Gutgemeinte Ratschläge und Meinungen
In der ersten Zeit empfand ich die gutgemeinten "Ratschläge" und "Meinungen" eher als belastend, und habe mich ein wenig zurück gezogen. Niemand konnte so richtig nachvollziehen, was wirklich in mir vorging. Mit einigen wenigen Familienmitgliedern und Freunden habe ich ganz offene tiefergehende Gespräche über das Leben, den Tod, dem Leben nach dem Tod geführt. Hierzu ist es natürlich notwendig, dass man selbst eine gewisse Meinung / Vorstellung von den Themen hat. Hinzu kommt auch, dass man hier an verschiedene Grenzbereiche stößt, mit dem der eine mehr, der andere weniger anfangen oder umgehen kann. Mir persönlich haben diese Gespräche sehr viel gebracht, da ich mich in der Meinung des Sinns des Lebens bestätigt fühlte. Die Personen, die daran glauben, dass mit dem Tod eben nicht alles vorbei ist, waren, wie auch ich, besser in der Lage, mit dem plötzlichen Tod meiner Frau umzugehen, als diejenigen, für die das Leben einmalig ist. Für diesen Personenkreis war es dann doch schockierend, auf einmal mit dem Tod konfrontiert zu werden. Die "gesellschaftlichen Regeln", wonach ja eher die alten Leute sterben, als die jungen, wurden aus den Angeln gehoben. Damit hatte dieser Personenkreis ein Problem. Dem anderen Umfeld (Bekannte, Nachbarn oder Arbeitskollegen) habe ich mich zumindest nicht verschlossen. Ich spürte, dass diese Leute zunächst nicht wussten, wie sie mir auf Grund des Schicksalsschlages gegenüber auftreten sollten.
Verfasser ist mir bekannt, möchte aber anonym bleiben.
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