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Beitrag von kora3000 (59 Beiträge) am Mittwoch, 31.März.2010, 19:27.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    hallo aflak, meine tochter ist 10 jahre alt und mein mann verunglückte im februar 2008.
    ich dachte so manches mal, das sie es gut wegsteckt. sie will auch nicht so gern zum friedhof, gerade mal am geburtstag. ich zwinge sie aber auch nicht dazu. sie weiß, das ich jeder zeit mit ihr hinfahre.
    im zweiten jahr ging es los, das sie immer traurige filme sehen wollte, wo jemand starb, hat dann rotz und wasser geweint. zu hause erzählen wir ganz normal von meinem mann, wann immer jemand reden will. in der schule stieß sie damit auf ablehnung, also zog sie sich zurück, bzw, spielte sie die coole.
    das ganze letzte jahr war sie immer wieder oft krank, kopf und bauchweh.
    das ging dann soweit, das sie im november mit akuter magenschleimhautentzündung ins krankenhaus kam.
    wir sind von anfang an regelmäßig bei unserer kinderärztin zum gespräch. psychologisch sieht sie allerdings keinen handlungsbedarf. aber auch ich habe angst, das irgendwas bleibt.
    liebe grüße kora

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Beitrag von aflak (3 Beiträge) am Mittwoch, 31.März.2010, 18:19.

  Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    Hallo,

    ich bin seit Februar verwitwet und habe eine 11-jährige Tochter. Sie reagiert äußerlich wenig auf den Tod ihres Vaters. Lebt ihren Alltag so gut es geht weiter, und versucht so wenig wie möglich aufzufallen. Sie ist oft außer Haus, wahrscheinlich um nicht mit meiner Traurigkeit konfrontiert zu sein. Sie möchte sich nicht mit dem Tod ihres Vaters beschäftigen, will nicht auf den Friedhof oder über ihn,seinen Tod und Trauer sprechen. Sie ist bestimmt in Trauer, manchmal guckt sie sehr traurig und sie braucht vor allem abends meine Nähe. Sie hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Vater. Er hat sich auch viel um sie gekümmert. Ich gönne ihr den guten Kontakt zu ihren Freundinnen und die Ablenkung. Ich mache mir aber Sorgen, ob nicht irgendwann das 'dicke Ende' nachkommt. Hat jemand von Euch Erfahrung mit ähnlicher Reaktion bei den Kindern und kann mir weiterhelfen bzw. von den eigenen Erfahrungen berichten ?

Beitrag von kora3000 (59 Beiträge) am Mittwoch, 31.März.2010, 19:27.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    hallo aflak, meine tochter ist 10 jahre alt und mein mann verunglückte im februar 2008.
    ich dachte so manches mal, das sie es gut wegsteckt. sie will auch nicht so gern zum friedhof, gerade mal am geburtstag. ich zwinge sie aber auch nicht dazu. sie weiß, das ich jeder zeit mit ihr hinfahre.
    im zweiten jahr ging es los, das sie immer traurige filme sehen wollte, wo jemand starb, hat dann rotz und wasser geweint. zu hause erzählen wir ganz normal von meinem mann, wann immer jemand reden will. in der schule stieß sie damit auf ablehnung, also zog sie sich zurück, bzw, spielte sie die coole.
    das ganze letzte jahr war sie immer wieder oft krank, kopf und bauchweh.
    das ging dann soweit, das sie im november mit akuter magenschleimhautentzündung ins krankenhaus kam.
    wir sind von anfang an regelmäßig bei unserer kinderärztin zum gespräch. psychologisch sieht sie allerdings keinen handlungsbedarf. aber auch ich habe angst, das irgendwas bleibt.
    liebe grüße kora

Beitrag von freund95 (279 Beiträge) am Freitag, 2.April.2010, 07:49.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    Hallo aflak,

    meine große Tochter war 12 Jahre als mein Mann starb. Die beiden hatten ein sehr besonderes inniges Verhältnis zueinander,so daß für sie nicht nur der Vater sondern auch der gute Freund auf einmal tot war.
    Sie trauerte für mich eigentlich auch "nur" 1 Woche und lebte ihr Leben gleich weiter. Sie ging sofort weiter zur Schule, traf sich mit ihren Freunden, erzählte keinen das er tot war u.s.w. Sie ging nur das erste Vierteljahr zum Friedhof, dann nicht mehr. Bei Gesprächen die ich mit anderen über Tod und Trauer führte, hörte sie mal zu und mal ging sie. Ich habe viele (Psychologe, Kinderärztin, Schulsozialpädagogin, Trauerbegleiter, Lehrer)gefragt, was ist mit meinen Kind, gibt es nicht mal einen Knall? Alle meinten ich müsse mir wohl keine Sorgen machen , sie verrbeitet das gut. Leichter gesagt, als getan.
    Ihre Trauer verarbeitet sie, indem sie sich mit 3 sehr guten Freunden austauschen kann, die eine auch Halbweise, ihr guter Freund Vollweise und die dritte hat ihre liebe Oma verloren. Weiterhin, meinte sie mal, sie dankt nicht soviel über den Tod nach, dann tut es auch nicht so weh. Aus diesem Grund geht sie auch nicht mehr zum Friedhof, damit es nicht weh tut. Ich laß sie, auch zu den Feiertagen wie Totensonntag und Volkstrauertag. Sie soll ihren Vater zu besuchen, wie sie es möchte, "ehrlich".

    Trotzdem die Angst vor dem Knall hatte ich und habe sie davon überzeugt mal zur Kinderpsychologin zu gehen und uns eine Chanche zu geben. Sie ging 2,5 mal hin mit dem Ergebnis, daß sie z.Zt, keine Betreuung braucht, aber jetzt die Psychologin kennt und weiß, daß sie immer dort anrufen kann, wenn doch mal alles hoch kommt. Jetzt habe ich das Gefühl, was getan zu haben, ihr die Möglichkeit gegeben zu haben, ihre Trauer mal rauszulassen.

    Wünsche Euch, daß ihr es auch schafft, den Weg aus der Trauer.

    liebe Grüße

    *** editiert von freund95 am Freitag, 02.04.2010, 07:51 ***

Beitrag von viri (5 Beiträge) am Donnerstag, 6.Mai.2010, 12:35.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    Obwohl es für den hinterbliebenen Elternteil oft nicht leicht ist, verarbeiten Kinder ihre Trauer auch gerne "außerhalb" und mit Außenstehenden. Also mit Freundinnen oder Psychologen oder entfernteren Verwandten ... da können sie neutraler sprechen denn die Mama oder der Papa erinnert sie bei jedem Blick an den Verstorbenen.

    JEder geht mit Trauer ganz individuell um.

Beitrag von tini68 (78 Beiträge) am Samstag, 8.Mai.2010, 05:53.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    hallo viri!
    woher weißt du das? deinem profil entnehme ich, dass du noch sehr jung bist und selbst keine kinder hast. oder sprichst du aus eigener erfahrung und hast auch bereits einen elternteil verloren?
    jedes kind ist anders, "gerne" verarbeitet aber wohl kein kind seine trauer....aber ich kann auch nur für meine beiden töchter sprechen, die unterschiedlicher nicht umgehen könnten mit ihrer trauer um den geliebten papi.
    allgemeine floskeln bringen niemandem etwas, die kann man auch in "schlauen büchern" nachlesen.
    nix für ungut,
    martina

Beitrag von Rojan61 (125 Beiträge) am Samstag, 8.Mai.2010, 08:24.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    Um mich zu schützen, haben meine Kinder tatsächlich nicht mit mir über ihre Trauer gesprochen. Sie sprachen mit anderen darüber.
    Was sollte ich machen? Das war und ist eben so. Da brauche ich auch keine "schlauen Bücher" lesen. Leider muss ich @viri recht geben auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte, aber zu etwas zwingen kann ich unsere Kinder leider nicht.

    Meine verstorbene Frau war meine Ehefrau, aber für die Kinder war sie die Mutter und meine eigene Mutter lebt immer noch. Wie sollte ich sie denn dann verstehen? Ich habe mit vier oder acht Jahren keinen Elternteil verloren. Ich kann nur ahnen was in ihnen vorgeht, aber so richtig verstehen kann ich sie heute noch nicht. In ihrer Trauer möchte ich ihnen nicht im Weg stehen auch wenn sie nicht mit mir zusammen trauern oder es einfach nicht möchten.

Beitrag von tini68 (78 Beiträge) am Samstag, 8.Mai.2010, 08:42.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    hallo rojan,
    ich nehme an, du hast meinen beitrag missverstanden. ich wollte damit nicht sagen, dass ich um jeden preis mit meinen kindern über ihre trauer sprechen möchte und dass kinder nicht "außerhalb" trauern sollten.
    ich kann nur nichts mit allgemein-floskeln wie in viris beiträgen anfangen.
    dass deine kinder jemanden gefunden haben, mit dem sie trauern "dürfen" und diese trauer sogar in worte fassen können, finde ich wunderbar.
    lg martina

Beitrag von Rojan61 (125 Beiträge) am Samstag, 8.Mai.2010, 09:27.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    Hallo Martina,

    ich weiß nicht mal, ob sie jemanden gefunden haben. Sie erzählen es mir einfach nicht. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich sie in Ruhe lasse, dass sie mir dann irgendetwas erzählen, falls sie "Bock" drauf haben. (Entschuldigung, "Bock" ist nicht mein Jargon, wollte nur in "Jugendlich" das andeuten.)

    Das klingt jetzt wieder "Saublöd", aber je mehr ich sie machen lasse, desto mehr offenbaren sie sich mir Gegenüber und trotzdem weiß ich nicht mit wem sie jemals darüber gesprochen haben.

    Betonen möchte ich aber, dass sie schon mehrmals Veranstaltungen von verwitwet.de besucht haben und dass dieses ihnen sehr gut bekommen ist mit anderen Voll-oder Halbwaisen zusammen zu sein. Wie gesagt und angedeutet, sie verstehen sich mit Menschen die fast das Selbe durchgemacht haben, nämlich einen Elternteil verloren. Vollwaisen sind ihnen wiederum eine andere Kategorie, weil sie ja noch mich haben und mich manchmal "Mapa" nennen, ich weiß nicht ob ich mich darüber freuen soll, oder nicht.

    Mit herzlichen Grüßen
    Rojan

    *** editiert von Rojan61 am Samstag, 08.05.2010, 09:30 ***

Beitrag von AndreaG (82 Beiträge) am Sonntag, 9.Mai.2010, 14:44.

  Re: Reaktion von Kindern auf Tod eines Elternteils

    Hallo alle miteinander!

    Mein großer Sohn war 9 Jahre alt als mein Mann gestorben ist (der Kleine ist erst 7 Monate nach dem Tod meines Mannes geboren). Vielleicht lag es auch daran, dass ich zu dem Zeitpunkt schwanger war, jedenfalls hat er sofort die Beschützerrolle in unserer Familie versucht zu übernehmen. Geweint hat er nur dreimal. Direkt nachdem mein Mann gestorben ist und er vorher noch zu ihm gesagt hat "Tschüß Papa, ich hab dich ganz doll lieb!", am Tag der Beerdigung und als er dazukam, als ich die Überweisung für die Rechnung vom Krankenhaus fertig gemacht habe. Er ist gekommen, hat gesehen was ich mache, einen furchtbaren Wutanfall bekommen, gemeint, warum wir einen Anteil an das Krankenhaus zahlen müssen, sie haben Papa doch schließlich nicht geholfen, und dann hat er bitterlich geweint.

    Ich war regelrecht erleichtert, weil er endlich mal etwas rausgelassen hat und ich dachte "Gott sei Dank, das Ventil ist endlich geplatzt".

    Ich habe viele Fehler gemacht. Ich habe versucht, meine Art zu trauern auf ihn zu übertragen. Ich habe versucht, ständig mit ihm zu reden. Ich merkte, immer wenn er kurz davor war zu weinen, dann blockte er völlig ab, ist wütend geworden, wollte kein Wort mehr hören.

    Ich habe ihn zu einer Psychologin geschleppt, die Trauerbegleitung macht, weil ich gehofft habe, dass er dort redet und endlich seine Trauer zeigt. Er ist gern zu ihr gegangen, aber ob es ihm in seiner Trauer geholfen hat weiß ich nicht. Ich hatte einfach Angst, dass er mir ansonsten irgendwann zusammenbricht.

    Geändert hat sich alles, als ich endlich begriffen habe, dass ich ihn einfach in Ruhe lassen und kommen lassen muss. Außerdem hat er sich hier auf der Seite registriert und eine eigene Homepage eingerichtet und das gab dann noch einmal eine deutliche Veränderung.

    Er fing von ganz allein plötzlich an, Dinge über Papa zu erzählen, hat Witze gemacht, was Papa jetzt machen oder sagen würde usw..

    Ich kann mich noch gut erinnern, dass er dann irgendwann einmal etwas gemacht hat, was mein Mann immer gemacht hat und wo ich immer wahnsinnig drüber gelacht habe. Er machte es und sagte "Schade, bei mir scheint es nicht so zu funktionieren, wenn Papa das gemacht hat, dann hast du dich geschüttelt vor lachen." Genau in dem Moment habe ich angefangen zu lachen und zu weinen gleichzeitig und er war völlig geschockt deshalb, sagte, dass es ihm leid tut, dass er nicht wollte, dass ich weine. Wir haben dann ganz toll geredet. Ich habe ihm gesagt, wie toll ich das fand, dass er das gemacht hat und das es nicht schlimm ist, dass ich geweint habe. Ich habe ihm gesagt, wie toll ich das finde, dass er sich daran erinnert hat und das er keine Angst haben muss, über ihn zu reden oder auch seinen Schmerz zu zeigen. Er hat mir gesagt, dass er immer Angst hat, dass ich dann noch trauriger sein könnte.

    Ich weiß, dass er auch nach über drei Jahren immer noch verwirrt ist, wenn bei mir mal völlig aus dem heiteren Himmel Tränen kommen. Ich muss dann immer noch sagen, dass es nicht schlimm ist und ich denke, er weiß das auch mittlerweile, denn er zeigt auch desöfteren mehr von seinen Gefühlen.

    Ich denke, es gibt kein Patentrezept. Wir müssen nur aufpassen und unsere Kinder im Blick behalten. Wir sollten Ihnen Wege anbieten und Wege ausprobieren lassen, zeigen, wie man Trauerarbeit leisten kann (klingt gerade furchtbar für mich...), aber sie eben nicht unseren Weg gehen lassen.

    Ich wünsche Euch alles Gute,

    Andrea


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  Re: Kurantrag abgelehnt!   Ursel60 11.8.10, 13:00
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