... nach über drei Jahren ...
Heute habe ich - nach über drei (!) Jahren - wieder einen Schritt in Richtung Verarbeitung gemacht, obwohl ich zwischenzeitlich dachte, ich hätte es "geschafft". Aber es war in dieser Zeit immer so, dass ich Tage oder Phasen hatte, bei denen ich dachte, es "gepackt", "verarbeitet" oder was auch immer zu haben - und dann - urplötzlich war sie wieder da - die Trauer. Heute will ich über die Dinge schreiben, die ich aus meinem Leben geräumt habe (wie z. B. heute ganz bewusst!!!), wobei wohl jeder nach seinem Gefühl völlig anders handelt. So habe ich z. B. - vorwiegend schon öfter von älteren Menschen gehört - dass sie die Kleidungsstücke des verstorbenen Partners oder andere Gegenstände genauso ließen, wie sie waren, und das über Jahre.
Bei mir war es so, dass ich ein paar Tage nach dem Tod meines Mannes alles zusammenpacken musste (!), weil ich es anders nicht ertragen hätte, täglich in den Kleiderschrank zu sehen. Bei anderen Dingen war es so, dass ich länger dafür gebraucht habe, z. T. bis heute, weil sie mich einerseits lähmten, ich es andererseits nicht fertig brachte, irgendetwas davon zu ändern oder wegzugeben. Manchmal dachte ich, es sei wie Verrat, bestimmte Dinge, die nur ihn interessiert haben, auszusortieren. Irgendwann habe ich immer wieder kleine Schritte gemacht. Der größte Schritt war der Umzug in eine andere Wohnung am selben Ort, bei dem einfach eine Veränderung fällig war. Er hat zwar sehr viel Kraft gekostet, und ich war hinterher einige Tage lang richtig krank, aber insgesamt war es doch besser so, finde ich jetzt.
Ich glaube, dass darin jeder einen eigenen Prozess durchmacht und dass es keine allgemeingültigen Ratschläge gibt.
Wichtig ist auf jeden Fall - meiner Meinung nach - dass man dieses Verhalten einfach nicht bewerten kann, ob es "gut" oder "schlecht" ist.
Verfasser ist mir bekannt, möchte aber anonym bleiben.
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