Over The Rainbow

AnneMi ist Annette mit einem Stück Micha.



Ich bin mit 39 Jahren Witwe geworden und komme mir jetzt vor, als müsste ich wieder Laufen lernen.



Eine große Hilfe sind mir dabei meine beiden Mädchen, meine Eltern, meine Schwester und wirklich viele viele gute Freunde.
Aber ihr wisst es ja selber - es gibt keinen Ersatz!
Ich glaube nicht an "Zeit heilt alle Wunden", aber ich hoffe, dass es irgendwann nicht mehr gar so schmerzhaft ist.




Wie hat alles angefangen?

16.11.04 Nach 4 Wochen und 5 Ärzten die Diagnose Lungenkrebs. Ein Kleinzeller - klingt harmloser, ist aber viel schlimmer als ein Großzeller. Außerdem noch inoperabel!

Bis zum Juni 05 folgen unendlich viele Chemos und Bestrahlungen - aber wir sind Optimisten! Waren wir schon immer.

09.08.05 Das PET sagt "Methabolisch komplette Remission" - übersetzt: Das Wunder ist geschehen! Ein kleinzelliges Bronchialkarzinom ist weg! Wir laden Familie und Freunde ein und feiern Michaels 2. Geburtstag.

Nur vier Monate später, am 16.12.05 sagt das PET "deutlich hypermetaboles Tumorrezidiv" - soll ich es übersetzen?? ....Wir haben es beide schlimmer empfunden als die Erstdiagnose.

Nun musste mein Schatz noch heftigere Chemos über sich ergehen lassen. Die Blutwerte rutschen ins bodenlose - Mundschutz und Bluttransfusionen, schlimme Thrombose, Probleme mit Magen und Darm, später wird auch eine Verengung der Speiseröhre zum Problem.
Alle Behandlungen laufen ambulant - ich bin seine "Lieblingskrankenschwester". Gehe aber nebenbei noch voll arbeiten. Die 12 Monate Erfahrung mit dem Krebs haben mir zum großen Teil die Unsicherheiten, die man anfangs in dem Umgang mit der Krankheit und dem Kranken hat, genommen. Ich weiß, wie's abläuft - ich funktioniere!

Jammern? Fehlanzeige! Wenn es ihm (also damit uns) schlecht ging, dann hofften wir auf den Erfolg dieser Phase und auf deren Ende - um dann wieder IN VOLLEN ZÜGEN ZU LEBEN. Wir haben die guten Zwischenzeiten in einer Intensität genossen, die man sich unter halbwegs normalen Umständen wirklich nur annährend vorstellen kann.

Immer wieder Rückschläge und immer wieder Hoffnung. Ein Kleinzeller ist dafür bekannt, unheimlich schnell und viel zu streuen. Jedes PET, das uns bescheinigte, dass immernoch keine Metasthasen da sind, wurde von uns als Sieg gefeiert.
Am 26.10.06 wurde dann doch eine OP versucht, aber ohne Erfolg. Erst nach etlichen Wochen und nur auf eindringliche Nachfrage erhielten wir am 7.12.06 den OP-Bericht. Und dann wussten wir's...





letzte Änderung: 23.12.2010, 11:07
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