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Beitrag von
atodaughte (5 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 15:14.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Mein Vater ist tot. Und zu meiner Mutter sinds 700km. Ich hab in den letzten 6 Jahren immer mind 400km von zu Hause entfernt gewohnt. Wenns hoch kommt sehe ich meine Mutter alle 2 Monate, es koennen auchmal 6Monate sein. Geh dahin wo du nen vernuenftigen Job findest. Ich glaube nicht, dass du auf Dauer mit deinem Vater klar kommen wirst, wenn du nicht deinen Weg gehst. Dein Vater will, dass du bleibst wo du dich nicht wohlfuehlst, aber er selbst will das nicht machen? Ganz schoen egoistisch... Wieso nimmt er den Hund nicht mit?
Dein Beitrag:
Beitrag von
elaelaela (1 Beitrag) am Montag, 18.Januar.2010, 00:04.
Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Liebe Forumsnutzer,
durch den plötzlichen Tod meines Vaters bin ich vor 11 Jahren zur Halbwaise geworden. Ich bin nun Anfang zwanzig und dabei, mich von meinem familiären Nest zu lösen. Nur leider finde ich das sehr schwierig, weil ich mir viele Gedanken darüber mache, was aus meiner Mutter werden wird. Einen Partner hat sie nicht. Ich habe aber Geschwister, von denen zumindest einer noch ein Weilchen Zuhause bleiben wird. Mich hingegen zieht es in die Ferne und langsam nun auch dahin, mit meinem Partner ein eigenes Leben zu beginnen. Es gibt Tage, an denen ich dies sehr selbstbewusst vertreten kann, an anderen sehe ich aber genau, wie sehr meine Mutter darunter leidet bzw. leiden wird. Zwar sagt sie, dass sie weiß, dass ich ein Recht auf mein eigenes Leben habe und sie mir das auf keinen Fall nehem will, auf der anderen Seite will sie mich aber auch gern in ihrer Nähe haben (was ich ihr schon aus beruflichen Gründen nicht garantieren kann). Ich will sie irgendwie nicht allein lassen und auch wenn sie dies nunmal nicht sein wird, so weiß ich doch, dass meine Geschwister ihr emotional nicht dasselbe geben können wie ich. Der Gedanke, wie sie später einmal Tag für Tag allein sein wird, macht mich traurig. Gibt es vielleicht jemanden in einer ähnlichen Situation?
LG
Beitrag von
atodaughte (5 Beiträge) am Montag, 18.Januar.2010, 13:45.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Hallo,
mein Vater ist vor 3,5 Jahren gestorben. Ich habe damals schon studiert, mein Bruder hat ein Jahr später Abi gemacht und ist dann ausgezogen. Er wohnt jetzt ca. 1 h von meiner Mutter entfernt. Ich habe in der ganzen Zeit nie näher als 4,5 h mit dem Zug von meiner Mutter entfernt gewohnt. Für meine Mutter (sie ist hier registriert, sie hat mich gebeten, meine Sicht der Situation zu beschreiben), war es damals bestimmt nicht leicht. Aber sie kam zurecht. Sie musste neue Leute finden. Dieses Forum hat ihr damals (und heute) geholfen. Ich war damals relativ hart: Meinen Studiengang gabs nur da wo ich studiert habe, Studium unterbrechen kam nicht in Frage (ganz abgesehen davon, dass es garantiert extremen Stress gegeben hätte wenn ich auf einmal wieder zu Haus gewohnt hätte). Außerdem war sie wie deine Mutter der Meinung, dass ich mein Leben leben soll. Es gibt immer noch Telefon, email, Skype. Sprich wenn was war, konnte sie sich immer bei mir melden. Das hat ganz gut funktioniert. Denk dran, dass nicht nur deine Mutter mit dem Tod deines Vaters klar kommen muss, sondern auch du. Wenn es dir nicht gut geht, geht es deiner Mutter dadurch auch nicht gut. Seit dem mein Vater Tod ist, war ich 2 mal für ca 4 Monate im Ausland und bin jetzt seit September für noch mind 3,5 Jahre in England. Mir gehts wirklich gut (auch wenn ich natürlich manchmal noch meinen Vater vermisse etc.). Meine Mutter freut sich, dass es mir gut geht, was ihrer Stimmung auch gut tut.
Geh wirklich deinen Weg, aber sag deiner Mutter, dass du für sie da bist. Wenn ihr regelmäßig telefoniert o.ä. wirst du auch übers Telefon merken, wie es ihr geht. Weder meine Mutter, noch mein Bruder (der noch nicht im Ausland war) noch ich haben diesen Weg bereut.
Schreib mir ruhig eine email wenn du willst, hier im Forum werde ich kaum sein.
Ingrid
Ps. meine Mutter heißt Ato(+irgendeine nummer). Du kannst auch ihr gerne ne Nachricht schreiben (sie verfolgt aber auch diesen Thread).
Beitrag von
sabine13 (106 Beiträge) am Mittwoch, 20.Januar.2010, 19:01.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Hallo elaelaela,
ich will dir das ganze mal aus der Sicht einer Mutter erklären, wenn es dich nicht stört. Mein Sohn war vor zwei Jahren und 8 Monaten als mein Mann und sein Vater starb 21 Jahre alt. Ein paar Wochen später wurde er 22. Nun wird er also 25 Jahre alt. Auch er hat das Gefühl ich kann wohl nicht alleine leben und richtete sein Leben nach mir. Doch genau das ist es , was ich nicht möchte, er soll sein Leben leben und nicht meines. Ich kann weiterleben und wünsche ihm von ganzem Herzen das er seinen Weg geht, ganz egal wohin dieser Weg ihn führt. Auch er hat dieses ungeheure Verantwortungsbewußtsein mir gegenüber so wie du gegenüber deiner Mutter, aber glaube mir, wir sind stark genug um damit umgehen zu können, wenn unsere Kinder einen Weg einschlagen, der genau der richtige für sie ist. Es gibt einen Spruch den ich sehr wichtig finde: Kinder gehören einem nicht, man bekommt sie als Geschenk für eine Zeitlang. Doch dann sollte man bereit sein, sie gehen zu lassen. Ich kann dir nur sagen, geh den Weg der dir sinnvoll erscheint. In der heutigen Zeit gibt es immer Mittel und Wege in Verbindung zu bleiben. Du hast dein Leben doch noch vor dir, mach das beste daraus und lebe.... dein Leben. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, das du die für dich richtige Entscheidung triffst.
LG Sabine
Beitrag von
Mackie (6 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 10:05.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Hallo,
genau in dieser Situation stecke ich auch fest, was mir das trauern um meine Mutter noch erschwert.
Meine Mum ist an einer seltenen Bindegewebskrankheit gestorben im September. Mein Vater hat sie zuletzt geplegt und ich habe ca. 500 km von ihnen entfernt gewohnt, bin aber alle 2-3 Wochen zu Besuch gefahren, weil ich mir solche Sorgen gemacht habe.
Nun ist mein Vater arbeitslos, er hat eine neue Stelle gefunden und zwar in Bayern, wir sind aber Thüringer. Das bedeutet er wird kaum zuhause sein. Er möchte gern, dass ich bleie, so ist jemand für das Haus und Hund da. Aber ich fühle mich hier nicht wohl, obwohl es meine Heimat ist. Hier gibt es kaum Arbeit, was ich gemacht habe schon einmal gar nicht. Meine Mutter wollte immer für mich dass ich selbst entscheide, wo ich mal landen will.
Jetzt mache ich mir große Gedanken wie es alles werden soll. Ich möchte meinem Vater helfen aber ich bin jetzt Mitte 20ig und kann doch nicht für Jahre den Haushalt meines Vaters schmeissen? Oder doch? Wie macht man es richtig? Ich kann bald nicht mehr.
Ich habe eine Weiterbildungsmöglichkeit für Österreich, in einem tollen Ski-Gebiet, dass würde mir gut tun. Hier im Elternhaus wird man jede Sekunde mit dem Tod von ihr konfrontiert. Mein Vater meint es drehe sich immer alles nur um mich und er wäre jetzt der blöde... Wenn es so weitergeht und wir uns nicht einigen können, dann werde ich auch noch krank. Ich kann doch nichts dafür, dass das Haus hier ist und er Arbeit in Bayern gefunden hat und nicht im Umkreis. Seit 2006 habe ich nicht mehr im Umkreis gewohnt, bin in Süddeutschland und in der Schweiz gewesen... Ich befürchte meine Mutter ist ganz traurig, wenn sie von oben auf uns hinab schaut. Ich möchte doch auch Frieden und endlich trauern können. Bitte antwortet! Bin verzweifelt...Danke.
Beitrag von
atodaughte (5 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 10:34.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Ich bin gerade eigentlich am Arbeiten, daher nur eine kurze Antwort von mir: Geh Deinen Weg. Wenn Deinem Vater das Haus etc. so wichtig gewesen wäre, hätte er selbst da bleiben können. Er kann sich doch in der Gegend genauso einen Job suchen wie er es von dir will.
Beitrag von
Mackie (6 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 14:40.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Dankfe für deine Worte. Er will hier in der Gegend nicht für 7 Euro die Stunde losgehen müssen, weil das hier so ist und er in einem Alter ist, wo man nicht mehr so schnell Anschluss findet. Ja und ich muss mir jetzt was überlegen, aber mein Kopf ist so voll und ich kann nicht mehr richtig von falsch unterscheiden. Wie weit wohnst du von deinem Vater entfernt? Und wie oft könnt ihr euch sehen? Lg
Beitrag von
atodaughte (5 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 15:14.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Mein Vater ist tot. Und zu meiner Mutter sinds 700km. Ich hab in den letzten 6 Jahren immer mind 400km von zu Hause entfernt gewohnt. Wenns hoch kommt sehe ich meine Mutter alle 2 Monate, es koennen auchmal 6Monate sein. Geh dahin wo du nen vernuenftigen Job findest. Ich glaube nicht, dass du auf Dauer mit deinem Vater klar kommen wirst, wenn du nicht deinen Weg gehst. Dein Vater will, dass du bleibst wo du dich nicht wohlfuehlst, aber er selbst will das nicht machen? Ganz schoen egoistisch... Wieso nimmt er den Hund nicht mit?
Beitrag von
Mackie (6 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 17:02.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Okay, ist ja auch eine ganze Ecke hin! Ich würde am liebsten nach Australien und oder Neuseeland. Habe in Australien eine Ausbildung gemacht und einen Abschluss erworben. Bin wegen meiner Familie aber zurück. Und jetzt ist meine Mutter gestorben, die alles getan hat um mir eine super Zukunft zu sichern. Ich möchte ihr beweisen, dass ich etwas aus meinem Leben machen kann. Aber das kann ich nicht hier. Ob er den Hund mitnehmen kann weiß er noch nicht. Er muss sich erstmal ein Zimmer suchen...und dann weiter sehen. Liebe Grüße
Beitrag von
atodaughte (5 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 10:37.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Ach ja, meine Mutter (die das hier garantiert lesen wird), ist stolz darauf, dass mein Bruder und ich unseren Weg gehen und damit zufrieden sind. Sie kann dir das garantiert auch persönlich bestätigen.
Beitrag von
Anja568 (192 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 18:01.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Hallo ;-)....
nun mal die Sicht einer Mama von 2 Halbwaisen...
Ihr Kinder dürft und müsst EUREN eigenen Weg gehen , die Antwort liegt in deinem Text....der Job in Östereich würde dir gut tun .....du hälst es in dem Haus nicht aus ....zu viele Erinnerungen.... dann ist es doch ganz klar , wohin dich DEIN Weg ganz schnell bringen sollte - nach Östereich und das so schnell wie möglich .... es sollten sich nicht die Seiten tauschen - das du für deinen Vater und seine Angelegenheiten zuständig bist ... für Haus und Hof gibt es Lösungen ( Hof vermieten .Hund in Pflegefamilie..) die aber du nicht suchen und finden must ...lege diese Verantwortung zurück in SEINE Hände, du trägst für dich die Verantwotung und das ist ohne Mama schon ein Paket ,was schwer genug ist .... Ich habe auch 2 Kinder ( 20 + 18 ) würde ihnen aber nicht im Wege stehen, wenn sie glücklich sind das große Abenteuer LEBEN starten, auch wenn man sie sicherlich oft mal vermisst... jeder ist für sich selbst verantwortlich ,auch dafür glücklich zu sein ....also starte durch und lebe und lass dir nichts anderes einreden....dein Papa muß sich andere starke Schultern zum Anlehnen suchen und seinen Teil der Verantwortung selber tragen .... also los gehts in das Abenteuer LEBEN.....
Herzliche Grüße Anja ;-)
Beitrag von
Mackie (6 Beiträge) am Donnerstag, 4.November.2010, 19:47.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Vielen lieben Dank auch für deine Antwort. Ich würde es gern einfach so machen aber dann bekomme ich diese schrecklichen Schuldgefühle. Ich wäre dann 3 Monate komplett für meine Vater da gewesen, habe den ganzen Schriftverkehr erledigt und ihm sogar Arbeit besorgt. Ich glaube, ich kann damit in Frieden leben? Außerdem wäre er ja auch gar nicht so weit von mir entfernt, siehe Bayern/Österreich. Finanziell wird er über die Runden kommen und ich könnte ja alle paar Monate mal Heim. Wir müssen unbedingt mal sprechen, aber ich traue mich noch nicht so recht. Wir haben zwar ein gutes Verhältnis aber mit meiner Mutter habe ich sonst alles besprochen. Sie war immer für mich da, ein richtiger Engel. Schönen Abend euch.
Beitrag von
atodaughte (5 Beiträge) am Freitag, 5.November.2010, 08:30.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Du brauchst keine Schuldgefühle zu haben. Ich glaube du nimmst nicht wahr was du für deinen Vater gemacht hast. Eigentlich sollte er dich stützen und nicht andersrum (zumindest nicht so extrem). Wenn er dich nicht deinen Weg gehen lässt ist das undankbar ohne Ende (du hast ihm geholfen und das reicht ihm nicht, jetzt verlangt er noch mehr? Wo wird das enden? Sollst du dich nur um ihn kümmern? Will er, dass du auf ewig unzufrieden bist weil du dich nicht verwirklichen konntest?) Danke Anja, für deine Sicht als Mutter.
Beitrag von
Mause (448 Beiträge) am Freitag, 5.November.2010, 15:43.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Hallo Mackie,
mein Mann, der Vater unserer beiden erwachsenen Söhne starb vor gut 3 Jahren.
Grundsätzlich stimme ich hier den Anderen , die geantwortet haben zu, du bist nicht für deinen Vater verantwortlich und ich glaube auch nicht, dass dein Vater dauerhaft von dir verlangen wird, dass du dich um Haus, Hund und um ihn kümmerst. Allerdings ist der Tod deiner Mutter ja gerade mal ein paar Wochen her und dein Vater befindet sich noch in einer für ihn auswegslos erscheinenden Situation. Wie sich das in der ersten Zeit anfühlt wissen leider nur die, die es erlebt haben. Ich habe von Anfang an darauf bestanden, dass meine Söhne ihr eigenes Leben weiterleben und ihre Entscheidungen nach ihren Vorstellungen treffen. Das war mir wichtig, ich wollte ihnen nicht zur Last fallen, sie nicht in ihrer Entwicklung behindern, obwohl es zu Anfang verdammt hart war. Was ich an Unterstützung von ihnen in der Zeit bekommen habe, geschah auf freiwilliger Basis, es hat mir aber sehr geholfen. Im Nachhinein sehe ich es so: Je eher ein zurückgebliebener Partner die Verantwortung für sich selbst übernehmen muss, desto eher lernt er allein zu leben. Das kann auch eine Chance sein, sich ein eigenes, neues soziales Netzwerk aufzusbauen. Ein bisschchen Unterstützung dabei kann aber nicht schaden. Redet miteinander. Es findet sich sicher eine Lösung, mit der ihr beide leben könnt. Kontakt kann man auch über viele Kilometer miteinander halten und sich gegenseitig unterstützen.
Alles Gute für euch, und liebe Grüße
Marie
Beitrag von
Mackie (6 Beiträge) am Samstag, 6.November.2010, 10:18.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Danke auch für deine nette Nachricht. Am liebsten würde ich meine Tasche packen und ganz weit weg. Es ist schon sehr erschreckend zu sehen, wie unselbstständig mein Vater ist. Der ganze Schriftverkehr überfordert ihn so. Alles ist über den Namen meiner Mutter gelaufen, sogar sein Auto. Es ist nun erledigt, die Post nimmt deutlich ab. Mir graut es so vor der Zukunft. In 2 Monaten bin ich glaube ich 10 Jahre gealtert. Vielen Dank für euren Zuspruch. Lg und ein schönes Wochenende wünsche ich.
Beitrag von
Fenya (1 Beitrag) am Donnerstag, 18.November.2010, 18:54.
Re: Verantwortungsgefühl gegenüber dem verbliebenen Elternteil
Hallo zusammen,
ich bin neu hier und habe allein durch diesen Thread schon viel Hilfe erhalten. Danke!
Mein Vater ist vor 2 Jahren, als er 62 und ich 25 war, gestorben. Ich war also schon ausgezogen, hatte gerade meinen Uni-Abschluss in der Tasche und habe ein eigenständiges Leben geführt. Plötzlich war dann meine Mutter (damals 58) ganz allein (ich bin Einzelkind). In der Anfangszeit bin ich jedes Wochenende zu ihr gefahren, dann hat die Frequenz abgenommen, unsere Beziehung ist aber nach wie vor sehr eng.
Zur Zeit geht es ihr wieder einmal schlecht - die dunkle Jahreszeit, Vorweihnachtszeit... Sie würde mich gerne öfter sehen, hat sie mir gesagt, und ich habe gleich wieder ein schlechtes Gewissen. Immerhin habe ich sie allein gelassen, so mein Gedanke. Ich sehe sie so alle 4 bis 6 Wochen.
Auf der anderen Seite will sie (und das sagt sie mir auch so), dass ich mein eigenes Leben führen und freut sich auch immer darüber, wenn ich in meinem Job Erfolg habe, eigenständig bin und einfach lebe. Gleichzeitig fühle ich mich verantwortlich für sie und will nicht, dass es ihr schlecht geht. Für mich ist der Gedanke schwer zu ertragen, dass sie vielleicht keinen Spaß mehr hat an dem, was sie macht, sondern sich nur die Zeit vertreibt, um nicht mehr an Papa denken zu müssen. Aber die Antworten der verwitweten Mütter haben mich da doch etwas aufgebaut - ihr könnt auch alleine (im räumlichen Sinne) weitermachen und wollt nicht, dass wir Kinder unser Leben auf euch ausrichten. Es tut gut, so etwas zu lesen. Danke.
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