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Beitrag von
Jasmin2 (198 Beiträge) am Samstag, 28.Januar.2012, 11:46.
Re: plötzli alleine- frisch verwitwet
Hallo vicky25, zunächst meine herzliche Anteilnahme zum Todes deines Partners. Welch ein Schock! Es ist gut, dass du hierher gefunden hast, denn hier finden wir alle Verständnis und Anteilnahme. Trost gibt es in der Trauer eher selten, denn man kann die Situation mit nichts schönreden. Einfach irgendwie aushalten und durchleben ist leider unser aller Weg. Trotzdem tut es gut zu wissen, dass man nicht Exot ist und absolut allein steht mit solch einer Situation. Was du nun tun kannst? Lass dir helfen soweit es irgendwie möglich ist, mit praktischer Unterstützung von Freunden, Familie, evtl. psychol. Unterstützung - Möglichkeiten gibt es durchaus. auch steht dir eine Mutter-Kind-Kur irgendwann zu, wann der richtige Zeitpunkt ist, bleibt abzuwarten. Trauer ist ein langer Weg - du musst ihn nicht allein gehen!
Fühl dich umarmt, liebe Grüße Jasmin
Dein Beitrag:
Beitrag von
vicky25 (6 Beiträge) am Freitag, 27.Januar.2012, 22:04.
plötzlich alleine- frisch verwitwet
Vor einem Monat ist mein Lebensgefährte im Alter von 25 durch einen Motorradunfall in seiner Heimat gestorben. Ich war hier in Deutschland und habe zwei kleine Kinder von ihm (2,5 Jahre alt und das Baby war 2 Moante als es passierte). Deshalnb bin ich auch nicht mitgeflogen. Natürlich stehe ich immer noch unter Schock und kann es nicht fassen. Ich suche Hilfe und Antworten auf meine Fragen. -Was kann ich für die Kleinen tun die noch so jung sind und ohne ihren Papa aufwachsen müssen? Wir waren nicht verheiratet, und da er noch keine 5 Jahre in der Rentenkasse hatte gibt es also von dort gar nichts :-( -Wie kann ich mit der Trauer umgehen, fertig werden? Tagsüber bin ich mit dem Alltag abgelenkt und bin nachts so kaputt dass ich gut schlafen kann. Weinen tu ich kaum, es ist ein dicker Kloß im Hals. Habe Angst dass ich irgendwann zusammenbreche... -Wohin mit meiner Trauer? Als ich es erfahren habe am Morgen wurde er schon nach indischen Traditionen (Sikh-Religion) bestattet das heißt er wurde schon verbrannt, seine Asche in den Fluss gestreut. Friedhöfe und Grabsteine gibt es keine. Ich zünde im Moment jeden Tag eine Kerze an und bete (Sikh)... Was soll ich tun, wie kann ich weitermachen :-(( Suche auch Kontakt zu anderen jungen Witwen Wie hatten noch so viel vor er sprach sogar endlich von Heirat... Warum? Die Inder sprechen von Schicksal das gibt mir ein bißchen Trost aber ich fühle mich einfach so leer.
Beitrag von
Jasmin2 (198 Beiträge) am Samstag, 28.Januar.2012, 11:46.
Re: plötzli alleine- frisch verwitwet
Hallo vicky25, zunächst meine herzliche Anteilnahme zum Todes deines Partners. Welch ein Schock! Es ist gut, dass du hierher gefunden hast, denn hier finden wir alle Verständnis und Anteilnahme. Trost gibt es in der Trauer eher selten, denn man kann die Situation mit nichts schönreden. Einfach irgendwie aushalten und durchleben ist leider unser aller Weg. Trotzdem tut es gut zu wissen, dass man nicht Exot ist und absolut allein steht mit solch einer Situation. Was du nun tun kannst? Lass dir helfen soweit es irgendwie möglich ist, mit praktischer Unterstützung von Freunden, Familie, evtl. psychol. Unterstützung - Möglichkeiten gibt es durchaus. auch steht dir eine Mutter-Kind-Kur irgendwann zu, wann der richtige Zeitpunkt ist, bleibt abzuwarten. Trauer ist ein langer Weg - du musst ihn nicht allein gehen!
Fühl dich umarmt, liebe Grüße Jasmin
Beitrag von
Darkrose (8 Beiträge) am Samstag, 28.Januar.2012, 12:00.
Re: plötzli alleine- frisch verwitwet
Hallo Vicky,
ich nehme dich einfach erstmal in den arm,mir geht es ähnlich bei mir ist es nun 10 wochen her,mein sohn ist 5 wir waren auch nicht verheiratet und er war der hauptverdiener.ich habe die ersten zwei monate überhaupt nichts auf die reihe bekommen,das war dann aber etwas was mich irgentwann schockiert hat momentan muss ich sagen das es mir besser geht,ich denke einfach manchmal wenn er sieht wie ich leide kann er keinen frieden haben und ich sollte ja auch fürs kind da sein wie ich den allerdings ohne vater aufziehen soll ist mir noch schleierhaft klar bisher ging es aber ich befand mich ja auch in einem schockzustand,ich würde dir auch empfehlen eine mutter-kind kur zu beantragen ich denke das hilft ich habe das auch gemacht und muss nun noch schauen wann ich wohin fahre,der chat hier ist auch sehr zu empfehlen wenn du mit jemanden reden/schreiben willst die sind alle sehr nett und haben mir schon sehr geholfen hier(hier übrigents mal ein großes danke an alle)und weil du kein grab hast vieleicht machst du ein altar was du mit eurem glauben verbinden kannst?ich mach grade sowas ähnliches wenn auch eher im buddistischen glauben aber ich denke das sollte bei dir auch gehen?
Lg, Marie
Beitrag von
EAN (3 Beiträge) am Samstag, 28.Januar.2012, 12:57.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
hallo vicky25, es tut mir sehr leid, dass Du Deinen Partner verloren hast, es geht mir durch und durch. Ich habe auch erst am 17.12. meinen Mann verloren, wir waren gerade mal 5 Monate verheiratet. Inzwischen gehe ich wieder arbeiten und versuche den Alltag zu meistern, das lenkt zwar ab, aber sobald ich zu Hause bin kommt die große Stille und Leere und für mich dann auch der Zusammenbruch (wir haben leider keine Kinder). Die Welt dreht sich normal weiter, nur für uns nicht. Ich habe den Eindruck, dass es immer weniger Verständis gibt, dass es mir nach 6 Wochen noch nicht besser geht und die meisten reden gar nicht mehr darüber, obwohl ich genau das brauche. Mir hilft es sehr auf dieser Seite immer wieder zu lesen und zu spüren, dass wir nicht allein sind. Dir kann niemand die Trauer und den Schmerz abnehmen, aber lass die anderen auch teilhaben. Hier musst Du auch nicht alles erklären, jeder kennt dieses schreckliche Gefühl der Leere und der Hilflosigkeit nur zu gut. Schreib Dir einfach alles von der Seele, das Verständnis hier ist ein kleiner Trost.
Liebe Grüße Anni
Beitrag von
dany1983 (3 Beiträge) am Samstag, 28.Januar.2012, 14:13.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Liebe Vicky,
ich möchte dir zunächst mal sagen, wie leid es mir für dich tut. Ich kann mich gut in dich hineinversetzen, denn mir geht es ähnlich. Ich bin 28 und habe auch 2 kleine Kinder, die sind 3 und 8 Monate. Mein Mann ist am 13.10.2011 bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen und zuerst dachte ich mein Leben steht still und ich hatte keine Ahnung wie es ohne ihn weitergehen soll. Aber es klappt doch irgendwie. Es wird noch viele schwere Momente geben und auch viele Momente wo die Kinder ihren Papa bräuchten, aber ich versuche immer für sie da zu sein und ihnen all meine Liebe zu geben. Nimm alle Hilfe an, die du bekommen kannst. Ich habe viel Hilfe von meiner Familie und einige gute Freunde habe ich auch, die mich unterstützen. Mir hilft es auch mit anderen Betroffenen zu reden oder hier zu chatten, die verstehen alle wie es dir geht. Eine Mutter-Kind-Kur wird dir bestimmt auch gut tun, ich habe auch grad eine beantragt. Also ich finde das mit der Kerze schön, wir machen das ähnlich. Wir zünden jeden Tag eine Kerze für ihn an und abends schauen wir zu den Sternen und sagen ihm Gute Nacht. Dazu haben wir in den Kinderzimmern ein Bild von Papa aufgestellt und eine Engel-Figur dazu. Meiner Großen hilft das sehr, weil sie so mit Papa reden kann, weil er einfach greifbar ist. Die Frage nach dem Warum stellen wir uns sicherlich alle, nur werden wir darauf wohl auch keine Antwort bekommen. Ich versuche langsam den Tod meines Mannes anzunehmen und positiv in die Zukunft zu schauen, er hätte sicher nicht gewollt, dass wir uns eingraben und nur noch traurig sind. Meine Schwester hat eine E-Mail zu Wir helfen Kinder von bild.de geschrieben und dort unsere Situation geschildert und meine Kinder haben von dort Wertpapiere über 5000 Euro bekommen, die sie am ihrem 18 Geburtstag bekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Vielleicht wendest du dich auch einfach mal an so eine Organisation. Liebe Grüße Dany
Beitrag von
vicky25 (6 Beiträge) am Samstag, 28.Januar.2012, 14:30.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Hallo, vielen lieben Dank für eure Worte. Ich muss erstamal erwähnen dass ich Birgit heiße, mein Freund hieß mit Spitznamen Vicky deswegen der Name... Ich finde es schwer seinen Tod zu akzeptieren da alles weit weg passiert ist und nichts übrig ist außer den Erinnerungen. Ich konnte nicht Abschied nehmen und das fehlt mir sehr. Ich hab immer das Gefühl man erwartet von mir dass ich pausenlos weine oder so aber es ist nicht so. Bin einfach sprachlos. Hoffe immer noch auf einen blöden Scherz und dass er wiederkommt. Ich fühle mich wie stehengeblieben in 2011... Die Zeit geht viel zu schnell vorbei. Die Kleinen vermissen ihn nicht so doll weil er vorher immer den ganzen Tag gearbeitet hat nur samstags freihatte und schon drei Wochen in Indien Urlaub machte. Daher hab ich eh schon immer alles alleine gehandhabt und fühle mich ein wenig schuldig dass ich ihn tagsüber kaum vermisse. Nur wenn ich mal zur Ruhe komm abends dann ist es so leer.
Beitrag von
Tigger (12 Beiträge) am Sonntag, 29.Januar.2012, 12:22.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Hallo Birgit, du bist im Moment noch total unter Schock ... aber die Tränen und die Trauer werden ihren Weg finden, mache dir darüber keine Gedanken. Ich kann es sehr gut verstehen, dass "das Begreifen" für dich noch schwerer ist, weil du keinen Abschied nehmen konntest, ihn nicht tot gesehen hast und auch bei der Bestattung nicht dabei warst. Aber vielleicht hilft dir der Gedanke etwas, dass diese Bestattungsform und der Ort für ihn bestimmt stimmig war bzw. ist. Gestalte dir in der Wohnung oder an einem Ort in der Natur eine Gedenkstätte mit Bildern, Blumen, Gegenständen, die du auch immer wieder verändern kannst. Vielleicht möchtest du ja auch deine Kinder in die Gestaltung mit einbeziehen. Wir beschäftigen uns alle mit der quälenden Frage nach dem "warum" ... es gibt darauf keine Antwort, aber wenn du auch dabei Trost in der Religion bzw. im Glaube an das Schicksal (wie du es beschrieben hast) findest, ist das sicher sehr hilfreich. Es bleibt mehr als die Erinnerung von deinem Freund ... es bleibt die Liebe und deine Trauer wird dich dahin führen. Ich wünsche dir dabei ganz viel Kraft! Tigger
Beitrag von
ute65 (4 Beiträge) am Sonntag, 29.Januar.2012, 15:30.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Liebe Birgit, zuerst möchte ich dir einmal sagen, dass alles das, was du jetzt fühlst und denkst, absolut normal ist. Das Tragischste in deiner Situation ist sicherlich, dass du nicht Abschied nehmen konntest, nicht "begreifen" mit Augen und Händen, um auch daran Erinnerungen zu haben, die das Akzeptieren der Situation leichter machen. Wenn man die Endgültigkeit vor Augen hatte, die kalte Hand berührt hat, ist der Schock nicht leichter. Aber man versteht nach einiger Zeit, dass das, was da lag, nicht mehr der Mensch war, den man liebt, sondern seine Hülle ohne die einzigartige Persönlichkeit, die den Menschen so besonders gemacht hat. Man erkennt dann auch, dass dieser kalte Körper nicht hier bleiben kann, sondern beerdigt werden muss. Alles das fehlt dir, weil man dir dazu keine Gelegenheit gab. Lediglich mit der Information musst du Vorlieb nehmen und den Tod mit allen Ritualen der indischen Kultur akzeptieren. Das ist äußerst hart und ergab für dich keinen Abschluss. Die schöne Seite daran ist aber, dass du als sehr junge Mama keine Schreckensbilder im Kopf hast, die dich zermürben, denn ein Unfallopfer ist meistens kein schöner Anblick. Die schönen Erinnerungen und Bilder wirst du immer mit dir tragen und an deine Kinder weitergeben. Du darfst ihnen von ihrem Papa wunderschöne Dinge erzählen, ohne dass ein schlimmer Film vor deinem Auge abläuft. Was deine finanzielle Situation angeht, solltest du ausschöpfen, was der Staat irgendwie bietet. Meist bekommt man nur spärliche Informationen, aber geh auf eine Stadt- oder Ortsveraltung und bitte um Hilfe. Du bekommst Halbwaisenrente für deine Kids und evtl. auch Wohngeld. Wenn du gerade in Elternzeit bist, könntest (oder müsstest) du früher wieder in den Beruf einsteigen. Sonst lass dich krankschreiben, damit das Geld wenigstens länger gezahlt wird. Aber deine Zeilen sagen mir, dass du eine taffe Frau und ganz liebevolle Mami bist. Glaub mir, auch wenn es jetzt viel zu früh ist, du wirst nicht alleine bleiben. Deine Zukunft geht weiter, deshalb plane jetzt nur das Heute und vielleicht noch das Morgen. Aber nicht weiter, das können wir Trauernden alle nicht. Die kleinen Schritte bringen uns vorwärts, und irgendwann schauen wir mit Stolz auf das zurück, was wir geschafft haben.
Fühl dich umarmt, Ute
Beitrag von
feuerteufe (5 Beiträge) am Mittwoch, 1.Februar.2012, 14:46.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Hallo das tuht mir leid, ich bin auch seit 22.01.2012 Witwe geworden, mein Mann ist ganz plötzlich ohne vorahnung gestorben, das hat mich in ein tiefes loch gestürzt, ich komme da einfach nicht mehr raus, es tuht alles so weh, ich weiß einfach nicht weiter, gruß Susanne
Beitrag von
Leonie23 (2 Beiträge) am Mittwoch, 1.Februar.2012, 19:24.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Liebe Susanne, wir verstehen Dich hier alle. Auch mein Mann ist ganz plötzlich am 2. Dezember, einen Tag vor seinem Geburtstag, gestorben. Ohne Vorwarnung, ohne Ahnung. Man bewegt sich wie im Traum - einziger Unterschied: man wacht nicht auf. Ich schaffe es mittlerweile meinen Alltag einigermaßen zu bewältigen, aber es vergeht kein Tag ohne Traenen. Doch das Leben geht weiter... Ich drück dich - unbekannterweise
Beitrag von
feuerteufe (5 Beiträge) am Donnerstag, 2.Februar.2012, 12:54.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Hallo lieben dank es tuht gut Menschen zu Treffen den es genauso geht wir mir, nur diese können mich verstehn, ich kanns nicht fassen glauben und ich will es auch nicht, nichts bringt mir mein geliebten Mann wieder zurück, für mich ist es düsster und leer geworden das leben, den ohne meine andre hälfte ist es sehr schwer weiter zu machen, mann fragt sich warum und wofür, ich fühle mich so leer, ausgebrannt, da hat das leben doch keinen sinn, ich versteh nicht, den es gibt doch die liebe ist stärker als der tot und das stimmt, ich kann mir keine Bilder meines Mannes ankucken, weil ich wütend bin, warum hast du mich allein gelassen frage ich ihn immer wieder, aber keine antwort kommt, ich bin leer und ausgebrannt.
Beitrag von
hundekind (17 Beiträge) am Sonntag, 29.Januar.2012, 14:06.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Liebe Vicky, ich habe eben erst deinen Beitrag gelesen... und konnte vieles nachfühlen. Und eins ist mir in den Sinn gekommen, das ich dir unbedingt sagen möchte, in der Hoffnung dass es dir ein wenig hilft. Vicky ist verbrannt worden, so wie er es wohl wollte - und so wie auch mein Mann nach seinem plötzlichen Tod an einem Baum bestattet wurde. Aber bei dir ist es anders! Wir müssen immer zum Baum gehen, um zu ihm zu kommen, aber das Flusswasser in Indien wird verdunsten, in die Atmosphäre gelangen und Euch in allen möglichen Formen von Bächen, Flüssen und Meeren wieder begegnen. Und wenn Ihr eine schöne Stelle am Wasser hattet, dann wird er auch genau dort wieder zu finden sein. Oder Du kannst Dir eine Stelle suchen- und wenn´s der Dorfteich ist... auch dort wird er sein. Und zu dir kommen. Und zu euren Kindern. Der Kreislauf ist ewig. Halt durch, es wird besser. Alles Liebe Dir und deinen Kindern!
Beitrag von
bbe (87 Beiträge) am Montag, 30.Januar.2012, 09:33.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Hallo Birgit,
auch ich kann mich nur allen anderen vor mir anschließen und Dir mein Beileid ausdrücken. Zunächst einmal ist es gut und wichtig, dass Du hier bist, denn es ist immmer jemand da, der ähnliches durchgemacht hat, und auf dem Weg wichtige Erfahrungen sammeln konnte. Es gibt so viele unterschiedliche Hilfestellungen, auch im Web, die Dir zwar nicht die Trauer oder den Schmerz nehmen, aber es ein Stück weit erträglicher machen. Es gibt auch Trauercafés, wo man hingehen kann. Und nicht zuletzt bist Du hier wirklich gut aufgehoben und nicht allein.
Deine Kinder sind noch ganz klein und auch für solche Ereignisse gibt es Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt. Zwar nur pro Kind max. 6 Jahre, aber immerhin, und auch unabhängig von Deinem Einkommen.
Mein Partner wurde vor Ort bestattet und es gibt ein Grab, allerdings gehe ich da nicht so oft hin, weil ich seinem Namen auf einem Grab zu sehen noch immer nicht ertragen kann. Ich werde mich auch nie daran gewöhnen. Ich hab für ihn ein virtuelles Grab angelegt, damit komm ich besser klar. Schau mal hier: http://www.strassederbesten.de/
LG bbe
Beitrag von
vicky25 (6 Beiträge) am Montag, 20.Februar.2012, 00:15.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Vielen lieben Dank für eure Worte. Finde erst heute wieder Zeit zu antworten. Inzwischen komme ich soweit klar, muss den Kleinen ja weiter eine Normalität bieten. Ich habe es mittlerweile akzeptiert und habe das Gefühl, dass er gegangen ist (in de Himmel oder so) weil er gesehen hat dass ich klarkomme. Sein Bruder ist immer noch total gebrochen (er war mit in Indien, kam vor 3 Wochen wieder zurück) und will weder drüber reden noch loslassen... Ich habe hier 2 große Leinwände in der Wohnung, und so ist er immer präsent, auch für die Kinder. Habe alte Videoaufnahmen gefunden, die schaue ich mir gerne an, seine Stimme zu hören tut einfach so gut! Versuche halt alles zu finden, aufzubereiten und zu konservieren was geht damit die Kids später eine Erinnerung an ihren Papa haben. Mir tut es gut darüber zu sprechen, zu schreiben und einfach anzunehmen. Man kann die ganze Sache leider weder ändern noch zurückdrehen. Ganz daneben finde ich das Verhalten einiger Mitmenschen. So habe ich erlebt dass Menschen noch nichtmal Beileid äußern sowohl Behörden als auch angeblich beste Freunde von ihm. Das stört mich schon und empfinde ich als gefühlskalt. Da wir nicht verheiratet waren steht mir keine Witwenrente zu und Halbwaisenrente bekommen die Kids nicht da die Rentenzeit von 5 Jahren noch nicht erfüllt war. Also ist er sozusagen zu früh gestorben um seine Kinder abzusichern. Aber doch gerade dann ist es doch so tragisch, wenn jemand früh stirbt?! Und kurioserweise würde ich Witwenrente kriegen wenn mein Exmann sterben würde. Meiner Meinung läuft da im Gesetz was falsch. Den Unterhalt würde ich mir gerne aufheben wenn ich wieder arbeite, Krippenplatz habe ich schon (wenn Baby 1 Jahr alt ist) jetzt würde mir alles ans ALGII angerechnet. Mehr Elterngeld als Alleinerziehende bzw. 2 Monate mehr gibts auch nicht, nur für vorher Berufstätige. Ich wollte mich gerade auch in finanzieller Hinsicht bei einer Stelle wie AWO mal beraten lassen zumal ich zusehen muss wo ich 300 Euro für die Überprüfung der Sterbeurkunde herkriege. Das muss sein da indische Urkunden gerne mal als gefälscht betrachtet werden. Körperliche Anzeichen der Trauer bzw. des Stresses gibt es auch schon, Haarausfall, Gelenke machen schlapp... Mein Hausarzt hat mir eine Überweisung zur Psychotherapie gegeben, wo muss ich jetzt damit hin, was wird da gemacht? Ich dachte mir lieber schon damit anfangen bevor ich irgenwann mal zusammenbreche (davor hab ich schon Angst). Weinen tu ich schon ab und zu aber immer nur kurz dann versiegen die Tränen. Manchmal fühle ich mich ein bißchen schuldig dass andere mehr weinen als ich :-(
Beitrag von
vicky25 (6 Beiträge) am Montag, 20.Februar.2012, 00:23.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Wollte noch weiter schreiben. Es gibt tatsächlich Menschen, Verwandte und Freunde von ihm, die mich nach einem neuen Mann fragen. Hallo, 7 Wochen nach seinem Tod?! Gehts noch? Natürlich kann ich mir das zum jetzigen Moment überhaupt nicht vostellen aber andererseits bin ich gerade 30 geworden und es wird bestimmt noch mal jemanden in meinem restlichen Leben geben. Aber was soll sowas?
LG Birgit
Beitrag von
bbe (87 Beiträge) am Montag, 20.Februar.2012, 11:35.
Re: plötzlich alleine- frisch verwitwet
Hallo Birgit,
du hast recht, in diesem Land läuft so maches ein bisschen verkehrt. Da bekommen Leute, die 5 Jahre einen bestimmten Job hatten, einen Ehrensold in Höhe von 100 % ihrer letzten Bezüge, ganz bescheidene 200 000 €. Meinetwegen gern. Aber dort, wo das Geld dringender gebraucht wird wie für die Absicherung von Leuten, denen es vorher schon gut ging, also für eine angemessene Existenzsicherung von Waisen beispielsweise oder für ausreichend Therapieplätze, da fehlt das Geld. Ein Kind, das seinen Vater verliert, der noch nicht 5 Jahre Beiträge bezahlt hat, ist kein anderes, wie das, dessen Vater bei seiner Geburt schon kurz vor der Rente war. Und dennoch werden sie unterschiedlich behandelt.
Ändern kann man das nicht. Aber es ist ein richtiger Ansatz, Dich beraten zu lassen. Wenn die Überprüfung der Urkunde notwendig ist, solltest Du Dich damit mal an die ARGE wenden, vielleicht übernehmen die die Kosten.
Bei Städten und Landkreisen gibt es oftmals auch Stiftungen, die Zuschüsse zahlen, wenn jemand unverschuldet in Not geraten ist. Bei uns heißt diese "Menschen helfen Menschen". Möglicherweise kennt hier ja auch jemand etwas, das überregional ebenso funktioniert???
Es gibt ganz viele Menschen, die mit solchen Ereignissen und den davon Betroffenen nicht umzugehen wissen. Wir haben hier vor ein paar Monaten schon einmal die ganzen Hits gesammelt, was einem als mehr oder weniger frisch Verwitwetem/Verwitweter vorgesetzt wird. Unverschämtheit, Dummheit, Arroganz, Ignoranz... ich weiß nicht genau, was es ist. Manche sollten einfach vor dem Sprechen mal ihr Gehirn zu Rate ziehen.
Du bist hier in jedem Fall gut aufgehoben, und wenn Du Fragen hast, stell sie hier ins Forum. Alle haben hier ihre Erfahrungen gesammelt, manche haben auch noch berufliches Wissen. Wir verstehen Dich und können Dir hoffentlich auch oft ein bisschen helfen oder zumindest Beistand leisten.
LG bbe
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