Die Wärme der Sonnenstrahlen

Tagebuch von arielle9

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273 - 07.05.2012
Es geht voran.

In 14 Tagen kann ich eine Einarbeitung in eine Wäscherei machen. Art Hamburger Modell. Arbeitsamt zahlt und ich gehe anfangs 1 mal in der Woche einen ganzen Tag arbeiten. Das kann sich dann entsprechend meiner Möglichkeiten steigern.

Ich glaube für mich ist gar nicht die Arbeit als solches wichtig, sondern dass ich weiss, ich kann bestimmte Sachen noch oder wieder schaffen. Ja, ich möchte mir beweisen, dass ich wieder in den Arbeitsprozess finden kann. Und das ich das alles bewältigen kann...Arbeit, Haus und alles. Nur in einem anderen, gesetzteren Ausmass, als ich es bisher getan habe. Das ich gelernt habe, meine Kräfte einzuteilen.


272 - 25.04.2012
Es geht mir immer ein wenig besser. Ich kann jetzt auch wieder einigermassen zur Ruhe kommen und entspannen. Wo ich ja noch bis vor Kurzem auch bei der Entspannung voll angespannt war. Die Hütte läuft immer noch gut. Ich finde da langsam meinen Stil und meinen Weg.

Ansonsten war ich jetzt bei einem Notar und lasse eine Verfügung aufsetzen, in der die Erbschaftssachen für mich geregelt werden. Ich möchte das Denise gut versorgt ist und auch das meine Jungs bescheid wissen. Darum wird diese Verfügung am Ende die Unterschrift meiner Söhne, die von Denise und die von mir tragen. Grund für diesen Schritt ist, dass ich nach und nach herausgefunden habe, dass beide Söhne dachten, sie hätten noch etwas aus dem Verkauf des Hauses in Berlin geerbt. Dem war nicht so, da ich ja mit Klaus eine Gütertrennung vereinbart hatte, demzufolge das Haus mir gehörte. Jetzt möchte ich solche Missverständnisse aus dem Weg räumen. Vor allem möchte ich nicht, dass Denise gezwungen wäre, das Haus zu verkaufen, damit sie einmal meine Söhne auszahlen kann. Zum Glück gibt es da genügend Möglichkeiten mit denen sich bestimmt auch meine Söhne anfreunden können.


271 - 30.03.2012
Die Wirtschaft auf dem Hundeplatz macht mir spass. Und auch die Hundesportfreund haben Freude, dass ich mich um ihr leibliches Wohl kümmer. Allerdings habe ich jetzt noch einmal bestätigt bekommen, wie schwer es Wirtsleute haben müssen Gewinn zu erwirtschaften, noch dazu wenn sie die Räumlichkeiten pachten. Ich hatte ja so eine Ahnung. Doch jetzt sehe ich es schwarz auf weiss. Also wird mein Traum vom vegetarischen Restaurant, wohl immer ein Traum bleiben. Doch ich habe ja jetzt eine kleine Entschädigung als Hüttenwirtin.
Irgendwie scheint auch der Frühling in meinem Inneren zum Vorschein zu kommen. Es geht zwar hoch und tief. Doch ich kann schon einige positive Sachen an mir erkennen und annehmen.


270 - 28.03.2012
Mensch, es ist zum Haare ausraufen. Jetzt meldet sich bei mir eine nette Dame von der Rentenstelle wegen einer eingliederungs Arbeit und ich bin jetzt schon so aufgeregt. Dabei kann mir ja nichts schlimmes passieren. Es hilft auch nicht, mir einzureden, dass alles gut ist und dass sie mir auf jeden Fall helfen wird. In welche Richtung auch immer.


269 - 24.03.2012
Hatte gerade ein besonderes Erlebnis. Wie ich hier so im Büro im Erdgeschoss sitze springt plötzlich nachbars Kätzchen hier in mein Zimmer. So eine süsse schwarze, mit weissem Fleck auf dem Bauch. So süss!!! Es ist allerdings die Katze der Nachbarin, die uns eine Zeit lang das Leben schwer gemacht hat und mein Hund hat Katzen zum Fressen gern. Also habe ich sie wieder herausgesetzt. Schade eigentlich. Doch würde mir nie verzeihen, wenn ihr etwas passiert.


268 - 23.03.2012hochsensible Person (HSP)
Nachdem ich ja schon vor einiger Zeit herausgefunden habe, dass ich hochsensibel bin, habe ich mich während der Kur wieder darauf besonnen und mich aus gegebenem Anlass auch wieder näher damit befasst. Mir ist klar, dass ein Teil der Depression durch die Hochsensibilität gefördert wird oder sogar die Ursache ist. Also hatte ich heute die Idee mich um ein Einzelgespräch bei der Leiterin des Institutes für Hochsensible hier in der Schweiz zu bemühen. Weiss zwar noch nicht so genau, was das bringen könnte. Doch wenn ich den Impuls hatte, wird das schon seinen Grund haben. Bin auf die Antwort gespannt.


267 - 19.03.2012
Berlin ist Geschichte. Ich habe mich in den Tagen nicht wirklich wohl gefühlt. Kann nur nicht sagen, warum. Vielleicht das trübe Wetter. Sind dann auch einen Tag früher wieder heim gefahren. Trotzdem habe ich bemerkt, dass ich mich erholt habe. Waren eben doch Ferien. Vielleicht war da in Berlin auch ein kleines schlechtes Gewissen, dass ich deine Familie nicht besucht habe. Doch 1. melden die sich bei mir auch nur sehr, sehr, sehr sporadisch und 2. hatte ich da keine Lust drauf. Jetzt ist von einem negativen Gefühl, keine Spur mehr. Also passt es.

Mit dem Uebertragen meiner Tagebücher und Notizen geht es auch voran. Manchmal ist da vorher ein kleines beklemmendes Gefühl. Doch wenn alles im Computer steht bin ich erleichtert und stolz. Schliesslich wollte ich das schon so lange tun und jetzt bin ich da fleissig am Schreiben.

Letzte Woche habe ich das 1. mal meine neue Aufgabe begonnen. Für den Hundesportverein habe ich die Hütte übernommen. Einkaufen, beköstigen, Getränkeverkauf, Abwasch. Das hat mich zwar sehr angestrengt. Nach 4 Stunden auf den Beinen war ich schon ziemlich kaputt und müde. Doch es hat Spass gemacht und ich habe eine Aufgabe die mir Spass macht und sehr dankbare Hundesportler. Ein weiterer Schritt zurück ins "normale" Leben und ein weiterer Schritt heraus aus der Depression.

Noch vor meinem Urlaub hat mir meine Therapeutin unmissverständlich klar gemacht, dass es möglich ist, dass ich mein Leben lang die Antidepressiva nehmen muss. Erst war ich geschockt. Doch dann war ich froh über die klare Aussage. Vor allem geht es mir ja gut, dank Medikamenten. In Berlin musste ich sogar einen Tag 2 Tabletten nehmen, weil eine nicht gereicht hat. Dann ging es mir besser. Also wieder etwas angenommen und Druck herausgenommen. Die Zeit wird zeigen, wie es weiter geht. Und besser Tabletten, als wieder so ein Absturz wie im Oktober.


266 - 09.03.2012
Liebes Kläuschen!
Als ich so beim Schreiben meiner Notizen und Gedanken war, fiel mir ein, dass ja in der Schatzkiste für dich auch noch gesammelte Werke liegen. Also ich gleich in die Kammer und alles geholt und auch schon einen Teil in den PC übertragen. Jetzt ist die Erinnerungskiste wieder ein wenig leerer, doch die Erinnerung kann mir sowieso niemand nehmen. Erst heute habe ich überlegt, wenn ich es für die "Nachwelt" aufheben würde. Da muss ich immer an die Filme denken, wenn die Kinder, alte Briefe von ihren Grosseltern oder Eltern finden. Allerdings sind es dann Briefe, die grosse Familiengeheimnisse in sich bergen. Das ist ja bei uns nicht der Fall. Und alles wichtige steht ja dann in meinen Memoiren...grins. Ich fühlte mich beim Wegwerfen der Blätter auch eher befreit. Und ausserdem denke ich, es entsteht jetzt ein schönes Gesamtbild von mir und meinem Leben.

Denise und ich fahren morgen nach Berlin. Eine Woche Ferien. Sonntag haben wir mit Chrissi und seiner Freundin schon abgemacht zum Friedhof zu gehen. Dann hat er wohl schon etwas geplant bei schönem Wetter. Bin ich ja gespannt. Habe ihn schliesslich letztes Jahr im Mai das letzte mal gesehen und seine Nici kenne ich nur von Fotos. Seine Wohnung, die er ja auch schon ein Jahr hat, kenne ich auch noch nicht. Kann ich noch schnell ansehen, bevor er demnächst wieder umzieht. Ist ganz offensichtlich ein Schütze und hat keine Angst vor Veränderung. Bloss mit seinen Mädels scheint er ziemlich beständig. Hat er wohl vom Papa...grins.


265 - 03.03.2012
Ich bin gerade dabei meine handgeschriebenen Notizen und Tagebücher, die teilweise als lose Blattsammlung durch die Gegend schwirren, auf dem PC abzuschreiben. Ist das spannend. War mir erst nicht sicher, ob mich das vielleicht wieder runterziehen würde. Doch eher nicht. Erstens kommt endlich eine Zettelwirtschaft weg und zweitens ist es ziemlich spannend, was ich mal so geschrieben habe. Vielleicht schreibe ich ja doch einmal ein Buch. Weiss nur noch nicht zu welchem Thema. Endometriose wäre ein Thema, mein Wechsel von Hetero- zu Homosexuell, der Weg in und aus der Depression, meine Hochsensibilität. Es gäbe eine Menge, worüber es sich lohnte zu schreiben. Optimal wäre, dass alles in einem Buch zu vereinen, denn es gehört alles zusammen und unterliegt ja auch einer gewissen Logik.


264 - 16.02.2012
Heute fühle ich mich so richtig deprimiert und unten. Die Therapiestunde hat auch nicht viel mehr Klarheit gebracht...jedenfalls auf den ersten Blick. Würde mir am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und fertig.


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