 |
 |
| Forum - Familie & Co. |
 |
Die gesamte Familienkonstellation ist nach dem Tod unseres Partners durcheinander geraten. Daher geht es in diesem Forum um die Familie. Hast du Probleme mit den Schwiegereltern, Fragen zur Kindererziehung oder was sonst noch mit der Familie und dem Umfeld zu tun hat, dann bist du hier richtig.
|
Beitrag von
luar (15 Beiträge) am Samstag, 24.April.2010, 08:32.
Trauer bei kleineren Kindern (gerade sieben)
Hallo, unser Papa ist sieben Tage vor Moritz siebtem Geburtstag gestorben. Er war lange krank, die letzten 5 Wochen waren wir im Hospiz. Ich weiß nicht, was in ihm vorgeht und er redet auch nicht mehr darüber. Mit Sicherheit deshalb, weil ich selbst total üerfordert bin und mich mehr schlecht als recht um ihn kümmern kann. Jetzt fehlt ihm nicht nur sein Vater, sondern auch noch (und das genau genommen seit Anfang Dezember) seine Mutter. Familie haben wir außer meiner Mutti, die weit weg wohnt, keine. Ich bemühe mich, wie ich kann, habe aber kaum Geduld mit ihm. Manchmal kann ich nicht mal einkaufen gehen. Heute gehen wir das erste Mal ins Trauerland (für Kinder). Ich hoffe, daß es ihm dort gefällt. Am 04.06. fahren wir zur Kur bis 17.07., danach hat er Kinderfreizeit an der Ostsee bis 31.07., das ist ja ein Anfang. Aber was mach ich bis dahin? Bin hier kurz vorm durchdr... Ich habe mir Hilfe gesucht und trotzdem... LG Franziska
Dein Beitrag:
Beitrag von
luar (15 Beiträge) am Samstag, 24.April.2010, 08:32.
Trauer bei kleineren Kindern (gerade sieben)
Hallo, unser Papa ist sieben Tage vor Moritz siebtem Geburtstag gestorben. Er war lange krank, die letzten 5 Wochen waren wir im Hospiz. Ich weiß nicht, was in ihm vorgeht und er redet auch nicht mehr darüber. Mit Sicherheit deshalb, weil ich selbst total üerfordert bin und mich mehr schlecht als recht um ihn kümmern kann. Jetzt fehlt ihm nicht nur sein Vater, sondern auch noch (und das genau genommen seit Anfang Dezember) seine Mutter. Familie haben wir außer meiner Mutti, die weit weg wohnt, keine. Ich bemühe mich, wie ich kann, habe aber kaum Geduld mit ihm. Manchmal kann ich nicht mal einkaufen gehen. Heute gehen wir das erste Mal ins Trauerland (für Kinder). Ich hoffe, daß es ihm dort gefällt. Am 04.06. fahren wir zur Kur bis 17.07., danach hat er Kinderfreizeit an der Ostsee bis 31.07., das ist ja ein Anfang. Aber was mach ich bis dahin? Bin hier kurz vorm durchdr... Ich habe mir Hilfe gesucht und trotzdem... LG Franziska
Beitrag von
Lemine (68 Beiträge) am Montag, 26.April.2010, 08:07.
Re: Trauer bei kleineren Kindern (gerade sieben)
Liebe Franziska,
ich findes es klasse, dass Du es schon geschafft hast, eine MuKiKu zu organisieren und auch sonst schon Schritte eingeleitet hast, um Dir und Deinem Sohn weiterzuhelfen.
Es ist ganz klar, dass Du selbst manchmal ungeduldig wirst, weil es Dir nicht gut geht. Kinder fordern immer und brauchen Aufmerksamkeit, aber wir haben nicht immer die Kraft dafür. Aber so wie Du hier schreibst, denke ich, dass Du schon Dein bestes tust. In kleinen Schrittchen wirst Du weiterkommen. Zunächst ist es ja schonmal eine Kraftanstrengung, jeden einzelnen Tag zu schaffen - aber mehr musst Du Dir auch nicht vornehmen. Immer den heutigenen Tag bewältigen ... und dann gehts's weiter.
Ich wünsch Euch beiden, dass Euch die Kur Gutes bringt und Du zu Kräften kommen kannst.
Beitrag von
ceddie (8 Beiträge) am Freitag, 30.April.2010, 22:13.
Re: Trauer bei kleineren Kindern (gerade sieben)
Hallo,
unser Papi ist 5 Tage vor Noah's 7. Geburtstag gestorben, ich weiss wovon Du da redest. Es ist nun 5 Wochen her, ich denke die Zeit heilt alle Wunden, aber es wird von Tag zu Tag schwieriger. Wenn ich Deinen Beitrag lese, finde ich mich 1:1 dort wieder. Mein Mann war 1 1/2 Jahre krank und zuletzt 8 Wochen in der Klinik. Das Hospiz ist ihm erspart geblieben. Er hatte Kraft für uns alle. Und dann war er auf einmal nicht mehr da. Die Tage wurden so lang. Die Telefonate mit ihm fehlen, er wurde trotz der langen Vorerkrankung so abrupt aus unserer Mitte gerissen. Auch Noah redet kaum, er erträgt es nicht wenn ich weine, also vermeide ich es vor ihm. Er bricht meistens abends im Bett zusammen, er möchte nichts hergeben, was von Papa ist. Ich habe auch bereits eine Kur beantragt und dank meiner Sachbearbeiterin der KK genehmigt bekommen. Wir fahren in den Sommerferien an die Ostsee. Unsere gesamte Schwiegerfamilie wohnt dort. Ich bin der KK so dankbar. Ich habe diese Seite von einer Bekannten empfohlen bekommen und möchte z.Zt. auch nur Kontakt zu "Gleichgesinnten", mag gar keine oder nur wenige,ausgesuchte "Normalos". Habe totale Angst vor Allem und hangel mich wegen Noah so durch's Leben. Ich habe ihn so sehr geliebt und wenn ich Noah ansehe, schau ich in seine Augen. Gott, tut das weh. Wir muessen die Kraft irgendwie aufbringen, ich weiss, aber wenn abends die Ruhe einkehrt, weiss ich nichts mit mir anzufangen. LG Andrea
Beitrag von
Joynova (18 Beiträge) am Dienstag, 4.Mai.2010, 12:03.
Re: Trauer bei kleineren Kindern (gerade sieben)
Hallo an alle Ich finde mich auch in diesen Beiträgen wieder. Unser Papa ist am 20. März an einem Herzinfarkt ganz plötzlich gestorben. Meine Kinder, (die noch im Haushalt leben) sind 20, 19, 11 und 8Jahre alt und eine Pflegetochter mit Behinderung ist 16. Auch ich habe durch dieses Forum von der Möglichkeit einer Mutter Kind Kur erfahren und bin gerade dabei alles zu organisieren. Meine Mädchen, 8, 11 und 16 kommen mit. Ich habe eine Kur mit Trauerbegleitung gewählt. Meine Mädchen verdrängen einfach alles. Ich habe bei uns überalle ein Foto stehen, damit wir ihn sehen und uns damit auseinandersetzen und ich rede auch mit ihm. Aber die Trauer kommt dann oft ganz unerwartet heftig, z. B. stehe ich an einer Ampel und denke hier wird er nie wieder stehen und die Tränen laufen, oder ich höre seinem Namen und drehe mich automatisch nach ihm um..... Wir waren 36 Jahre verheiratet. Ich finde zwar für meine Kinder Kraft und Zeit, aber abends wenn sie schlafen, weint man doch sehr viel. Man funktioniert nach außen. Ich habe hier im Forum schon viel gelesen und mir hilft es zu sehen, wie gehen andere damit um, wie schafft man es auch für sich selbst wieder Kraft zu finden.
|