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Beitrag von cosas (111 Beiträge) am Sonntag, 14.Januar.2018, 11:39.

  Re: Das eigene Schicksal...



    *** editiert von cosas am Freitag, 19.01.2018, 11:33 ***

Dein Beitrag:

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Beitrag von cosas (111 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 12:45.

  Das eigene Schicksal...



    *** editiert von cosas am Freitag, 19.01.2018, 11:31 ***

Beitrag von Lesegern (170 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 13:52.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Lieber Cosas,

    "Ich muss acht geben, dass ich nicht aus Selbstmitleid oder selbst bedauern „trauere...“ schreibst du.


    Und so trauert jeder anders. Weißt du was ?
    Ich trauere gerade sehr, ich bin momentan nur noch ein weinendes Nervenbündel, nach 7 Monaten einigermaßen mehr oder weniger gut überstandener Zeit, das sich jeden Tag von neuem zusammenreißen und zum Aufstehen zwingen muss. Zu nichts Lust außer sich alleine zuhause zu vergraben.

    Und ich trauere nicht nur um meinen Mann - sondern momentan trauere ich auch um mich und um meine Kinder.
    Ich bemitleide mich, ich suhle mich geradezu im Mitleid.
    Ich bemitleide mich, weil mein Mann nicht mehr ban meiner Seite ist, ich ihn nicht mehr hören, anfassen, sehen kann. Dass ich mit ihm zusammen meine Kinder nicht aufwachsen sehen kann, nicht sehen kann, wenn er meine Tochter zum Altar begleitet, unsere Enkel im Arm hat. ICh bedauere und bemitleide mich, dass ich mit Mitte 50 alleine da stehe, ohne den vertrauten Menschen an meiner Seite, auf den ich mich die letzten 25 Jahre bedingungslos verlassen konnte. Mit dem ich zusammen reden und schweigen konnte, der den gleichen Humor hatte wie ich, der sooo viele Erinnerungen mit mir teilt.
    Ich bemitleide mich, dass ich jetzt alleine in unserer Küche beim Essen sitzen muss, dass er abends, wenn ich nachhause komme, einfach nicht mehr da ist und nach meinem Tag und meinem Befinden fragt. Ich bemitleide mich, dass ich jetzt, wo andere in meinem Alter langsam an den Ruhestand denken, mehr arbeiten gehen muss als früher, damit ich finaniell über die Runden komme und ich mein Zuhause nicht verliere.
    Ich bemitleide mich, dass ich meinen Mann nicht als alten Mann erleben darf, dass ich seine Fürsorge im Alter nicht spüren darf. Ich bemitleide mich, dass er, auf den ich mich immer verlassen konnte, mir nicht mehr hilfreich in allen Lebenslagen zur Seite steht. Ich bemitleide mich, dass ich abends alleine zu Bett gehen und morgens alleine aufstehen muss.
    ICh bemitleide mich, dass ich vor lauter Trauer und Sehnsucht stundenlang heule und keine Freude am Leben habe.

    Ich bemitleide mich, dass all unsere Pläne innerhalb von Minuten zerstört wurden - aus unserer Urlaubsreise, die die schönste Zeit im Jahr sein sollte wurde mein schlimmster Albtraum....

    Den Sinn seines frühens Todes kann ich leider nicht erkennen...

    Herzlichen Gruß, Lesegern

Beitrag von Ullili (89 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 14:09.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Liebe Lesegern,
    vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Genauso geht es mir auch und bei mir ist es schon etwas länger her.

    Ich versinke oft in Trauer, aber das steht mir doch zu!!!
    Ich vermisse meinen Mann und alles, was mit ihm zusammenhing. Und ich lasse mir meine Trauer nicht nehmen, denn sie ist ein Teil meiner unendlichen Liebe.

    Ich bin froh, dass ich die Weihnachtstage und den Jahreswechsel überlebt habe (mit Hilfe der Familie).
    Ich sehe auch keinen Sinn im Tod meines geliebten Mannes - wir wollten zusammen steinalt werden.
    Wir haben über 35 Jahre gemeinsam gelebt, geliebt und manchmal auch gestritten - eine wirkliche Partnerschaft eben.
    Und der Gedanke, was und wie lange es jetzt ohne meinen Mann weitergehen soll, macht mir Angst.
    Seit Tagen sitze ich und habe immer wieder Weinkrämpfe.
    Ich habe sehr viele Bücher über die Bewältigung der Trauer und auch über das Leben nach dem Tod gelesen, einen Sinn habe ich für mich nicht erkannt.
    LG


    *** editiert von Ullili am Donnerstag, 11.01.2018, 14:10 ***

Beitrag von conny2 (1464 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 15:02.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Ich bemitleide mich, ich suhle mich geradezu im Mitleid.

    *

    Wir hatten hier gelegentlich schon heftige Diskussionen zum Thema Selbstmitleid, wobei auch ich mir schon den Mund verbrannt habe. Ich vermute, dass es dabei tatsächlich einen Unterschied im Rollenverhalten von Frauen und Männern gibt. Frauen gestatten sich Selbstmitleid eher, nach der durchaus bedenkenswerten Devise: Da ich Mitleid mit anderen Menschen habe, darf ich auch Mitleid mit mir selbst haben. Bei Männern dagegen gilt Selbstmitleid eher als unmännlich, vermutlich, weil es im Kampf Mann gegen Mann Schwäche signalisiert, was dem Sieg abträglich ist.

    In der Psychologie scheint man geteilter Meinung zu sein. Teilweise wird Selbstmitleid positiv, meistens aber eher negativ konnotiert. S.z.B. hier für eher positiv:

    https://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/psychologie-selbstmitleid-ist-besser-als-ein-grosses-selbstbewusstsein-3293000.html

    Und hier für eher negativ:

    https://www.lifeline.de/leben-und-familie/life-balance/Selbstmitleid-id19141.html

    Die Wahrheit dürfte, wie so oft, in der Mitte liegen: Allzuviel Selbstmitleid ist vermutlich kontraproduktiv. Es erleichtert zwar die geschundene Seele, aber es heilt sie nicht, jedenfalls nicht nachhaltig, wie ich zuverlässig weiß.

    conny2


    *** editiert von conny2 am Donnerstag, 11.01.2018, 19:54 ***

Beitrag von Jasmin2 (1475 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 16:34.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Mag sein, dass es da geschlechtsspezifische Unterschiede gibt - ich kann jedenfalls den Ausführungen von Lesegern und Ullili gut folgen. Eine Zeit des SElbstmitleides gehört - nach meiner Erfahrung - zum Trauerprozess dazu, schließlich ist der Partnerverlust ja auch eine ungeheure, ungewollte Lebensumstellung für uns.

    Ich selbst habe phasenweise (als relativ rationaler Mensch) versucht gegen diese beschriebenen Gefühl anzukämpfen - bis mir eine Ärztin sagte "Sie müssen mal akzeptieren, dass Sie es gerade ganz schwer haben!" Das ist mir als - für mich persönlich - total wichtiger Satz sehr in Erinnerung geblieben, denn daraufhin konnte ich mich sacken lassen, die Trauer, die damit verbundene bleierne Schwere und MÜdigkeit akzeptieren, mir die notwendige Zeit zugestehen und es wurde besser. Denn wenn man sich auch noch zusätzlich dafür verurteilt oder von anderen dafür verurteilt und bewertet wird, macht es das Ganze nur schlimmer. Es hat sich dann irgendwann von allein geändert, peu a peu.

    Einen Sinn im Tod meines Mannes kann ich nach fast 8 Jahren allerdings nicht sehen, worin sollte der liegen? Er wäre so viel lieber bei uns geblieben.
    Stattdessen habe ich mir dann allerdings einen Sinn für mein Weiterleben gesucht, denn meine KInder verließen nach und nach das Nest.
    Wann die Zeit für neue Möglichkeiten und Sinngebung gekommen ist, werdet ihr merken!!

    Herzliche Grüße
    Jasmin

Beitrag von ErnaLu1961 (76 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 17:07.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Liebe lesegern...
    Du sprichst mir aus der Seele.
    Jedes Deiner Worte könnte ich auch geschrieben haben.
    Vielen Dank dafür...
    ErnaLu ...in ständigen Gedanken an meinen Mann, besten Freund, Vertrauten, Fels in der Brandung, Seelenmenschen
    Von mir gegangen,ohne Abschied am 22.05.2017

Beitrag von cosas (111 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 18:04.

  Re: Das eigene Schicksal...



    *** editiert von cosas am Freitag, 19.01.2018, 11:32 ***

Beitrag von einestages (39 Beiträge) am Sonntag, 14.Januar.2018, 07:30.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Hallo Cosas,

    ich denke manchmal auch an andere Menschen, die ein furchtbares Päckchen zu tragen haben - es muss nicht nimmer der Tod sein. Es kann eine schwere Behinderung oder extreme soziale Benachteiligungen sein. Manchmal denke ich an Kriege, die es im Laufe der Jahrtausende schon immer gegeben hat, zuletzt die Konzentrationslager: was Menschen doch alles aushalten mussten, ausgehalten haben.

    Im Vergleich dazu ... aber da hapert es doch schon ! Was würde ich denn nun vergleichen wollen? Jeder Schmerz wird unmittelbar gefühlt, wenn er stattfindet.

    Die Ärztin von Jasmin, die gesagt hat "Sie müssen mal akzeptieren, dass Sie es gerade ganz schwer haben! " hat weise gesprochen.

    Denn wir haben es sehr schwer - jeder für sich, wenn wir in Trauer sind. So schwer, dass manch einer sich wünscht nun bald auch sterben zu dürfen.

    Ich kann verstehen, worauf Du hinaus willst wenn Du vom "sinn" schriebst und von ein "geschicktes" Sterben. Es kann allerdings falsch verstanden werden.
    Obwohl die deutsche Sprache nicht meine Muttersprache ist, spüre ich, dass hierfür ein Wort oder eine Nuance fehlt.

    Kaum einer, der in tiefer Trauer sich befindet, kann den Sinn des Sterbens erkennen. Im Grunde genommen hat der Tod einer bestimmten Person - an sich keinen Sinn. Es gibt kein Warum. Die Dinge sind immer so, wie sie sind.
    Das gilt genauso für die Geburt von Menschen. Die Eltern werden darin selten einen Sinn erkennen. Meistens freuen sie sich. Viele glauben, den Geburtstermin mit beeinflusst zu haben.

    Ein Sinn ergibt sich für das Grosse, das Ganze, das Universum, die Wahrheit (sprich: Realität) - nur verstehen wir so wenig davon und wer sich daran wagt um mehr zu erfahren, weiss dass er immer weniger wissen wird, je mehr er davon weiss.

    Wer trauert, trauert um den Verlust von eine bestimmte, geliebte Person. Es ist auch Selbstmitleid dabei.
    Ist es nicht eine der schwierigsten Prüfungen des Lebens, mit dem Tod einer geliebten Person fertig zu werden ?
    Ich würde im Sommer gerne mein Feierabendbierchen trinken und weine wenn ich die Biergärten sehe voller Menschen, ich wäre Weihnachten gerne nicht alleine geblieben, ich würde gerne das kommende Wochenende planen, ein Liebingsessen kochen, lachen, einfach mich nur leicht fühlen oder gar die Zeit "vergeuden" in der Ansicht noch genügend davon zu haben ...
    Ich bin es nun, die den Verlust der Lebensqualität jeden Tag ertragen muss, Tag für Tag, Monat für Monat, und wer weiss, wielange das noch so sein wird ? Wann werde ich endlich aufstehen - eines Tages - mich selbstverständlich freuen auf den Tag und nicht mehr weinen, traurig sein, und keine Lust auf nichts mehr haben ? Ich wäre schon froh, wenn ich schmerzfrei bliebe.

    Es ist nur realistisch, den eigenen Zustand zu bedauern - denn wir sind nun mal Menschen hier auf Erden, ratlos, traurig, allein und erschöpft durch den Verlust der Liebe, der Träume, der gemeinsamen Zukunft.
    In der Trauerarbeit ist immer das Schicksal des Verstorbenen mit eingewoben. Da braucht man sich keine Sorgen machen, nicht gerecht zu handeln. Man muss sich noch nicht einmal die Frage stellen, ob der Verstorbene das nicht will (nicht wollte), dieses Traurigsein.

    Der Verstorbene ist tot und als er lebte, wusste er nichts von der Trauer. Ich bin froh, dass ihm das erspart geblieben ist.
    Die Trauer ist mein Part der Arbeit an dem Verlust seines Lebens und ich verhandle durchaus mit meinem verstorbenen Mann. Indem ich zu ihm spreche: " Ja, sehe nur zu, ich traure jetzt immer noch, ich werde mich nicht zusammenreissen, denn die Dinge sind so, wie sie sind und meine Trauer steht uns zu. Das weisst Du, da wo Du bist. Aber ich komme hier raus, das verspreche ich Dir und Du weisst, dass ich das schaffe.

    Um nun der Alltag wieder zu erleben, fehlt ein weiteres Wort für den "Sinn" des Lebens - dem Leben einen Sinn geben. Das ist ein anderer Sinn, als der grosser "Sinn" der Schöpfung inkl. Geburt und Sterben.

    Es gäbe möglicherweise noch die Möglichkeit den "Sinn" hinter dem Schicksal einer Person zu erkennen.

    Jetzt wünsche ich einen neuen - guten -
    Morgen (ich schlage mir gerade die Nacht um die Ohren)

    Marie






Beitrag von cosas (111 Beiträge) am Sonntag, 14.Januar.2018, 11:39.

  Re: Das eigene Schicksal...



    *** editiert von cosas am Freitag, 19.01.2018, 11:33 ***

Beitrag von conny2 (1464 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 19:23.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Den Sinn seines frühens Todes kann ich leider nicht erkennen...

    *

    Liebe Lesegern,

    guck' mal hier (Dazu musst Du eingeloggt sein):

    http://t1p.de/h0ks

    LG, conny2

Beitrag von cosas (111 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 19:52.

  Re: Das eigene Schicksal...

    D


    *** editiert von cosas am Freitag, 19.01.2018, 11:33 ***

Beitrag von Genoveva (5 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 19:54.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Liebe Lesegern,

    ich empfinde seltsamerweise überhaupt kein Selbstmitleid. Auch für mich ist es nach 1 Jahr und 5 Monaten noch jeden Tag schwer den Verlust meines geliebten Partners zu verkraften. Aber ich bemitleide eher ihn. Ich finde es so unheimlich schrecklich schlimm, dass er, der so lebensfroh war, plötzlich und ohne Ankündigung gestorben ist. Das zerreißt mir fast das Herz. Und er weiß es gar nicht. (Ich weiß, hört sich blöd an, aber so ist es). Alle wissen, dass er Tod ist, nur er nicht. Er ist abends ins Bett gegangen und morgens nicht mehr aufgewacht. Das ist für mich einfach unvorstellbar. Er konnte sich nicht von seinem Leben verabschieden. Er ist Tod ohne eigenes Verschulden. Ich bin "nur" einsam, traurig, verzweifelt, unglücklich und leer. Aber deshalb bemitleide ich mich nicht, denn es liegt ja in meiner Hand den Zustand zu ändern. Mein geliebter Partner kann an seinem Tod nichts mehr ändern.

    Ich hoffe für dich, dass es dir bald wieder besser geht.
    Gruß Genoveva

Beitrag von Lesegern (170 Beiträge) am Freitag, 12.Januar.2018, 09:57.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Liebe Genoveva,

    der Post mit dem Selbstmitleid bezog sich auch in erster Linie auf einen Post wo es hier "ich muss achtgeben, dass ich nicht aus Selbstmitleid trauere..." - und ich für meinen Teil finde es nicht schlimm oder gar wie es hieß "unfair" gegenüber wem auch immer - das ist MEINE Empfindung, eine von vielen.

    Ich empfinde selbstverständlich auch Mitleid, gang, ganz viel für meinen Mann und für meine Kinder , eben aus den gleichen Gründen, warum ich mich selbst bemitleide.

    Auch ich musste meinen Mann innerhalb von Minuten "hergeben", abends noch glücklich und zufrieden im Urlaub zusammen, morgens durch seinen Todeskampf aufgewacht. Wie heißt es in vielen Todesanzeigen : plötzlich und unerwartet.

    Ja, das ist grausam, so grausam, dass ich es einfach manchmal gar nicht glauben kann, glauben will. Das manchmal so wehtut, dass ich mich einfach in unser Wohnzimmer setzte, die Augen schließe und mir einfach vorstelle, er sei noch da. In der Küche oder sonstwo im Haus - sonst ist es manchmal gar nicht auszuhalten, der Gedanke, dass es ihn nicht mehr gibt, so ungeheuerlich...

    Und dieses Selbstmitleid ist nur ein Gefühl von vielen, Selbstmitleid, Mitleid, Wut, Verzweiflung, Angst, Leere....

    Auch für dich Sonnenstrahlen in der dunklen Zeit, Lesegern

Beitrag von Tima44 (21 Beiträge) am Mittwoch, 17.Januar.2018, 19:23.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Vielen, vielen Dank für diese wirklich wahren Worte! Genauso fühle ich mich, obwohl es doch schon ein halbes Jahr her ist. Das habe ich von einer Kollegin gesagt bekommen.... Da ich dazu neige, meine Trauer zu verdrängen, zwangen mich deine Worte zum nachdenken. Ich habe immer Angst gehabt, im Selbstmitleid zu versinken. Jetzt weiß ich, das ich es darf! Doof, ich weiß, aber die ganzen “guten“ Ratschläge haben mich negativ beeinflusst. Also, nochmal vielen Dank!

Beitrag von Neuseeland (83 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 19:52.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Auch ich denke so viel nach wie ich jetzt alleine klar kommen soll. Auch ich hinterfrage das Schicksal. Und bekomme keine Antwort.
    Heute als ich in der Firma sehr viel geweint habe, hat eine Kollegin gemeint ich soll meinen Focus nicht auf das Sterben legen sondern auf die Geburten, dann würde ich besser klar kommen. Sie meinte das deshalb, da ich schon viele Todesfälle in meinem näheren Umfeld hatte .
    Wie soll ich meinen Focus auf Geburten legen wenn ich das Schicksal genauso hinterfrage wie du das deine?
    Und dass uns unsere Liebe begleitet, daran glaube ich auch, denn diese haben wir immer bei uns.
    LG

Beitrag von cosas (111 Beiträge) am Donnerstag, 11.Januar.2018, 20:05.

  Re: Das eigene Schicksal...



    *** editiert von cosas am Freitag, 19.01.2018, 11:34 ***

Beitrag von einestages (39 Beiträge) am Sonntag, 14.Januar.2018, 17:12.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Hallo Neuseeland,

    vielleicht meinte die Kollegin mit "Geburten", dass man den Fokus auf die Geburten der Verstorbenen legen könnte - sprich auf das Leben der Verstorbenen ?
    So schrecklich der Verlust für uns ist und bleibt, versuche ich daran zu denken, dass mein geliebter Mann viele Jahre gelebt hat - bevor er starb. Er war nicht nur mein Mann, sondern ein Freund, ein Kollege, er hat Dinge bewirkt, mit Menschen zusammengewirkt, er hat gehofft, gebangt, er war erfolgreich, glücklich, auch unglücklich, voller Hoffnungen, Träume und auch Bange, ja, am Ende des Lebens UND er hatte mich als Begleitung bis zum Ende.
    Vielleicht ist es sinnvoll, 40,50,60 (oder noch mehr) Lebensjahre nicht nur zu betrauern - weil vorbei - sondern sich daran erfreuen kann, weil es möglich war ?
    So eine Art Hommage an das Leben eines geliebten Menschen ?

    Lieben Gruß
    Marie




Beitrag von Nafets (612 Beiträge) am Sonntag, 14.Januar.2018, 19:35.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Chapeau, liebe Marie wenn Du von "Hommage an das Leben eines geliebten Menschen" sprichst. Ja so sehe ich das inzwischen auch.

    Wenn Du weiter schreibst: "Vielleicht ist es sinnvoll, 40,50,60 (oder noch mehr) Lebensjahre nicht nur zu betrauern - weil vorbei - sondern sich daran zu erfreuen kann, weil es möglich war" - ... für mich persönlich waren Dankbarkeit und Demut immer ganz wesentliche Grundgedanken und -empfindungen, ... falls mir selbst einmal etwas zustößt. Als dann aber meine Frau starb, habe ich sehr lange gebraucht, um wieder "d a n k b a r" sein zu können für das, was war, was wir miteinander alles an Gemeinsamkeit haben durften, und nicht allein zu sehen, was wir verloren haben ...

Beitrag von einestages (39 Beiträge) am Sonntag, 14.Januar.2018, 21:48.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Hallo Nafets,

    ja, wenn der Tod zuschlägt, merkt man deutlich dass Dinge geschehen sind, die wir mit dem Kopf allein nicht mehr hinkriegen können. Die Trauer inkl. das sogenannte "Selbstmitleid" (was für ein hässliches Wort) ist absolut angemessen. Egal wie, egal was - irgendetwas in der Tiefe wird berührt werden. Es tut nur noch weh und darum ist es wirklich egal wie man das überlebt. Auch dieses ewige "wie und was und warum" der Menschen um uns, wenns hilft, nur zu.

    So wie jede Beziehung seine eigene Qualität hat, so sehe ich auch in jede Trauer - als Folge dessen - eine individuelle Möglichkeit just die Trauer dieser Beziehung entsprechend zu er-leben.

    Ach, das soll nicht heissen, dass es nicht furchbar trifft. Es trifft sowieso jeden, mitten ins Herz. Man kann es nur aushalten. Aushalten und warten auf das, was passieren wird.

    Grüße

    Marie






Beitrag von Neuseeland (83 Beiträge) am Dienstag, 16.Januar.2018, 08:36.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Aushalten - wie schwer das ist. Dankbar bin ich für alles was ich mit meinem Mann erleben durfte. Und doch überwiegt die unendliche Trauer weil er nicht mehr da ist.
    Viele von euch haben schon einen längeren Weg hinter sich und das richtet mich ein wenig auf, dass ihr schreibt, dass es einfach Zeit braucht, ich war immer eine Person, die sich - auch bei harten Schicksalsschlägen - wieder selbst ermutigt hat weiterzugehen. Jetzt ist es unendlich schwer. Ich bin in meinem Innersten getroffen worden. Mein Seelenmensch fehlt an meiner Seite. Nichts ist mehr wie es war.

Beitrag von cosas (111 Beiträge) am Dienstag, 16.Januar.2018, 09:39.

  Re: Das eigene Schicksal...



    *** editiert von cosas am Freitag, 19.01.2018, 11:35 ***

Beitrag von Ruf1988 (119 Beiträge) am Dienstag, 16.Januar.2018, 15:28.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Also, lieber Cosas,
    ich kann beim besten Willen mit der Spiritualität nichts anfangen. Meine Trauer verursacht mir Schmerzen und Selbstmitleid empfinde ich auch. Ich bin der Meinung, dass ich das auch so empfinden darf. Irdendwann, das weiß ich leider aus Erfahrung, werde ich auch Dankbarkeit empfinden können, für unsere gemeinsame Zeit. Sein Sterben und seinen Tod zu akzeptieren, davon fühle ich mich noch weit entfernt. Da bin ich näher bei Lesegern und ihren Empfindungen. Einen Sinn werde ich niemals erkennen.
    Liebe Grüsse

Beitrag von cosas (111 Beiträge) am Dienstag, 16.Januar.2018, 16:59.

  Re: Das eigene Schicksal...






    *** editiert von cosas am Freitag, 19.01.2018, 11:36 ***

Beitrag von Mause (1208 Beiträge) am Mittwoch, 17.Januar.2018, 01:05.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Liebe Ruf 1988, liebe Mitlesende,

    es ist - glaube ich - nur ehrlich, wenn ihr schreibt, dass Ihr das eigene Schicksal als sehr schmerzhaft, wenn nicht als das schmerzhafteste erlebt. Es gibt nun mal keine Zeitvorgabe oder Mess-Scala für unsere Trauer und die daraus resultierenden Gefühle, Schmerzen und auch ganz selbstverständlich nicht für das Mitleid mit dem eigenen Erleben.
    Wo, wenn nicht hier, solltet darüber schreiben und Ihr Verständnis dafür finden können.
    Vielleicht könnt Ihr mit der Zeit das Selbstmitleid durch Selbst- Mitgefühl bzw. Selbst-Empathie ersetzen.
    Ich selbst kann mich an vergleichbare Gefühle jedenfalls noch gut erinnern.

    Es ist nicht falsch, sich selbst Mitgefühl entgegenzubringen, mal nur in sich hineinzuhören und die eigenen Gefühle bewusster wahrzunehmen.
    Jeder tut das zu seiner Zeit und auf seine ganz eigene Art und Weise.
    Erstaunlicherweise verhilft uns die Selbst- Empathie sogar dazu, zu einem späteren Zeitpunkt viel Mitgefühl für die "Nach-Kommenden" aufbringen zu können.
    Eines Tages lernt man es vielleicht, sogar die Dinge zu akzeptieren, die wir nicht verstehen und nicht ändern können.

    Liebe Grüße,

    Marie










Beitrag von Claudi0201 (108 Beiträge) am Mittwoch, 17.Januar.2018, 10:34.

  Re: Das eigene Schicksal...

    Hallo Neuseeland,

    genauso sehe und empfinde ich es auch. Dankbarkeit für die Zeit, die wir hatten. Aber es gelingt nur selten. Auch mir fehlt mein Lebensmensch so sehr. Er wollte leben und durfte es nicht mehr. Vor einem Jahr ist für mich die Welt stehengeblieben. Ich bin auch nach schweren Zeiten immer wieder aufgestanden und werde es auch jetzt. Es ist nur so verdammt schwer und manchmal will man es auch nicht...

    Viele Grüße
    Claudia


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  Ein wahrer Schlusssatz   Sammy2009 21.6.20, 19:57
  Ein seltsames Gefühl   Ela1995 11.6.20, 17:17
  Re: Ein seltsames Gefühl   elke1402 14.6.20, 00:22
  Re: Ein seltsames Gefühl   wombel69 14.6.20, 16:08
  Re: Ein seltsames Gefühl   Heike18 14.6.20, 23:06
  Re: Ein seltsames Gefühl   Andy58 22.6.20, 12:30
  Re: Ein seltsames Gefühl   Heike18 22.6.20, 15:34
  Trauer und der Alltag   Ela1995 8.6.20, 19:22
  Re: Trauer und der Alltag   conny2 10.6.20, 10:34
  Schwierige Zeiten.   Ela1995 7.6.20, 16:12
  Re: Schwierige Zeiten.   lomax 7.6.20, 18:54
  Re: Schwierige Zeiten.   Anna13 7.6.20, 20:01
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  Re: Schwierige Zeiten.   lilawitwe 8.6.20, 10:22
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  Re: Schwierige Zeiten.   Ela1995 9.6.20, 18:56
  Re: Schwierige Zeiten.   lomax 9.6.20, 23:10
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  Re: Schwierige Zeiten.   Ela1995 11.6.20, 17:39
  Zeit heilt alle Wunden....   Ela1995 5.6.20, 23:52
  Re: Zeit heilt alle Wunden....   Heike18 6.6.20, 08:24
  Re: Zeit heilt alle Wunden....   conny2 6.6.20, 09:48
  Balsam für die Seele   Ela1995 4.6.20, 23:29
  Mein Anker...   Ela1995 1.6.20, 18:14
  Re: Mein Anker...   Mehlia 4.6.20, 10:04
  Es hilft...   Ela1995 31.5.20, 17:37
  Re: Es hilft...   Holzkopf 31.5.20, 18:12
  Aufräumen   Sammy2009 29.5.20, 12:46
  Re: Aufräumen   Heike18 29.5.20, 19:50
  Re: Aufräumen   Mehlia 4.6.20, 10:05
  Re: Aufräumen   PauliMe 6.6.20, 14:50
  Jung "verwitwet"   Sansibar 24.5.20, 16:50
  Ruhe?   M-1981 8.5.20, 06:17
  Re: Ruhe?   lilawitwe 9.5.20, 10:20
  Re: Ruhe?   M-1981 13.5.20, 06:12
  Re: Ruhe?   Carlchen65 9.5.20, 10:49
  Aus dem Leben, aus dem Alltag   Idealist 6.5.20, 23:24
  Einfach zum Schmunzeln   Carlchen65 6.5.20, 14:09
  Re: Einfach zum Schmunzeln   Heike18 18.5.20, 09:02
  Re: Einfach zum Schmunzeln   conny2 18.5.20, 09:49
  Re: Einfach zum Schmunzeln   Sammy2009 18.5.20, 10:38
  Re: Einfach zum Schmunzeln   blackeyes 18.5.20, 13:11
  Re: Einfach zum Schmunzeln   stinecv 18.5.20, 19:15
  Re: Einfach zum Schmunzeln   PauliMe 6.6.20, 14:51
  Witwen - Hochzeitstag    stinecv 6.5.20, 02:44
  Re: Witwen - Hochzeitstag    Sammy2009 6.5.20, 08:49
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  Tragfähiges...   Sammy2009 29.4.20, 14:35
  Trauerpodcast   steph09 8.4.20, 14:56
  Re: Trauerpodcast   leben71 12.4.20, 19:45
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  Re: Trauerpodcast   hare2020 18.5.20, 18:07
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  Re: Trauerpodcast   PauliMe 6.6.20, 14:47
  Trauer und Liebe(slied) II   conny2 31.3.20, 19:17
  Re: Trauer und Liebe(slied) II   conny2 2.4.20, 12:16
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  Re: Trauer und Liebe(slied) II   conny2 27.5.20, 17:59
  MV Wochenende 2020   Carlchen65 29.3.20, 19:23
  Re: Kostenloser Mini-Kurs    RenisMann 27.3.20, 14:41
  Was können wir für euch tun?   Oliver 21.3.20, 14:07
  Re: Was können wir für euch tun?   cs65 21.3.20, 15:22
  Re: Was der Tod bewirken kann   Beate68 16.3.20, 20:39
  Was der Tod bewirken kann   Holzkopf 13.3.20, 19:19
  Re: Was der Tod bewirken kann   Holzkopf 13.3.20, 20:04
  Re: Was der Tod bewirken kann   maks2708 14.3.20, 07:04
  Re: Was der Tod bewirken kann   Harmonie64 14.3.20, 10:11
  Re: Was der Tod bewirken kann   maks2708 14.3.20, 13:37
  Re: Was der Tod bewirken kann   Nafets 14.3.20, 15:09
  Re: Was der Tod bewirken kann   Heike18 14.3.20, 20:57
  Re: Was der Tod bewirken kann   utel55 15.3.20, 08:31
  Re: Was der Tod bewirken kann   MoniL 15.3.20, 14:39
  Re: Was der Tod bewirken kann   Harmonie64 14.3.20, 20:21
  Re: Was der Tod bewirken kann   conny2 15.3.20, 12:46
  Re: Was der Tod bewirken kann   Nafets 15.3.20, 15:33
  Re: Was der Tod bewirken kann   conny2 15.3.20, 19:50
  Re: Was der Tod bewirken kann   Nafets 16.3.20, 11:12
  Re: Was der Tod bewirken kann   Sammy2009 15.3.20, 17:39
  Re: Was der Tod bewirken kann   Holzkopf 16.3.20, 21:31



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