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Beitrag von
Schnuck86 (8 Beiträge) am Dienstag, 7.Februar.2012, 14:10.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Ich bin auch kein Fan von Frau Ferres und als Betroffene habe ich ganz deutlich gemerkt, dass es eben ein Film war. Die Emotionen, die wir durchleiden, können einfach nicht nachgestellt werden. Aber es war unaufdringlich gespielt, fand ich. War okay so gesehen. Der anschliessende Bericht über die echten Personen war dagegen wirklich berührend, weil sie ganz ehrlich sagten, dass die reine Verzweiflung über ihr Schicksal sie zusammen führte. Sie klammerten sich aneinander, weil nur sie verstehen konnten, was der andere durchmacht. Ihr Umfeld war damit überfordert. Dass später Liebe daraus wurde, war eben Glück für sie. Jedem das seine. In ihren Gesichtern war trotzdem die Trauer deutlich eingebrannt. Ist jedenfalls mein Eindruck gewesen.
Dein Beitrag:
Beitrag von
Thomas1959 (25 Beiträge) am Montag, 6.Februar.2012, 19:05.
TSUNAMI - neues Glück
Hallo Zusammen, gestern Tsunami-Drama im ZDF, mit Veronica Ferres….. So hilflos fand ich die Ferres noch nie – war wie bei Rosamulde Pilcher!!!
Zuwenig Emotionen, zuviel Schmalz, oder liege ich falsch???
Mann und Kinder verloren --- neues Glück, Mann und Kind
Welche Meinung habt ihr???
Danke, Thomas
Beitrag von
Binemaus (30 Beiträge) am Montag, 6.Februar.2012, 20:37.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Ich hab den Film auch gesehen! Zu wenig Emotionen meinst du? Ich sehe und empfinde das nicht so! Der Augenblick, als sie alleine in ihr Haus gehen mußte....den kenne auch ich! Zurückkommen in eine gewohnte Welt, in der nichts mehr so sein wird wie vorher! In der man nur noch selbst sein wird! Alleine! Und...und...und... Für mich mußten die Gefühle nicht deutlicher gezeigt werden! Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, was der Verlust tief in mir bewirkt hat! Nicht unbedingt für jeden sichtbar,aber doch spürbar für mich! Und "ihm" konnte ich im Film, wie im folgenden Interview, im Gesicht ansehen, er hat nicht vergessen und verdrängt es auch nicht! Er versucht nur mit der Tatsache zu leben! Neu/anders zu leben. Vielleicht hab ich auch nicht alles mitbekommen! Denn dieser Film ließ teilweise meinen eigenen erlebten Film ablaufen! Aber das war auch der Grund, weshalb ich eingeschaltet habe! Ich wollte meine Gefühle von anderen dargestellt sehen, damit ich den meinen näher kommen kann! Ergebnis: Der Film hat mich heute noch den ganzen Tag beschäftigt! Und deshalb nehm ich wohl auch Stellung zu Deinem Beitrag. Weil der Film immer noch in mir wirkt!
Danke für diese zusätzliche Anregung!
Beitrag von
Mause (448 Beiträge) am Dienstag, 7.Februar.2012, 09:21.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Mich machten Filme ähnlichen Inhalts schon immer sehr betroffen. Oft habe ich sie gemieden, da schon die Vorstellung daran ausreichte. Allein die Gedanken, als ich die Szene mit den arglos spielenden Kinder am Strand sah, waren schon kaum auszuhalten. Auch nach mehr als 4 Jahren hat dieser Film bei mir noch einiges an Gefühlen wieder intensiviert. An manchen Stellen fühlte ich mich auf seltsame Weise beteiligt, wurde hineingezogen in die Handlung, es war allerdings zum Trost aller, die noch "nah dran" sind,... nicht mehr so schmerzhaft. Der Abstand zu meinem Erlebten ist inzwischen spürbar. Wo, lieber Thomas, fandest du Frau Ferres hilflos? Mir fehlen die Vergleichsmöglichkeiten, da ich mir nur wenige Filme ansehe. Mag sein, dass man ein solches Trauma, sofern nicht selbst durchlebt, nicht perfekt darstellen kann. Das, was du vielleicht als mangelnde Emotionen beschreibst, habe ich gerade zu Anfang auch so erlebt. Schock, Leere, Hilflosigkeit, das ("Sich Verkriechen Wollen). Ich denke, das ist gut rübergekommen. Es war die Verfilmung einer authentischen Lebensgeschichte, daher muss man akzeptieren, dass es nur wenige Menschen mit derart komfortablen Lebensumständen gibt, wie sie hier dargestellt wurden. Viele von uns mussten und müssen neben Schmerz und Trauer auch noch funktionieren, um das Überleben zu sichern. Daher fehlte in dieser "Geschichte" für mich ein bedeutsamer Teil der Trauer, nämlich der, wie man das Ganze auch wirtschaftlich überlebt, mit all den daraus resultierenden Ängsten und der Erschöpfung, die sich irgendwann breitmacht, weil das Pensum allein nunmal nicht zu schaffen ist. Wer hätte sich nicht manchmal gewünscht, sich nur mit sich zu beschäftigen und alles hinter sich lassen zu können.
"Neues Glück" bedeutet für mich an dieser Stelle, dass zwei Menschen gleichen Schicksals sich in diesem schwierigen Lebensabschnitt finden und unterstützen durften, nichts wünscht man sich sehnlicher.
Ich hatte nicht das Gefühl, dass Kinder und Ehepartner ausgetauscht oder ersetzt werden sollten, sondern dass die Lebensgeschichte der Beiden nahtlos integriert werden durfte.
"Neues Glück" hat in unserer Situation weniger Leichtigkeit, kann aber geprägt sein, von tiefem Verständnis und Dankbarkeit.
Ich war an vielen Stellen tief betroffen, oft bedrückt vom Erinnern des Ausmaßes der Katastrophe, schmalzig fand ich den Film nicht.
Liebe Grüße,
marie
Beitrag von
Wolke1970 (62 Beiträge) am Montag, 6.Februar.2012, 21:29.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Hallo Thomas,
ich habe den Film und die anschliessende Reportage gestern auch gesehen. Mir ging es ähnlich wie Binemaus. Ich habe mich auch darin gesehen. In der Reportage hat er auch berichtet, das die Liebe erst viel später kam. Zuerst habe man sich gegenseitig gestützt und sich verstanden gefühlt. Den Brief von der Krankenkasse, die die Mitgliedschaft gekündigt hat oder der Zank mit der besten Freundin- das war schon sehr realistisch. Diese Situationen hatte ich auch...
Liebe Grüsse, Wolke1970
Beitrag von
doro23 (38 Beiträge) am Montag, 6.Februar.2012, 23:46.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Ich denke so ist es immer, wenn versucht wird Schicksale, Tragödien und traumatische Erlebnisse "fernsehtauglich" zu machen. Es muss ja dann auch was "bringen". Ich habe nur sehr wenige Reportagen oder Verfilmungen gesehen, bei denen ich das Gefühl von Echtheit erlebt habe. Oft war ich enttäuscht, denn es war zu deutlich, dass Kommerz und der schnöde Mammon hinter der Sache steckt. Vielleicht klingt das zu verbittert, aber ich bin mit all den Abhandlungen zum Thema Tod, besonders im Fernsehen fertig, da lese ich doch lieber ein gutes Buch und kann mein eigenes Kopfkino laufen lassen. Dennoch, jeder so wie er mag und (wie ich es in diesem Forum erlebt habe) mit ganz viel Toleranz. Euch eine gute Woche Liefs Doro
Beitrag von
Schnuck86 (8 Beiträge) am Dienstag, 7.Februar.2012, 14:10.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Ich bin auch kein Fan von Frau Ferres und als Betroffene habe ich ganz deutlich gemerkt, dass es eben ein Film war. Die Emotionen, die wir durchleiden, können einfach nicht nachgestellt werden. Aber es war unaufdringlich gespielt, fand ich. War okay so gesehen. Der anschliessende Bericht über die echten Personen war dagegen wirklich berührend, weil sie ganz ehrlich sagten, dass die reine Verzweiflung über ihr Schicksal sie zusammen führte. Sie klammerten sich aneinander, weil nur sie verstehen konnten, was der andere durchmacht. Ihr Umfeld war damit überfordert. Dass später Liebe daraus wurde, war eben Glück für sie. Jedem das seine. In ihren Gesichtern war trotzdem die Trauer deutlich eingebrannt. Ist jedenfalls mein Eindruck gewesen.
Beitrag von
Ollichka (118 Beiträge) am Dienstag, 7.Februar.2012, 18:10.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Ich habe mir den Film auch angesehen. Am berührendsten waren die anschließenden Beiträge der tatsächlichen Überlebenden. In vielen Szenen habe ich mich wiedergefunden, im Entsetzen über die leere Wohnung mit verwaisten Besitztümern, im Nichtbegreifen-Können und auch -wollen. Im Grunde ist ja die Todesursache nicht so wichtig, immer bleibt nur Fassungslosigkeit und Leere. Zugegebenermassen war dies eine unglaubliche Katastrophe. Mause hat Recht, die Lebensumstände aller Beteiligten waren sehr gut abgesichert, es war kein finanzielles Über-Wasser-Halten erforderlich. Kein Wort davon, das große Haus, das Pferd etc. nicht mehr behalten zu können, einen Job suchen zu müssen und was dergleichen mehr auf Verwitwete einstürmen kann und es oft auch tut. Trotzdem fand ich Film und Dokumentarbeiträge interessant und sehenswert. Die Gesichter der "Echten" zeigten deutlich, was sie durchgemacht haben, das kann kein Schauspieler so rüberbringen. Vieles kochte wieder hoch, aber auch das wird immer wieder passieren. Schönen Abend noch an alle Ele
Beitrag von
Pferdefrau (70 Beiträge) am Mittwoch, 8.Februar.2012, 22:26.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Ich fand den Film schlecht. Sehr oberflächlich. Die Ferres wie eigentlich meistens nur Kleiderständer, und auch sonst viel Deko und wenig dahinter. Besonders ist mir das natürlich in den Pferdeszenen aufgefallen, wo auch die Tiere nur wie Staffage bei Modeaufnahmen in der Stallgasse rumstanden.
Schade, dass ich die anschließende Reportage nicht gesehen habe. Kann man die noch irgendwo anschauen?
Beitrag von
Ylvi (130 Beiträge) am Donnerstag, 9.Februar.2012, 15:15.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Ich fand den Film gut - aber es war ein Film ... und Schauspieler sind Schauspieler. Da darf man nicht zuviel erwarten. Einige Aspekte konnten die Schauspieler meines Erachtens aber gut rüber bringen. Die Szene mit dem Schreiben der Krankenversicherung ist mir auch gut im Gedächtnis geblieben und sooo vieles Andere auch .... Der Film ist in der ZDF Mediathek zu sehen und natürlich auch die Reportage - meines Wissens aber immer nur eine Woche im Nachhinein - also noch bis Sonntag
Beitrag von
RoteRosen (2 Beiträge) am Sonntag, 12.Februar.2012, 17:27.
Re: TSUNAMI - neues Glück
Ich fand den Film und die anschließende Reportage der "echten Figuren" sehr gut. Habe mich auch in vielen Situationen und Stimmungen wieder gefunden. So wie ich auch den Film "Der letzte schöne Tag", der vor einigen Wochen auf ARD lief, als sehr gut und authentisch empfunden habe. Ich dachte "hoffentlich sehen den Film viele Menschen, dann werden wir Trauernden vielleicht ein bisschen besser verstanden". Ich hörte dann allerdings in den darauffolgenden Tagen von einigen Freunden und Bekannten "ich fand das zu traurig, ich habe wieder abgeschaltet". Tja, im wahren Leben geht es so vielen Menschen so, wie den Menschen im Film - aber im wahren Leben gibt's keinen Aus-Schalter.
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