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| Forum - Familie & Co. |
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Die gesamte Familienkonstellation ist nach dem Tod unseres Partners durcheinander geraten. Daher geht es in diesem Forum um die Familie. Hast du Probleme mit den Schwiegereltern, Fragen zur Kindererziehung oder was sonst noch mit der Familie und dem Umfeld zu tun hat, dann bist du hier richtig.
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Beitrag von
stern69 (14 Beiträge) am Freitag, 18.März.2011, 13:14.
Re: Wer weiß Rat!
Hallo patomi,
bei mir ist die Situation ähnlich. Mein Mann starb letztes Jahr. Mein Sohn war damals fast 11. Er fand ihn tod im Bett. Ich weiß dass er ein Trauma erlitten hat aber viele sagten abwarten.. Mittlerweile ist es sehr anstrengend mit ihm. Er benimmt sich sehr auffällig. Stört gern egal wo er ist. Wahrscheinlich ein Weg von ihm zu zeigen es geht ihm schlecht. Er hat auch alles abgelehnt mit jemanden zu reden. Seit ein paar Wochen geht er nun ein eien Trauergruppe speziell für Jungs. Er redet nicht mit mir über die Trauergruppe. Ich merke nur das ihm wahnsinnig gut tut. In München gibt es doch Lacrima. Probiers doch mal dort ich bin aus der Nähe von München...Es gibt auch ein gutes Buch "Auf der Suche nach der Regenbogenträne" von Jorgos Canacakis. LG stern69
Dein Beitrag:
Hallo !
Ich bin seit Nov 2008 verwitwet und habe drei Söhne. Der jüngste ist 10 Jahre alt und bereitet mir im Moment ziemlich Sorgen. Er hat nach dem Unfalltod seines Vaters, als einziger erst einmal alles sehr gelassen hingenommen, er wollte z.B. unbedingt am Tag der Beerdigung zum Sport . Er hat große Verlustängste mir gegenüber, was sich in letzter Zeit durch häufige Wutanfälle und manchmal nicht altersgerechtes Verhalten zeigt. Er möchte mit niemandem über Tod sprechen, geht z.B. auch nicht mit auf den Friedhof. Hat er das Gefühl, das Gespräch geht in die Richtung, geht er entweder oder er versucht das Thema zu wechseln und wird dann vom Verhalten anstrengend. Dies reguliert sich dann wieder. Meinen Vorschlag mit jemandem außerhalb der Familie zu sprechen, lehnt er ab.Wer hat Erfahrung mit einer Kindertrauergruppe in München? Kann jemand Literatur empfehlen ?
Herzliche Grüße aus München
patomi
Beitrag von
Oliver (2256 Beiträge) am Freitag, 23.April.2010, 09:22.
Re: Wer weiß Rat!
Hallo patomi,
vielleicht solltest du deinen Sohn bei diesem Thema auch erst einmal in Ruhe lassen und ihn nicht aktiv darauf hin ansprechen.
Wie Erwachsene auch, trauert jedes Kind anders. Dabei ist sicher auch wichtig zu betrachten, wie die Beziehung zu seinem Vater vorher war bzw. welche Rolle er in eurem Familiengefüge vor dem Tod deines Mannes inne hatte. War sein Verhalten vorher immer altersgerecht? Hatte er als Jüngster immer besonders viel Aufmerksamkeit oder ist er immer "mitgelaufen" und die Aufmerksamkeit lag mehr bei den älteren Geschwistern? Vielleicht möchte er auch nicht mit dir darüber sprechen, weil er Angst hat, dich leiden zu sehen.
Bücher kann ich dir jetzt direkt nicht nennen. Aber Filme können auch ein wenig dabei helfen, um in ein Gespräch zu diesem Thema zu kommen. Mir fällt da z.B. "Wer früher stirbt ist länger Tod" ein: http://www.wer-frueher-stirbt-ist-laenger-tot.de/ http://de.wikipedia.org/wiki/Wer_fr%C3%BCher_stirbt_ist_l%C3%A4nger_tot
Ein anderer guter und unverfänglicher Einstieg, um Kontakt zu anderen Kindern mit Elternverlust zu bekommen und darüber vielleicht offener für dieses Thema zu werden, sind unsere Teen-Wochenenden. Das nächste findet vom 13. bis 16. Mai in Ratingen statt. http://verwitwet.de/baseportal/termine/ausgabe&cmd=all&detailId=536 Dort gibt es keine "Trauer-Gesprächsrunde" sondern in erster Linie nur Spaß miteinander und Gemeinschaftsgefühl. In dieser Gemeinschaft kommt es eigentlich auch immer zum offenen Austausch unter den Jugendlichen über ihre Ängste und Trauer.
Grüße Oliver ;-)
Beitrag von
PeterT (30 Beiträge) am Freitag, 23.April.2010, 21:44.
Re: Wer weiß Rat!
Hallo Patomi
In der Ortsgruppe München-Freising gibt es Teilnehmer, die Erfahrung mit Kindertrauergruppen haben. Z.B. Brigitte aus dem Stadtteil Moosach hat ihren damals 11-jährigen Sohn zu "lacrima" (http://www.lacrima-muenchen.de) gebracht - so viel ich weiß, fand er die Kindertrauergruppe anfangs ganz gut, hat ihn dann aber bald gelangweilt. Bei Bettina aus Allershausen war die jetzt 14-jährige Tochter in einer Trauergruppe - was ich da mit bekommen habe, war es für sie ziemlich anstrengend und wollte bald wieder aufhören damit. Die beiden sind bestimmt nächsten Mittwoch Abend (28.04.) wieder in der Gruppe und könnten dir da mehr darüber erzählen. Die kennen auch einige Bücher zu diesem Thema.
Meine Erfahrung, auch durch meine Söhne, sagt mir, dass die Kinder oft selbst viel besser wissen, was ihnen gut tut und sie ihren eigenen Weg finden, mit ihrer Trauer umzugehen. Mein jüngerer Sohn hatte es strikt abgelehnt, mit "Fremden" über seine Befindlichkeiten zu sprechen. Zuerst hat er verdrängt (was ich fürs erste als gesunde Reaktion einstufe, das was einen belastet erst mal beiseite zu schieben), später hat er selbst einen Weg gefunden, nähmlich sich über seine Wut auf die tötende Krankheit seiner Mutter abzureagieren. Es passiert auch sehr viel nonverbal.
Möchte dich also einladen, bei uns vorbei zu schauen:
http://www.verwitwet.de/baseportal/ev/gruppen&TitelId=113 http://verwitwet.de/baseportal/termine/ausgabe&cmd=all&detailId=381
Das nächste Treffen ist am 28.04. ab 19:30 Uhr
Herzliche Grüße Peter
Beitrag von
springrain (29 Beiträge) am Montag, 26.April.2010, 15:21.
Re: Wer weiß Rat!
Liebe Patomi,
meine Kinder haben 2005 ihren Vater verloren. Sie waren damals 8 und 10 Jahre alt.
Sie haben sich sehr bald danach gewünscht gleichbetroffene Kinder kennenzulernen.
Sie waren dann 2 Jahre lang bei Lacrima München und haben die Stunden dort besucht. Die Begegnung mit Kindern in ähnlicher Situation hat ihnen gut getan. Aber auch ich als Mutter ( die Eltern sitzen während der Treffen der Kinder in einem gesonderten Raum zusammen) konnte segensreiche Kontakte knüpfen. Die Mitarbeiter dort gehen ganz entspannt mit den Kinder um, und das fanden meine Töchter wichtig. Sie hat es immer genervt in einer Sonderrolle zu sein, bzw. als "armes Halbwaisenkind" gesehen zu werden. Dort ist es "normal" jemanden verloren zu haben.
Mittlerweile hat Lacrima ein erweitertes Angebot. Schau mal auf die homepage! Ich glaube es ist www.lacrimamuenchen.de
Du kannst dort auch die Telefonnummer des Leiters, Diakon Tobias Rilling erfahren. Er berät dich auch am Telefon und kann dir vielleicht schon erste Entlastung in der Sorge um Deinen Sohn geben.
Mir persönlich gab die Begleitung der Menschen dort Sicherheit.
Ich wünsche Euch alles Liebe!
springrain
Beitrag von
stern69 (14 Beiträge) am Freitag, 18.März.2011, 13:14.
Re: Wer weiß Rat!
Hallo patomi,
bei mir ist die Situation ähnlich. Mein Mann starb letztes Jahr. Mein Sohn war damals fast 11. Er fand ihn tod im Bett. Ich weiß dass er ein Trauma erlitten hat aber viele sagten abwarten.. Mittlerweile ist es sehr anstrengend mit ihm. Er benimmt sich sehr auffällig. Stört gern egal wo er ist. Wahrscheinlich ein Weg von ihm zu zeigen es geht ihm schlecht. Er hat auch alles abgelehnt mit jemanden zu reden. Seit ein paar Wochen geht er nun ein eien Trauergruppe speziell für Jungs. Er redet nicht mit mir über die Trauergruppe. Ich merke nur das ihm wahnsinnig gut tut. In München gibt es doch Lacrima. Probiers doch mal dort ich bin aus der Nähe von München...Es gibt auch ein gutes Buch "Auf der Suche nach der Regenbogenträne" von Jorgos Canacakis. LG stern69
Beitrag von
Tinky70 (10 Beiträge) am Samstag, 14.April.2012, 13:21.
Re: Wer weiß Rat!
Hallo Ihr Lieben.
Mein Mann ist vor 4 Jahren gestorben.Damals wurden wir sofort von einer Trauergruppe betreut...und das ist voll in die Hose gegangen. Die Kinder haben sich geweigert zu sprechen.Meine Kleine ( heute 8 ) hat in ihrem Zimmer gesessen,mit Papa Kaffee getrunken und ihm ihre Sorgen und Nöte erzählt.Das war richtig heftig.Meine Große ( jetzt 14) fängt jetzt erst langsam an zu sprechen und ist bereit jetzt eine Familientherapeutin aufzusuchen,um die Trauer zu verarbeiten.Damit will ich sagen,laßt den Kindern bitte Zeit.Sie müssen sich auch erst an die Situation gewöhnen und es erstmal für sich sortieren...und es gibt keinen Grund die Kid's zum Arzt oder Therapeuten zu schleifen. LG Tinky.
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