viel Kraft, ich weiss, es geht ihm gut, dort wo er jetzt ist. Oft bin ich abends im Garten, schaue mir den Sternenhimmel an und spreche mit ihm. Anfangs habe ich täglich einen Brief an ihn geschrieben, das hat nun etwas nachgelassen, aber alle 2-3 Wochen habe ich das Bedürfnis, ihm alles zu schreiben.
    Für mich hat es auch ein Umdenken in meinem Leben gegeben. Ich lebe auch sehr viel intensiver. Dinge, die mich früher aus der Fassung gebracht haben, sind für mich heute nicht mehr wichtig. Ich glaube, dass die meisten Menschen in unserer Situation sich verändern.
    Liebe Grüße
    Heike

Beitrag von Mondrose (75 Beiträge) am Sonntag, 15.Januar.2012, 21:30.

  Re: Trauerverarbeitung

    Liebe Neubeginn,
    'Kennt dieses Bedauern jemand, nicht über Dinge gesprochen zu haben?'

    Ich glaube sehr viele Trauernden kennen dieses Gefühl u. machen sich vll sogar Vorwürfe.
    Mein Mann wachte morgens nicht mehr auf, ein Kerl stark wie ein Baum. Ich lag/saß 2 Tage neben ihm und habe ihm noch alles gesagt was mir in den Sinn kam u. ich bin absolut überzeugt, dass er es auch noch mitbekommen hat u. immer noch mitbekommt.
    Dein Freund spricht mit dir über deine Träume, das ist doch wunderbar.
    Ich träume leider nicht mehr von meinem Schatz dafür aber meine Tochter umsomehr u. sie sagt, dass er immer fröhlich ist, ja u. das war er im Leben auch.
    Ich glaube nicht einmal, dass man diese letzten Worte unbedingt braucht, man weiss es auch so im Herzen, denn es war ja Liebe die einen zusammenbrachte u. diese existiert über den Tod hinaus.
    Ich glaube, wie May, dass es unseren Liebsten gut geht.
    Im Grunde kommunizieren wir andauernd mit ihnen über unsere Gedanken, Gefühle u. Träume.

    Alles Liebe - Mondrose

Beitrag von Neubeginn1 (63 Beiträge) am Sonntag, 15.Januar.2012, 22:27.

  Re: Trauerverarbeitung

    Liebe May, liebe Ekieh/Heike, liebe Mondrose,

    danke für Eure Antworten.
    Manchmal kann ich es noch gar nicht glauben, dass mein Freund wirklich tot ist.
    Die Träume sind sehr intensiv und realitätsnah, das wundert mich.

    Es ist ein trauriger Anlaß, der uns hier zusammengeführt hat.
    Es tut aber gut, in der weiten Welt des Internets, ein feedback zu bekommen, andere und ähnliche Meinungen und Lebensgeschichten zu lesen und zu wissen, da sitzen Menschen am PC, die wissen, wie es ist und die fühlen wie es ist.

    Alles Liebe
    Neubeginn1



Beitrag von Mondrose (75 Beiträge) am Montag, 16.Januar.2012, 15:00.

  Re: Trauerverarbeitung

    Liebe Neubeginn,
    'Manchmal kann ich es noch gar nicht glauben, dass mein Freund wirklich tot ist.'
    So geht es mir momentan mit seinen Bildern, ich kann sie kaum ansehen u. denke mir dann auch immer 'das kann einfach nicht stimmen' od. ich frage ihn warum er nur mit 'ihnen' mitgegangen ist, wieso er das hier alles zurückgelassen hat. Es gibt keine Antwort darauf.
    Ich zwinge mich, sage mir 'bleib realistisch' aber es ist sehr schwer u. vorallem schmerzt es so sehr. Das Wissen dass ich ihn nie mehr in den Arm nehmen kann, nie mehr sein Lachen höre möchte man nicht wahrhaben. Aber an dem Prozess des 'wahrhabens' kommt man nicht vorbei u. er ist auch nötig um Schritt für Schritt voranzukommen.

    Ich gehe 1x/Monat zu einem Trauertreff i.d. Nähe u. er tut mir ungemein gut. Man spürt das tiefe Verständnis der anderen u. fühlt sich verstanden. Im Alltag ist es leider meist nicht so.

    Wie kommt euer Sohn damit klar?

    Ich hoffe Du bleibst noch ein Weilchen hier.

    Liebe Grüße - Mondrose

Beitrag von Neubeginn1 (63 Beiträge) am Montag, 16.Januar.2012, 22:16.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo,

    ich freue mich, MaggieMae, dass es Dir in der letzten Zeit deutlich besser geht :-).

    Mondrose, ja ich bleibe sicherlich noch hier :-).
    Mein Sohn hat sich mit meinem Freund sehr gut verstanden, da sich dieser für ihn interessiert hat und beide gerne am PC gefachsimpelt haben.
    Mein Freund war nicht nur auf mich fixiert, sondern hat somit auch meinen Sohn akzeptiert und respektiert.
    Einmal hat er gesagt, dass er vielleicht doch gerne ein Kind gehabt hätte.
    Nach der Beerdigung haben mein Sohn und ich viel gesprochen, ein Trauerritual gemacht und wir reden viel beim Abendessen, dann über alltägliche Dinge.
    Sooooviel möchte mein Sohn auch nicht über den Tod sprechen.
    Ich akzeptiere das.

    Liebe Grüße
    Neubeginn1

Beitrag von Jasmin2 (198 Beiträge) am Montag, 16.Januar.2012, 08:25.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Neubeginn,
    ich verarbeite auch sehr viel über Träume und merke mittlerweile daran auch ein Weiterentwicklung. Die ersten Wochen nach dem Tod meines Mannes habe ich jede Nacht schlimme Träume bzgl. seiner beschwerden gehabt, nach einem Jahr besonders habe ich nächtelang geträumt, dass ich mein Zuhause verloren habe etc., nun nach fast zwei Jahren werden die Träume positiver, vor kurzem konnte ich erstmalig sein Gesicht sehen. Habe letztes Jahr mal einen Vortrag von Ina König (autorin von"Die Liebe hört niemals auf") gehört über Träume im Trauerprozess. Scheint also ein sehr verbreitetes Phänomen zu sein.
    Nach solch aufregenden Träumen bin ich morgens immer völlig platt, als hätte ich ein schwere Nachtschicht gehabt - da sieht man, wie anstrengend die emotionale Verarbeitung sein kann.

    Liebe Grüße
    Jasmin

Beitrag von Neubeginn1 (63 Beiträge) am Montag, 16.Januar.2012, 10:53.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Jasmin2, hallo Ianfeust,

    danke für Euere Beiträge.

    Mit dem Träumen geht es weiter und es stimmt:
    Es ist anstrengend, teilweise auch schön.

    Ich habe jetzt auch das Gefühl, dass da irgendetwas in mir, was vorher starr war, in Bewegung kommt.
    Also sehe ich es positiv und als Prozess.

    Euch einen schönen Tag:-).

    Neubeginn1


Beitrag von MaggieMae (34 Beiträge) am Montag, 16.Januar.2012, 11:10.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Neubeginn1,

    es freut mich, dass du es als positiven Verarbeitungsprozess siehst, ist es ganz sicher auch.

    Ich habe überhaupt keine Träume, weder am Anfang noch jetzt. Ist aber auch ok für mich, ich denke, ich verarbeite es einfach anders. Und es geht mir in der letzten Zeit auch deutlich besser.

    Weiterhin alles Gute,

    MaggieMae

Beitrag von lanfeust (69 Beiträge) am Montag, 16.Januar.2012, 09:49.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Neubeginn1,

    ja, intensive Träume kenne ich auch. An einem Tag waren sie so ausgeprägt, das ich derartig "fertig" war, dass ich nicht arbeiten gehen konnte. Mittlerweile sind die Träume seltener geworden und das Gefühlsintensität beim Erwachen "danach" hat einer Resignation Platz gemacht.

    Liebe Grüße

    Lanfeust

Beitrag von Golfball (131 Beiträge) am Montag, 16.Januar.2012, 22:44.

  Re: Trauerverarbeitung

    Liebe Neubeginn,

    mein Mann ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.
    Keine Zeit mehr ueber irgendwas zu sprechen.

    Ich haette es mir so gewuenscht...

    All die Dinge, ueber die man nie sprechen mag.

    Wie wuerdest du dich gerne beerdigen lassen. Was wuerdest du wuenschen wie unser Leben weitergehen soll. Was soll ich den Kindern von dir mitgeben. Wie sie auch in deinem Sinne erziehen.

    Aber wer spricht schon gerne davon. Wenn man denkt man hat alle Zeit dieser Welt.

    Traeume habe ich auch. Viele Traeume. Ich bin dankbar dafuer. Manchmal sind sie so intensiv, dass ich ueberzeugt davon bin er war nachts bei mir. Mit seiner Seele. (Klingt vielleicht albern.)

    Lieber Gruss

Beitrag von Neubeginn1 (63 Beiträge) am Montag, 16.Januar.2012, 22:51.

  Re: Trauerverarbeitung

    Liebe Golfball,

    klingt gar nicht albern.
    Das kenne ich auch.
    Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären...

    Liebe Grüße zurück :-)

    Neubeginn1

Beitrag von Jasmin2 (198 Beiträge) am Dienstag, 17.Januar.2012, 08:09.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Golfball und and.,
    dein Bedauern kann ich gut verstehen, kann dir andererseits allerdings sagen, dass lange nicht alle Paare, die Zeit genug zum Reden hätten, diese Dinge ansprechen. Auch ich hatte mit meinem Mann mehr als reichlich Zeit zum Abschied, mehr als ein halbes Jahr - so sagten uns die Ärzte immer und immer wieder - konnten sowohl meine Kinder als auch ich in jedem Moment mit dem Ende rechnen - es war furchtbar, diese Wahnsinnsanspannung. Also ideal ist es wohl nie!

    Aus Gesprächen mit anderen weiß ich, dass mind. einer von beiden oft nicht in der Lage zur Offenheit ist, viele hoffen bis zum Schluss auf ein Wunder und klammern den Tod als letzten Ausweg so lange wie möglich aus - oft bis es eh zu spät ist.

    Ich glaube ganz fest, dass mein Mann auch nach seinem Tod noch vieles davon mitbekommt, was ich ihm im Zwiegespräch mitteile und habe diesbzgl. ein paar "wundersame" Erfahrungen gemacht.
    also versuch auf diesem Wege mit ihm Gespräch zu bleiben, auch so kann es gut tun, nochmal vieles zu sagen, um Hilfe und Unterstützung zu bitten.

    Liebe Grüße
    Jasmin

Beitrag von WBaer (147 Beiträge) am Dienstag, 17.Januar.2012, 00:39.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Neubeginn 1,

    nach dem Tod eines Partners, des Freundes, egal jetzt wer, stellt man sich viele Fragen. Hauptsächlich die Eine: "Hab ich alles richtig gemacht?"

    Eine Frage, die sich wohl die meisten stellen. Es gibt für die meisten davon eine ganz einfache Antwort: "Nein." Sorry, das hört sich brutal an, ist jedoch nicht so. Nur ehrlich. Ich weis das aus eigener Erfahrung und aus Erzählungen Anderer.

    Doch diese Antwort ist nicht der springende Punkt. Es ist doch nun mal so, dass die wenigsten bereits Erfahrungen im Begleiten von Todkranken oder sogar Sterbenden haben. Woher soll man also wissen, wie man das machen "muss". Nach dem Tod des Angehörigen, ja, da ist man dann schlauer. Oder glaubt es zu sein?

    Wenn man mit Herz und Verstand dabei war, dann braucht man sich keine Vorwürfe zu machen oder Zweifel zu haben. Es war alles richtig! Aus der Situation heraus. Damals.

    Was das Träumen betrifft: ich selber habe erst viele Monate später von meiner Frau geträumt und ab da auch nur sehr selten. Das ist ebenso normal, als wenn man bereits am ersten Tag träumt. Es gibt da nämlich kein "Normal" oder irgendwelche Regeln.


    Liebe Grüße, Helmut

Beitrag von Neubeginn1 (63 Beiträge) am Dienstag, 17.Januar.2012, 18:49.

  Re: Trauerverarbeitung

    Hallo Helmut,

    danke. Der Satz "Es war alles richtig! Aus der Situation heraus. Damals." ist gut.

    Ich werde damit leben müssen, dass er nicht über sich und seine Gefühle gesprochen hat und ich somit auch nichts Definitives über seine Gefühle und Gedanken in Bezug auf seine Erkrankung weiß.
    Das war seine Art.

    Mein Sohn und ich haben uns schon vor längerer Zeit über den Tod und Beerdigungen ausgetauscht.
    Wir wissen, was jeder gut und nicht gut findet und mein Sohn weiß, dass ich, trotz aller negativen Dinge, die es ja auch gibt, viel erlebt habe und ein schönes Leben hatte/habe.
    Sollte mir also `mal etwas passieren, habe ich nichts zu bedauern oder versäumt.
    Ich hoffe, dass es bis dahin aber noch etwas dauert und meinem Sohn wünsche ich ebenfalls ein langes, zufriedenes Leben.

    Danke für alle Beiträge :-).

    Liebe Grüße
    Neubeginn1


Beitrag von Mondrose (75 Beiträge) am Donnerstag, 19.Januar.2012, 12:53.

  Re: Trauerverarbeitung

    Mein Mann und ich hatten über den Tod gesprochen. Er musste täglich 80 km nach München i.d. Arbeit u. natürl. auch zurück. Gerade im Winter bei Schnee u. Eis hatte ich Angst, wenn er mal 1 Std. später heim kam, weil die AB verstopft war. Er sagte dann immer 'wenn es so sein soll, dann ist es halt so'. Seltsamerweise war ich immer der Meinung, dass er mich überlebt, weil er halt so ein Kraftmensch war. Wie man sich doch täuschen kann. Er schlief einfach ein, für immer.
    'Dann ist es halt so' - er wusste nicht wie schmerzhaft diese Tatsache sein kann. Ich weiss es nun.
    Wir haben über manches gesprochen. Er wollte sogar schon einen neuen Grabstein kaufen u. ich sagte, dass, falls ich vor ihm gehe, ich noch auf den alten Stein drauf möchte u. er später ja für sich einen neuen kaufen könne. Jetzt hat er einen neuen Stein u. die 2 alten stehen nebendran.
    Ich glaube vieles weiss man instinktiv was der Andere gewollt hätte.
    Sicher hilft es, wenn man gewisse Dinge besprochen hat aber den Schmerz nimmt es nicht.

    Ich glaube keiner hier konnte sich vorher vorstellen, dass es so weh tun könnte.

    Neubeginn, dass du dich mit deinem Sohn so positiv auseinandergesetzt hast finde ich gut. Ich habe meinen 3 Töchtern schon vor Jahren einen Abschiedsbrief geschrieben u. mit ihnen darüber gesprochen. Mir geht es wie dir, ich hatte/habe ein gutes Leben, viel erlebt und wenig zu bedauern. Im Grunde könnte man dies ja auch so für die 'Vorausgegangenen' übernehmen.
    Mein Mann würde wahrscheinlich auch sagen 'ich hatte ein gutes Leben'. Leider ging er gefühlte 20 Jahre zu früh.

    Es ist nicht zu spät für Unausgesprochenes, ich bin überzeugt sie hören uns auch jetzt noch, via Seelenübertragung.

    Gruß - Mondrose




  Freundschaft   kleineeule 19.5.12, 20:57
  Re: Freundschaft   Mause 20.5.12, 09:34 gestern
  6 Wochen !   veralie 19.5.12, 17:03
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  Für das Leben entscheiden   Stern1607 18.5.12, 12:51
  Re: Für das Leben entscheiden   Nora 18.5.12, 13:07
  Re: Für das Leben entscheiden   Stern1607 19.5.12, 08:23
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  Re: Mitgliederversammlung   alina 14.5.12, 08:44
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  Re: Mitgliederversammlung   Tropiba 14.5.12, 10:38
  mitgliederversammlung   Stoermer 13.5.12, 13:29
  Re: mitgliederversammlung   jimmy 13.5.12, 17:55
  Viele Freunde und doch einsam   bonner68 12.5.12, 12:48
  große Witwerente ab 45.... ??   Anja568 11.5.12, 19:00
  Re: große Witwerente ab 45.... ??   Lilia 11.5.12, 19:47
  Re: große Witwerente ab 45.... ??   hetti 12.5.12, 15:02
  REHA   dickemaus 10.5.12, 14:43
  Re: REHA   Jasmin2 10.5.12, 16:36
  Re: REHA   gitta18 10.5.12, 20:45
  Re: REHA   Caramac 10.5.12, 23:00
  Re: REHA   Binemaus 11.5.12, 22:52
  Geburtstag   Sacharja 10.5.12, 13:15
  Re: Geburtstag   Margalo 10.5.12, 14:19
  Re: Geburtstag   Sacharja 11.5.12, 08:42
  Re: Geburtstag   melli11 10.5.12, 14:25
  Re: Geburtstag   NannyOgg 10.5.12, 14:35
  Re: Geburtstag   Sacharja 10.5.12, 15:26
  Re: Geburtstag   maba 10.5.12, 19:23
  Re: Geburtstag   Teddy1960 10.5.12, 16:09
  Re: Geburtstag   Sacharja 10.5.12, 16:17
  Re: Geburtstag   BBS151159 10.5.12, 20:15
  Re: Geburtstag   Caramac 10.5.12, 22:54
  Re: Geburtstag   heim 11.5.12, 08:11
  @Nora>mein Postfach   Rojan61 9.5.12, 22:24
  Re: @Nora>mein Postfach   Nora 9.5.12, 22:41
  Re: @Nora>mein Postfach   Rojan61 9.5.12, 22:44
  Re: Aber was sollen sie denn sagen?   Galu 18.5.12, 22:26
  Ein halbes Jahr   Sandra37 7.5.12, 23:48
  Re: Ein halbes Jahr   Jasmin2 8.5.12, 08:21
  Re: Ein halbes Jahr   claudia72 8.5.12, 08:24
  immer wieder so traurig..   Gabs 7.5.12, 16:39
  Re: immer wieder so traurig..   hedwig1 7.5.12, 21:01
  Re: immer wieder so traurig..   Mause 7.5.12, 22:31
  Anmerkung   Mariam 4.5.12, 09:04
  Re: Anmerkung   Teddy1960 6.5.12, 23:47



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