Mike's Homepage

Die folgenden Zeilen haben mir persönlich sehr geholfen und
spiegeln auch irgendwie mich, mein Wesen und die Quelle meiner Kraft wieder:

ES GIBT NICHTS, WAS UNS DIE ABWESENHEIT
EINES LIEBEN MENSCHEN ERSETZEN KANN...

...und man soll das auch gar nicht versuchen; man muß es
einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr
hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem
die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie
miteinander verbunden.

Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er
füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr
unausgefüllt und hilft uns dadurch, unsere echte
Gemeinschaft miteinander - wenn auch unter Schmerzen -
zu bewahren.

Ferner: Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer
die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der
Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene
Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares
Geschenk in sich. Man muß sich hüten, in den Erinnerungen zu
wühlen, sich ihnen auszuliefern, wie man auch ein kostbares
Geschenk nicht immerfort betrachtet, sondern nur zu
besonderen Stunden, und es sonst nur wie einen verborgenen
Schatz, dessen man gewiß ist, besitzt; denn dann geht eine
dauernde Freude und Kraft von dem Vergangenen aus.


aus: Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung






letzte Änderung: 09.01.2006, 09:23
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