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Beitrag von
Seiseralm (30 Beiträge) am Mittwoch, 8.September.2010, 01:34.
Meine Frau hat es nicht geschafft
Hallo
Bei meinem geliebten Schatz wurde bei einer Mammographie, die Frauen ab 50 Jahren angeboten wird, Mitte April in der Brust ein Knoten entdeckt. Eine zweite Untersuchung mit Biopsie ergab, dass sie ein malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) in der Brust hat.
2 Wochen später nach div. CT´s und Magnetspintomographien wurden weitere Metastasen in der Lunge und im Bauch entdeckt. Bei der ersten CT nach der 2. Untersuchtung und Biopsie wurde uns bei der Ergebnisbesprechung mitgeteilt, dass keine weiteren Metastasen vorhanden sind. Wir waren zu Tränen gerührt und ich half meinem Schatz in den Mantel und gingen glücklich zum Ausgang und waren fast draussen, als uns der Radiologe nochmals zurückrief und uns eröffnete, dass er einen grosse Raumforderung im Bauchraum gefunden. Wir wurden auf weitere Untersuchungen verwiesen, die dann bis Mitte Mai dauerten. Nachdem wir das Ergebnis bekamen haben wir uns an eine Uniklinik gewandt, die uns nach einer Tumorkonferenz Hoffnung machten, dass alles zu operieren wäre. Eine Untersuchung fehlte noch die radiologische Untersuchung mit radioaktiven Stoffen (PET-CT). Nach einer weiteren Tumorkonferenz eine Woche später wurde die Nachricht, es wäre operabel zurückgenommen, Stadium IV. Das heisst binnen kürzerster Zeit wird dies zum Tode führen. Uns wurde noch eine Studie angeboten, auf die wir so sehr hofften. Bis zur endgültigen Entscheidung, ob das Tumorgen für das Medikamt passt, machten wir noch einmal eine Woche Urlaub. Das war vor 6 Wochen. Wir erfuhren am letzten Urlaubstag, dass sie für diese Studie nicht in Frage kam.
Eine herkömmliche Chemo hat sie abgelehnt. Während eines Arztbesuches habe ich in einer Zeitschrift gelesen, dass man gegen diesen Krebs impfen kann selbst im fortgeschrittenen Stadium IV. Wir waren so voll Hoffnung. Aber auch hier fiel sie durchs Raster.
Sie hat noch bis vor 5 Wochen gearbeitet. Sie konnte kaum noch essen und wurde immer schwächer. Die Ärzte teilten uns mit, dass eine Chemo nichts mehr heilt sondern nur das Leben etwas verlängern würde.
Sie hatte Gott sei Dank keine Schmerzen. Vor vier Wochen wurde ihr Bauch sehr dick.
Sie ging zum Hausarzt, der sie nicht untersuchte und ihr nur etwas entblähendes gab. Sie quälte sich weiter, bis wir im Internet lasen, dass es sich im fortgeschrittenen Stadium um Wasser handeln könnte.
Wieder zum Hausarzt mit dem Hinweis auf Wasser, eine Untersuchung hätte ihm schon vorher den Hinweis bringen können. Sie bekam Entwässerungstabletten, was absoluter Schwachsinn war. Nach 3 Tagen Quälerei brachte ich sie ins Krankenhaus, dort wurden 3,5 l Wasser aus dem Bauchraum abgelassen. Eine Entzündung wurde festgestellt, sie bekam Antibiotikatabletten und wurde nachhause geschickt. Dann brachte ich sie nach einer Woche erneut ins Krankenhaus, mit einer massiven Entzündung, sie hätte nie nachhause geschickt werden dürfen.
Sie behielten Sie exakt 10 Tage bis Sonntag vor 2 Wochen am Freitag wurde sie bis 12.00 Uhr nachmittags ultimativ aufgefordert eine Chemo zu machen, die sie ablehnte und dann holte ich sie ab.
Am Montag nahmen wir sie noch im Rollstuhl mit zur Zeugnisüberreichung unserer Tochter zum Batchelerstudiengang. Es war unglaublich anstrendend für sie aber sie wollte unsere Tochter nicht enttäuschen. Dann lag sie noch eine Woche zuhause im Bett, bis sie am darauffolgenden Sonntag durch den Sonntagsdienst in auf unseren Wunsch in eine antroposophische Klinik gebracht wurde. Dort wurde uns eröffnet, dass die Nieren schon versagen und eine massive Entzündung im Bauchraum vorliege. Aufgrund einer Patientenverfügung wünschte mein Schatz, dass sie an keine Maschine gehängt wird, wovon uns der Arzt auch abriet. Die Nieren sollten auf natürlichem Wege wieder in Gang kommen. Sie kam auf die Intensivstation. Ich habe mich von ihr verabschiedet. Später habe ich nochmals angerufen und mit ihr gesprochen, sie fühle sich gut. Am Montagmorgen rief ich dort an und bekam von ihr die Auskunft, es gehe ihr gut, die Nieren- und Entzündungswerte hätten sich gebesert. Meine Kinder besuchten Sie und ich war den ganzen Montagabend bei ihr, sie ass auch wieder.
Als ich sie verliess, habe ich mich 3-mal von ihr verabschiedet. Es fiel mir unendlich schwer. Wir haben noch gescherzt und gelacht. Ich ging und wir winkten uns ein allerletztes Mal zu. Ich hörte auch ihre Stimme zum allerletzten mal.
Nach einer unruhigen Nacht, klingelte morgen ums 7.30 Uhr das Telefon, war gerade beim Frühstück machen, sah an der Vorwahl woher der Anruf kam und dachte bitte bitte nicht.
Es war ein Arzt, der mir mitteilte, dass sie mit meiner Frau nicht mehr kommunizieren können, es sei eine massive Blutvergiftung dazugekommen.
Mein Sohn und ich machten uns auf den Weg und waren eine Stunde später bei ihr. Unsere Tochter konnten wir nicht erreichen, sie war einem Funkloch. Unser Schatz hat sich verkrampft und gekämpft, bis unsere Tochter da war, dann entspannte sie sich. Sie konnte nicht mehr sprechen aber anhand von Bewegungen und Tränen die sie weinte, als ich und später meine Kinder sich bei Ihr für alles bedankten was sie für uns getan hatte konnten wir erkennen, dass sie alles mitbekam.
Wir waren 30 Jahre zusammen und 26 Jahre verheiratet unsere Kinder sind erwachsen und wir freuten uns auf eine gemeinsame Zeit ohne Entbehrungen und wollten noch einige Jahre geniessen. Sie schlief in unserem Beisein friedlch ein während meine Kinder ihre Hände hielten, und ich Sie im Arm hielt, nachdem sie noch auf die Priesterin gewartet hatte als sie das Kreuzzeichen auf die Stirn bekam. Sie öffneten zu diesem Zeitpunkt nochmals die Augen und sah mich mit Ihren wunderschönen braunen Augen an. Wir durften Sie bis zur letzten Schwelle geleitn, den letzten Schritt musste Sie alleine gehen.
Das war am 10.08.10 um 15.37 Uhr. Das war nicht einmal 4 Monate nach der Diagnose, 9 Tage vor Ihrem 51. Geburtstag. Am 17.08.10 war die Trauerfeier und am Samstag, den 28.08.10 wurde ihre Urne in einem Friedwald beigesetzt unter einer wunderschönen Hainbuche. Sie wollte sich den Friedwald noch anschauen, das war aber aufgrund Ihrer Schwäche nicht mehr möglich. Und wir dachten sie würde den Krebs besiegen, es schaffen und haben bis zuletzt gehofft.
Aber das Bauchgefühl meiner Kinder und von mir sagt uns das es das richtige ist, dass wir sie im Friedwald beisetzen lassen.
Wir waren immer so gerne in der Natur und vor allem im Wald unterwegs.
Wir sind so unsäglich traurig. Was machen wir nur ohne sie sie war unser Mittelpunkt, unsere Sonne die nun in unseren Herzen weiterscheint.
So vieles blieb ungesagt, so vieles ungetan und wir leiden grosse Schmerzen über ihren Verlust.
Michael
Dein Beitrag:
Beitrag von
Seiseralm (30 Beiträge) am Mittwoch, 8.September.2010, 01:34.
Meine Frau hat es nicht geschafft
Hallo
Bei meinem geliebten Schatz wurde bei einer Mammographie, die Frauen ab 50 Jahren angeboten wird, Mitte April in der Brust ein Knoten entdeckt. Eine zweite Untersuchung mit Biopsie ergab, dass sie ein malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) in der Brust hat.
2 Wochen später nach div. CT´s und Magnetspintomographien wurden weitere Metastasen in der Lunge und im Bauch entdeckt. Bei der ersten CT nach der 2. Untersuchtung und Biopsie wurde uns bei der Ergebnisbesprechung mitgeteilt, dass keine weiteren Metastasen vorhanden sind. Wir waren zu Tränen gerührt und ich half meinem Schatz in den Mantel und gingen glücklich zum Ausgang und waren fast draussen, als uns der Radiologe nochmals zurückrief und uns eröffnete, dass er einen grosse Raumforderung im Bauchraum gefunden. Wir wurden auf weitere Untersuchungen verwiesen, die dann bis Mitte Mai dauerten. Nachdem wir das Ergebnis bekamen haben wir uns an eine Uniklinik gewandt, die uns nach einer Tumorkonferenz Hoffnung machten, dass alles zu operieren wäre. Eine Untersuchung fehlte noch die radiologische Untersuchung mit radioaktiven Stoffen (PET-CT). Nach einer weiteren Tumorkonferenz eine Woche später wurde die Nachricht, es wäre operabel zurückgenommen, Stadium IV. Das heisst binnen kürzerster Zeit wird dies zum Tode führen. Uns wurde noch eine Studie angeboten, auf die wir so sehr hofften. Bis zur endgültigen Entscheidung, ob das Tumorgen für das Medikamt passt, machten wir noch einmal eine Woche Urlaub. Das war vor 6 Wochen. Wir erfuhren am letzten Urlaubstag, dass sie für diese Studie nicht in Frage kam.
Eine herkömmliche Chemo hat sie abgelehnt. Während eines Arztbesuches habe ich in einer Zeitschrift gelesen, dass man gegen diesen Krebs impfen kann selbst im fortgeschrittenen Stadium IV. Wir waren so voll Hoffnung. Aber auch hier fiel sie durchs Raster.
Sie hat noch bis vor 5 Wochen gearbeitet. Sie konnte kaum noch essen und wurde immer schwächer. Die Ärzte teilten uns mit, dass eine Chemo nichts mehr heilt sondern nur das Leben etwas verlängern würde.
Sie hatte Gott sei Dank keine Schmerzen. Vor vier Wochen wurde ihr Bauch sehr dick.
Sie ging zum Hausarzt, der sie nicht untersuchte und ihr nur etwas entblähendes gab. Sie quälte sich weiter, bis wir im Internet lasen, dass es sich im fortgeschrittenen Stadium um Wasser handeln könnte.
Wieder zum Hausarzt mit dem Hinweis auf Wasser, eine Untersuchung hätte ihm schon vorher den Hinweis bringen können. Sie bekam Entwässerungstabletten, was absoluter Schwachsinn war. Nach 3 Tagen Quälerei brachte ich sie ins Krankenhaus, dort wurden 3,5 l Wasser aus dem Bauchraum abgelassen. Eine Entzündung wurde festgestellt, sie bekam Antibiotikatabletten und wurde nachhause geschickt. Dann brachte ich sie nach einer Woche erneut ins Krankenhaus, mit einer massiven Entzündung, sie hätte nie nachhause geschickt werden dürfen.
Sie behielten Sie exakt 10 Tage bis Sonntag vor 2 Wochen am Freitag wurde sie bis 12.00 Uhr nachmittags ultimativ aufgefordert eine Chemo zu machen, die sie ablehnte und dann holte ich sie ab.
Am Montag nahmen wir sie noch im Rollstuhl mit zur Zeugnisüberreichung unserer Tochter zum Batchelerstudiengang. Es war unglaublich anstrendend für sie aber sie wollte unsere Tochter nicht enttäuschen. Dann lag sie noch eine Woche zuhause im Bett, bis sie am darauffolgenden Sonntag durch den Sonntagsdienst in auf unseren Wunsch in eine antroposophische Klinik gebracht wurde. Dort wurde uns eröffnet, dass die Nieren schon versagen und eine massive Entzündung im Bauchraum vorliege. Aufgrund einer Patientenverfügung wünschte mein Schatz, dass sie an keine Maschine gehängt wird, wovon uns der Arzt auch abriet. Die Nieren sollten auf natürlichem Wege wieder in Gang kommen. Sie kam auf die Intensivstation. Ich habe mich von ihr verabschiedet. Später habe ich nochmals angerufen und mit ihr gesprochen, sie fühle sich gut. Am Montagmorgen rief ich dort an und bekam von ihr die Auskunft, es gehe ihr gut, die Nieren- und Entzündungswerte hätten sich gebesert. Meine Kinder besuchten Sie und ich war den ganzen Montagabend bei ihr, sie ass auch wieder.
Als ich sie verliess, habe ich mich 3-mal von ihr verabschiedet. Es fiel mir unendlich schwer. Wir haben noch gescherzt und gelacht. Ich ging und wir winkten uns ein allerletztes Mal zu. Ich hörte auch ihre Stimme zum allerletzten mal.
Nach einer unruhigen Nacht, klingelte morgen ums 7.30 Uhr das Telefon, war gerade beim Frühstück machen, sah an der Vorwahl woher der Anruf kam und dachte bitte bitte nicht.
Es war ein Arzt, der mir mitteilte, dass sie mit meiner Frau nicht mehr kommunizieren können, es sei eine massive Blutvergiftung dazugekommen.
Mein Sohn und ich machten uns auf den Weg und waren eine Stunde später bei ihr. Unsere Tochter konnten wir nicht erreichen, sie war einem Funkloch. Unser Schatz hat sich verkrampft und gekämpft, bis unsere Tochter da war, dann entspannte sie sich. Sie konnte nicht mehr sprechen aber anhand von Bewegungen und Tränen die sie weinte, als ich und später meine Kinder sich bei Ihr für alles bedankten was sie für uns getan hatte konnten wir erkennen, dass sie alles mitbekam.
Wir waren 30 Jahre zusammen und 26 Jahre verheiratet unsere Kinder sind erwachsen und wir freuten uns auf eine gemeinsame Zeit ohne Entbehrungen und wollten noch einige Jahre geniessen. Sie schlief in unserem Beisein friedlch ein während meine Kinder ihre Hände hielten, und ich Sie im Arm hielt, nachdem sie noch auf die Priesterin gewartet hatte als sie das Kreuzzeichen auf die Stirn bekam. Sie öffneten zu diesem Zeitpunkt nochmals die Augen und sah mich mit Ihren wunderschönen braunen Augen an. Wir durften Sie bis zur letzten Schwelle geleitn, den letzten Schritt musste Sie alleine gehen.
Das war am 10.08.10 um 15.37 Uhr. Das war nicht einmal 4 Monate nach der Diagnose, 9 Tage vor Ihrem 51. Geburtstag. Am 17.08.10 war die Trauerfeier und am Samstag, den 28.08.10 wurde ihre Urne in einem Friedwald beigesetzt unter einer wunderschönen Hainbuche. Sie wollte sich den Friedwald noch anschauen, das war aber aufgrund Ihrer Schwäche nicht mehr möglich. Und wir dachten sie würde den Krebs besiegen, es schaffen und haben bis zuletzt gehofft.
Aber das Bauchgefühl meiner Kinder und von mir sagt uns das es das richtige ist, dass wir sie im Friedwald beisetzen lassen.
Wir waren immer so gerne in der Natur und vor allem im Wald unterwegs.
Wir sind so unsäglich traurig. Was machen wir nur ohne sie sie war unser Mittelpunkt, unsere Sonne die nun in unseren Herzen weiterscheint.
So vieles blieb ungesagt, so vieles ungetan und wir leiden grosse Schmerzen über ihren Verlust.
Michael
Beitrag von
pewi55 (18 Beiträge) am Mittwoch, 8.September.2010, 09:21.
Re: Meine Frau hat es nicht geschafft
Guten morgen, Michael ich kann nachvollziehen wie Du dich fühlst und denke alle die das lesen und hier sind wissen um den Schmerz , der unvorstellbar ist und nicht aufhören will. Auch ich habe am 10.08.2010 meinen Mann verloren und komme mit meiner momentanen Lebenssituation nicht wirklich zurecht. Mir steht am 18.09 noch die Urnenbeisetzung bevor, wir haben auch einen Friedwald als letzte Ruhestätte gewählt. Mag nicht an den Tag denken und weiß nicht wie ich es überstehe Auch wenn wir viel Zeit hatten zum reden, bleibt so vieles ungesagt und die Sehnsucht nagt wie ein Geschwür. Aber wenn ich die Einträge hier lese , bei denen dieser schlimme Verlust eines geliebten Menschen längere Zeit zurückliegt, schöpfe ich doch die Hoffnung das es irgendwann ein wenig nachlässt und das Leben wieder etwas erträglicher wird. Das ist auch Dir sicherlich kein Trost..... ich fühle mit Dir und wünsche Dir auch, das die Zeit die Wunden heilt.
Einen lieben Gruß Petra
Beitrag von
cosmos (318 Beiträge) am Mittwoch, 8.September.2010, 10:58.
Re: Meine Frau hat es nicht geschafft
hallo michael. deine geschichte hat schwere ähnlichkeit wie der fall mit meiner frau.auch langer kampf. den sie ständig bekämpft hat,hat sie besiegt. brust ops 1999 und 2004.sie hatte auch eine fremde niere seit 28 jahren.die medikamte förderten den krebs und griffen die knochensubstanz an.mit einen gebrochenen halswirbel kam sie ins krankenhaus.halswirbel op. danach konnte nicht mehr laufen.mrt und ct hatten einen tumor im kopf ausgemacht.op in spezial klinik.zurück bestrahlungen mit anschliesender reha massnahme.4 monate nicht zu hause.zu hause wurde bemerkt das sie eptileptische anfälle bekommt die immer stärker wurde.wieder krankenhaus.ich habe 2 solche anfälle mit bekommen.meinen ersten und ihr letzter der kurz nach dem anderen kam.im krankenhaus baute sie rapide ab bekam noch eine erkältung.nach dem nachhause bringen schlief sie nur noch.eine woche nach dem man sie aus dem krankenhausaus entliess starb sie im hospizhaus.sie wurde nur 52. auch ich liess sie nicht an maschinen anschliessen. sie hatte beim tod iher mutter damals mir gesagt.wenn es bei mir soweit ist ,möchte ich nicht gequält werden. unsere ehe ist kinderlos.wir waren 24 jahre zusammen davon 14 verheiratet.ich habe sie im grab ihrer mutter beisetzen lassen die vor 20 jahren starb.nach der trauerfeier trug ich die urne mit nur einer von mir ausgesuchten begleitung ,der pfarrer und einem mitarbeiter die urne zum grab.erst hatte ich angst aber als ich die urne in den händen hatte war die angst verflogen.viele sagten es wäre mutig gewesen.es war kein mut ,es war mein wunsch.inzwischen ist es 14 monate her. gruß uli
*** editiert von cosmos am Mittwoch, 08.09.2010, 11:07 ***
Beitrag von
hanna1959 (2 Beiträge) am Sonntag, 12.September.2010, 18:56.
Re: Meine Frau hat es nicht geschafft
Lieber Michael, deine Geschichte ist schlimm. Wirklichen Trost gibt es nicht, du hast es sehr gut zum Ausdruck gebracht: die Sonne die nun in eurem Herzen weiterscheint. Mein Mann ist vor 20 Monaten im Alter von 52 Jahren nach nur 3 Monaten an Darmkrebs verstorben. Viel zu schnell um alles zu realisieren. Wir waren im Juli mit unserem Wohnmobil in Urlaub, keine Anzeichen auf irgendeine Erkrankung. Zu Hause ging er wieder arbeiten . 2 Wochen später kam er Freitags mit Fieber und Übelkeit von der Arbeit. Ich habe ihn angeschaut und die gelben Skleren entdeckt. Mein erster Gedanken war akute Galle. Ich habe ihn dann schnellstens in die Klinik gebracht in der ich arbeite. Dort hat man ihn untersucht und eine Sono gemacht, dann der Schock: die Leber war voller Metastasen. Da setzt dein Gehirn aus, ich habe garnicht kapiert in dem ersten Schock was mir mein Oberarzt versucht hat zu sagen. Am nächsten Tag hat sich dann Darmkrebs heraus gestellt. Mein Mann wurde operiert und wollt kämpfen, unser Sohn war im Studium und meine Tochter stand kurz vor ihrer Hochzeit. Meine Eltern hatten 20 Tage später Goldene Hochzeit.Aber der Kampf war aussichtslos. Ich habe ihn nach der 1. Chemo die nichts brachte nach Hause genommen und dort ist er mit zur Goldenen Hochzeit gegangen. Das war sein letzter Ausgang, danach wurde er immer schächer und nach nur 3 Monaten ist er zu Hause im Beisein von den Kinder, seinem besten Freund und mir für immer eingeschlafen. Die Floskel, die Zeit heilt alle Wunden stimmt nicht, du wirst merken, das die Trauer stiller wird, aber wirklich aufhört sie nicht. Nimmt dir die Zeit die du brauchst, aber vergrabe dich nicht sonst fällst du in ein tiefes Loch aus dem du nicht allein heraus kommst. Nimm Hilfe an, das muß man auch lernen. Ich spreche aus Erfahrung. das mußt ich auch tun. Wenn nötig auch profesionelle, der Freundeskreis und die Verwandten bieten sich selbst an, aber wirklich umgehen damit können die nicht.Nach einem halben Jahr wurden die Besuche seltener, darauf angesprochen kam dann, wir wissen nicht was wir sagen sollen oder wie wir dir helfen sollen. Jetzt habe ích dich aber genug zugetextet, wünsche dir alles gute, Hanne
Beitrag von
Seiseralm (30 Beiträge) am Montag, 13.September.2010, 00:26.
Re: Meine Frau hat es nicht geschafft
Liebe Hanne,
vielen Dank. Die letzten Wochen war ich beschäftigt meine V hat alles was mit Rechnungen und Banken Versicherungen gemacht. Jezt wird es ruhiger jetzt bricht bei mir die Trauer voll durch bin manchmal untröstlich, da ich sie so vermisse.
War heute morgen in der Kirche, Gottesdienst hat mir gut getan für einen Moment war das Trauergefühl weg, fand es merkwürdig, bis ich zu Ihrem Auto kam, konnte meinen heute morgen nicht nehmen, hing noch ein Hänger dran da brach ich zusammen, weinte wie noch nie zuvor hatte mich immer zurückgehalten und als ich an Ihre Ruhestätte in den Friedwald ging, war es wieder da dieses schmerzliche körperlich zu empfindende Vermissen.
Ich liebe sie so, und vermisse sie weiss gar nicht wie es weiter gehen soll.
Danke Dir Hanne, Du hast mich nicht zugetextet
Beitrag von
Jasmin2 (163 Beiträge) am Montag, 13.September.2010, 10:28.
Re: Meine Frau hat es nicht geschafft
Hallo Michael, ich schätze, alle Leser hier können diesen abgrundtiefen Schmerz nachempfinden, ich jedenfalls kann mich nur zu gut erinnern. Andererseits ist es wirklich gut, wenn du deinen Tränen freien Lauf lassen kannst, denn es erleichtert auf die Dauer. Auch ich hatte in der ersten Zeit teils richtige Herzschmerzen und wusste nicht, wie ich die totale Trauer, diese grenzenlose Sehnsucht aushalten sollte, aber nun - seit ein paar Wochen - sind die Gefühle lange nicht mehr so umwerfend. Es gibt schon etliche Tage, an denen ich gar nicht weinen muss und mich wieder an guten Tagen erfreuen kann, nicht mehr ständig der Gedanke an meinen lieben, verstorbenen Mann im Vordergrund steht. Auch ich kann grundsätzlich in der KIrche Trost finden, doch die erste Zeit konnte ich das Feierliche etc. kaum ertragen. Quäl dich nicht unnötig und nimm dir bewusst Zeit, in der du deine Frau versuchst etwas außen vor zu lassen. So habe ich teilweise das Foto meines Mannes neben dem Bett einfach umgedreht, da ich den Anblick nicht ertragen konnte. Mein Trauerberater gab mir den Tipp, mir lieber bestimmte Tageszeiten - wie eine Sprechstunde - für die bewusste Trauer zu lassen und mich ansonsten auch versuchen abzulenken. Du wirst es schaffen!
Ganz viel Kraft wünsche ich dir und liebe Menschen um dich herum, Jasmin
Beitrag von
hanna1959 (2 Beiträge) am Montag, 13.September.2010, 21:19.
Re: Meine Frau hat es nicht geschafft
Lieber Michael, dieser Zusammenbruch mußte kommen. Du kannst nicht immer nur funktionieren und stark sein. Du vermisst deinen Schatz doch, da ist es nur normal, dass diese Situation kommt. Du mußt und darfst dir das Recht nehmen zu weinen und trauern.Die ganze schlimme Zeit ist doch noch so frisch. Hast du Hilfe in deiner Trauer?( Mußt du nicht beantworten wenn es dir zu persönlich ist), du darfst nicht immer allein zu Hause hocken, du brauchst Gespräche mit jemand der dich versteht. Ich wünsche dir dass du so etwas in deinem Umfeld findest. Gute Nacht und Liebe Grüße Hanne
Beitrag von
birgit47 (39 Beiträge) am Montag, 20.September.2010, 22:19.
Re: Meine Frau hat es nicht geschafft
Hallo Michael, dein Bericht ist sehr ergreifend, ich kann alles ganz gut nachvollziehen. Ich habe den Kampf gegen den Krebs bei beiden Schwiegereltern mitgemacht. Was für mich noch schlimmer ist, ist dass ich bei meinem Mann keine Gelegenheit hatte, mich zu verabschieden. Er ist am 19-06-2010 bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen, unverschuldet.Dabei hatten wir noch so viel vor! Die Traurigkeit zerreißt einen bald. Ich wünsche dir alles Gute. Birgit47
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