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Beitrag von
Jasmin2 (163 Beiträge) am Donnerstag, 22.Juli.2010, 11:00.
Re: Wie soll man Leben leben, wenn es sich wie ein Berg anfühlt?
Hallo Silent, habe gerade erst deine Anfrage gesehen. Was du schreibst, kenne ich ziemlich gut von früher. Nach meiner laienhaften Diagnose hört es sich nach einer Depression an, die man auf jeden Fall behandeln sollte und kann. (Ich spreche aus Erfahrung!) Ich vermute, dass du den Tod deines Vaters mit den genannten Begleitumständen nicht verkraftet hast, d.h. du hast vielleicht (unberechtigte) Schuldgefühle in dir vergraben. Wenn du damals noch Kind warst, passiert das schnell und begleitet dich möglicherweise ein Leben lang, wenn du es nicht aufarbeitest. Ich würde dir dringend eine Psychotherapie empfehlen, vielleicht erstmal einen Termin bei einer (oft kostenlosen) psychol. Beratungsstelle oder erkundige dich gleich nach einem kompetenten Therapeuten. Es lohnt sich unbedingt, denn du bist sicher noch jung und solltest dich nicht ein Leben lang mit dem Zustand zufrieden geben. Dir kann ganz sicher geholfen werden. Bei Nachfragen kannst du mir auch ins Postfach schreiben.
Alles Gute für dich, Jasmin
Dein Beitrag:
Beitrag von
Silent (1 Beitrag) am Sonntag, 11.Juli.2010, 18:44.
Wie soll man Leben leben, wenn es sich wie ein Berg anfühlt?
Hallo, Forummitglieder.
Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich wirklich nicht mehr weiter weiß. Vorallem, seit mein Vater, der Krank aufgrund von Alkohol- und Tablettensucht war, Selbstmord beging.
Mein Leben lang versteckte und isolierte ich mich vom Rest der Welt, weil ich mir immer anderst vorkam als andere.
Ich machte oft die Erfahrung, dass ich eine Frage stellte, wo oft Kommentare wie "Du stellst aber komische Fragen." an den Kopf geschmissen bekam.
Die 8.,9.,10. Klasse Realschule verbrachte ich in einem Internat, und schon damals ließ ich es zu, dass ich am Wochenende sehr meiner Familie half, wie bei der Gartenarbeit, wenn anderes anfiel. Wenn ich gerade nicht gebraucht wurde, schaute ich Fern, oder machte Schularbeit. In der Ausbildung hockte ich nach der Arbeit sehr oft sehr lange vor dem Fernseher, und ließ das Leben an mir vorbeiziehen, was die gewerbliche Ausbildung nicht gerade leicht machte. Schon damals in der Ausbildung hatte ich Probleme, einfach zu sein, in einer entsprechenden Geschwindigkeit meine Aufgaben zu machen.
Das Fachabitur nachzumachen war dann mehr Qual als Freude. Nach der Ausbildung wurde ich ans Fließband gestellt. Im ersten Versuch fiel ich mit 4x 5 durch, im zweiten Versuch hatte ich einen Durchschnitt von 3,1. Und dann wollte ich das allgemeine Abitur noch nachmachen. Summa sumarum verlor ich allein aufgrund meiner Bestrebung, Fachhochschulreife zu erlangen, 2 Jahre meines Lebens. Und heute, in meinem Praktikum, bin ich wieder Stubenhocker und hocke rum, schaue ohne etwas zu denken, aus dem Fenster, las zwar hier und da Bücher, aber ohne meinen Verstand zu benutzen.
Ohne Verstand zu leben, ist eine ständige Begleiterscheinung von mir. Angst zu haben, eine falsche Entscheidung zu machen; Verunsicherung; genau so sein zu wollen, wie ein anderer es haben will, ohne meinen Verstand zu benutzen; ... das alles trieb mich in einen Zustand, der sich für mich als zu schwer anfühlt.
Habe deswegen auch Flucht- und Isolierungsverhalten. Auch mich selbst zu betäuben durch Internetsurfen, youtube.de sehen, Opferrolle ist etwas, was ich an den Tag, vorallem am Wochenende, wenn ich alleine bin, lege.
Ich wüsste z. B. nicht, wo ich was wie zu machen hätte, um ein Handy oder Autozu kaufen, eine Haftpflichtversicherung für ein Auto abzuschließen, eine Lohnsteuerkarte zu beantragen, ....
Einfach gesagt, ich bin unfähig geworden, mein Leben in einem gesunden Maß zu leben.
Anstatt zu sagen, "Ich schnappe mir ein gutes Buch, um zu lesen.", "Ich eigne mir Wissen über Computer an.", lebe ich mein Leben in der gleichen schlechten Weise weiter.
Habe echt Angst vor dem Morgen.
Würde gern wissen, welche Erfahrungen Ihr habt?
Beste Grüße
Beitrag von
Jasmin2 (163 Beiträge) am Donnerstag, 22.Juli.2010, 11:00.
Re: Wie soll man Leben leben, wenn es sich wie ein Berg anfühlt?
Hallo Silent, habe gerade erst deine Anfrage gesehen. Was du schreibst, kenne ich ziemlich gut von früher. Nach meiner laienhaften Diagnose hört es sich nach einer Depression an, die man auf jeden Fall behandeln sollte und kann. (Ich spreche aus Erfahrung!) Ich vermute, dass du den Tod deines Vaters mit den genannten Begleitumständen nicht verkraftet hast, d.h. du hast vielleicht (unberechtigte) Schuldgefühle in dir vergraben. Wenn du damals noch Kind warst, passiert das schnell und begleitet dich möglicherweise ein Leben lang, wenn du es nicht aufarbeitest. Ich würde dir dringend eine Psychotherapie empfehlen, vielleicht erstmal einen Termin bei einer (oft kostenlosen) psychol. Beratungsstelle oder erkundige dich gleich nach einem kompetenten Therapeuten. Es lohnt sich unbedingt, denn du bist sicher noch jung und solltest dich nicht ein Leben lang mit dem Zustand zufrieden geben. Dir kann ganz sicher geholfen werden. Bei Nachfragen kannst du mir auch ins Postfach schreiben.
Alles Gute für dich, Jasmin
Beitrag von
suflet (13 Beiträge) am Montag, 18.Oktober.2010, 20:56.
Vergessen
Hallo zusammen,
hatten vor kurzem Taufe wo seit dem Tod meiner Mama die Familie mal wieder zusammen gekommen ist. Da wurde mir so richtig deutlich, wie schnell ein Mensch vergessen wird. Mich macht es so traurig und wütend zugleich, dass man erwartet so zu tun als wär alles in bester Ordnung, wie ein gebrochener Arm, der wieder heile ist. Der Verlust und der damit verbundene Schmerz, die Wut und die Trauer werden wohl nie ganz verschwinden. Ich vermisse meine Mama jeden einzelnen Tag und wünschte Sie könnte hier bei meinen Kindern sein, Sie konnte es gar nicht erwarten die Kleine zu sehen und dann...war alles vorbei bevor die Kleine da war. Obwohl die Mäuse mir viel geben, habe ich das Gefühl schnell durch dieses Leben gehen zu müssen, um bei Mama anzukommen. Ich will kein Leben ohne Mama und doch geht es nicht anders, ich könnte verzweifeln. Selbst mein Mann ist von der Trauer genervt, er sagt zwar immer nein, doch antworten tut er mir auch nicht, wenn ich über Mama rede, da wird nur geschwiegen.
Liebe Grüße
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