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Beitrag von
Etelka (11 Beiträge) am Freitag, 7.August.2009, 09:36.
Re: Trauer - Ein Gefühl meldet sich zu Wort
Danke :-) sehr treffend beschrieben
Dein Beitrag:
Beitrag von
Chrissi80 (253 Beiträge) am Dienstag, 4.August.2009, 20:49.
Trauer - Ein Gefühl meldet sich zu Wort
Diesen Text habe ich in der Kur bekommen und möchte ihn Euch gerne hier reinstellen, weil er mich zum Nachdenken gebracht hat:
Ich bin die Trauer, ich bin kurz und heftig, ich kann aber auch nachtragend sein und jahrelang, manchmal ein Leben lang, einen Menschen erfüllen. Als "Bedauern" komme ich flüchtig, ja beiläufig daher oder ich ergreife die Macht über einen Menschen, so daß ich jeden GEdanken und jede Bewegung bestimmt. Meistens pendele ich irgendwo dazwischen.Ohne mich wären Beziehungen zu Menschen, Gegenständen oder anderem Wichtigem nur so lange etwas wert, wie sie andauerten. Ohne mich würde nichts und niemand bleiben. Ja, das verwundert Sie und kommt Ihnen widersprüchlich vor, aber so ist es: Ich bin das GEfühl, das zum Loslassen gehört, und, weil es mich gibt, sortieren die Menschen beim trauernden Loslassen, was verloren geht und was bleibt - als bereichernde Erfahrung, als Erinnerung, als Begleitung in die Zukunft. Wenn es mich nicht gäbe, wäre jede Erfahrung "ex und hopp". Wer mich nicht leben kann, kann nicht reicher werden.Ja, ich schmerze. Und ich sorge, wenn ich angenommen werde, wie ich bin, dafür, daß der Schmerz aufhört oder wenigstens erträglich wird. Die Tränen, die ich hervorrufe, schmelzen den Schmerz. Wer versucht, mich fernzuhalten, oder wer mich nicht wahrhaben will oder mich bremst und nicht zeigt, der bleibt im Schmerz stecken. Den bestrafe ich. Dann werde ich zu einem Dauerleiden, zu Starre, zu einer betäurbenden Melancholie oder, wenn es gar zu schlimm wird, zum GEfühl der Gefühllosigkeit. Das will ich nicht und deswegen bitte ich darum, mich zu achten und mir Raum zu geben.Angst, nein, Angst macht mir eigentlich niemand. Ich bin selbstbewusst genug, um zu wissen, dass kein Mensch mir endgültig ans Leben gehen kann. Angst vor mir müssen allerdings manche haben: die Coolen, die "Indianer-kennen-keinen-Schmerz" oder Jungen-weinen-nicht" oder "Ich-bin-keine-Heulsuse"-Typen. Ich sorge dafür, daß sie mich nicht loswerden, daß ich mich in ihnen einniste und in ihnen bohre und rumore. Oft verwandle ich mich in andere Gefühle (natürlich in fiese) oder in körperliche Schmerzen. Von mir überzeugen möchte ich gerne die Leute, die zwar trauern, aber die Trauer nicht zeigen. Diese einsamen Trauernden haben zwar oft Angst, daß ich unendlich werde, wenn sie sich zu viel und zu öffentlich mit mir zeigen. Das ist natürlich ein gewalitger Irrtum: Je mehr ich mit anderen Menschen geteilt werde, desto eher verschwinde ich oder besser: ziehe ich mich zurück und mache den Platz frei für Trost oder Erleichterung. Das mache ich gerne. Warum nur fällt es manchen Menschen so schwer einzusehen, daß ich gerade dann, wenn ich nicht gezeigt werde, sondern im Verborgenen bleiben muss, mich dauerhaft einrichte. Ich mache es mir bequem und mein Gaststatus wandelt sich in lebenslanges Bleiberecht.
Beitrag von
Etelka (11 Beiträge) am Freitag, 7.August.2009, 09:36.
Re: Trauer - Ein Gefühl meldet sich zu Wort
Danke :-) sehr treffend beschrieben
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