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Beitrag von Carla22 (10 Beiträge) am Montag, 4.Juni.2018, 21:53.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute!
    Ich finde mich hier so langsam ein und lese immer mal wieder eure Beiträge. Wie du euer Zusammensein mit Freunden beschreibst, das hat mich gerade sehr angesprochen und ich möchte etwas dazu schreiben. Ich kenne sehr ähnliche Situationen - schon am Abend von Peter's Beerdigung waren unsere besten Freunde noch bei mir, wir haben gegrillt. Ich war entspannt, habe es vor allem genossen nicht alleine zu sein mit den Kindern. Wahrscheinlich stand ich aber auch einfach nur unter Schock, habe die Situation auch jetzt, 8 Wochen nach dem Tod meines Mannes, nicht wirklich begriffen. Das ganze Ausmaß des Schreckens sickert scheint nur sehr langsam durchzusickern. Du beschreibst, dass eure Freunde im Verlauf des Abends immer ausgelassener wurden. So kenne ich es auch, fand es auch schon oft sehr befremdlich, wie das Leben für alle anderen so schnell und so selbstverständlich weiter geht. Aber ich weiß auch: Freunde fühlen anders. Sie fühlen mit, aber der Schmerz reicht nicht ansatzweise so tief wie bei uns, die wir unseren geliebten Mann verloren haben. Ich glaube das zu wissen, weil ich vor einigen Jahren meine allerbeste Freundin verloren habe. Wir kannten uns von Kind an, waren sehr eng verbunden und auch ihre Krankheit habe ich über weite Strecken sehr direkt mitgelebt. Als sie starb, war ich zum ersten Mal schwanger, im 7. Himmel also, aber trotzdem traurig. Es war ein Schock, ein großer Verlust. Aber trotzdem war der Schmerz, den ich beim Tod meiner besten Freundin empfand, ein anderer als der, den ich jetzt empfinde oder damals, als meine MUtter viel zu früh gehen musste. Freunde will man nicht verlieren, klar. Aber man kann (gut) ohne sie leben. Mir wird der Unterschied jetzt richtig klar und darum will ich unseren Freunden, die gerade dabei sind, den Frühling und den Sommer zu genießen, keinen Vorwurd machen. Ihre Trauer ist anders, muss wohl auch anders sein. Sie vermissen auch, aber es geht nicht so tief, nicht so sehr um die Existenz.
    Das versuche ich mir immer in Erinnerung zu rufen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie meinen Peter, ihren guten Freund, schon vergessen zu haben scheinen. Das haben sie nicht, aber sie kommen auch ohne ihn klar. Im Gegenteil zu mir.
    Das Leben ist gemein zu uns, liebe Ute. Es gibt keine GErechtigkeit, leider. Ich wünsche dir, dass du mit deiner Trauer einen guten Weg finden kannst ein schönes Leben zu leben.Irgendwann. Liebe Grüße, Carla.

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Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Freitag, 11.Mai.2018, 14:04.

  Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Hallo zusammen,

    jetzt bin ich auch Witwe.

    Mein allerliebster Mann ist am Montag an seinem Glioblastom (Hirntumor) gestorben. Es war grausam, denn er hat es sehr schwer gehabt. Wir waren 4 Wochen im Hospiz. Anfangs hatte ich so ein schlechtes Gewissen, aber die Palliativärztin hat immer gesagt, sie handeln verantwortungsvoll. Jetzt kann ich sagen, sie hatte recht, das war die richtige Entscheidung. Schon nach der ersten Woche bekam er seinen ersten Epi-Anfall und von da an wollte er nicht mehr aufstehen. Der Verfall ging so schnell. Er tat mir unendlich leid. Wir beide wurden im Hospiz gut versorgt und die vielen Gespräche und der Trost seitens der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen haben mir sehr geholfen.

    Ich habe ihm gesagt, dass ich alles so mache wie wir uns das vorgenommen haben. Ich habe ihn in meinem Herzen und nehme ihn überall mit hin. Ich passe auf ihn auf und er auf mich. Meine Liebe findet ihn, egal wo er jetzt ist - das verspreche ich.

    Jetzt bin ich allein zu Hause und kann es immer noch nicht fassen. 14 Wochen nach Diagnose ist meine große Liebe, fürsorglicher, hilfsbereiter, toleranter, schöner Ehemann und bester Freund tot.

    Es gibt gute Phasen, da bin ich wirklich gefasst, aber dann kommen immer wieder Heulkrämpfe. Wie man das überleben soll? Keine Ahnung. Ich vermisse ihn unendlich.

    Es ist das Schrecklichste, was ich je in meinem Leben erfahren habe.

    Ich bin unsagbar traurig.

    LG Ute

Beitrag von conny2 (1464 Beiträge) am Freitag, 11.Mai.2018, 19:39.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,

    niemand ist fort, den man liebt (Stefan Zweig).

    Ich fühle mit Dir.

    Liebe Grüße, conny2



    *** editiert von conny2 am Samstag, 12.05.2018, 15:46 ***

Beitrag von Neuseeland (83 Beiträge) am Freitag, 11.Mai.2018, 20:36.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,

    ich kann dir nur viel Kraft wünschen für die kommende Zeit. Zu fassen ist es noch nicht. Es tut einfach nur unendlich weh und die Sehnsucht ist ein nicht beschreibbarer Schmerz.

    Auch ich kenne gute Phasen und dann wieder tiefe Täler. Das Alleinsein zu lernen nach so vielen Jahren dauert, das Überleben - wie das geht? Ich weiß es auch nicht, irgendwie geht es. Langsam, mit viel Zeit in der Natur, mit vielen Freunden, mit Ablenkung.

    Und dem Wissen, dass hier in diesem Forum so viele Menschen sind, die genau dieses Überleben geschafft haben. Dass wir von ihnen Tipps bekommen wie man diese Dunkelheit langsam hinter sich lässt. Auch ich bin unendlich traurig, verstehe es einfach nicht und weiß, dass der Weg noch lange ist.

    Ich stelle mir vor, ich gehe den Weg ein Stück gemeinsam mit so vielen Menschen hier, dann muss ich es nicht alleine schaffen. Es ist wie bei einer langen schweren Reise - mit einem Freund an der Seite gelingt sie irgendwann.

    Neuseeland

Beitrag von ascolina (75 Beiträge) am Freitag, 11.Mai.2018, 22:28.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,
    mein herzliches Beileid für Dich.

    lg

    ascolina

Beitrag von sana-nina (15 Beiträge) am Samstag, 12.Mai.2018, 16:11.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,
    Ich fühle mit dir.
    Fühl dich gehalten und getragen. Vielleicht kannst du die Heulkrämpfe dankbar begrüßen. Sie sind ein Weg aus dem Schmerz. Wann, wenn nicht jetzt, darfst du die Fassung verlieren?

    LG sana-nina

Beitrag von Michi259 (6 Beiträge) am Samstag, 12.Mai.2018, 18:22.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,

    es tut mir unendlich leid. Erstmal fühlt es sich an als würde man neben sich stehen und trotzdem lebt man und funktioniert nebenher. Dann kommen Tage, die man etwas bewusster wahrnimmt. Es fühlt sich immer noch nicht richtig an, aber ein bisschen klarer wird es. Ich bin leider erst bei 2 Monaten danach angekommen, aber es gab auch schon Tage, in denen meine positiven Erinnerungen überwiegen und ich mich ganz besonders mit ihnen beschäftige, um mich besser zu fühlen, so dass ich manchmal denke; ich schaffe das auch. Natürlich gibt es immer das große Loch, welches ich Selbstmitleid nenne und es auch genau so ist. Das wird wohl noch länger so weitergehen. Lass deiner Trauer freien lauf, auch das befreit sehr.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und liebe Menschen an deiner Seite, die für dich da sind.

    Liebe Grüße Michaela

Beitrag von Lights (17 Beiträge) am Sonntag, 13.Mai.2018, 12:26.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,

    kann Deine Trauer und Deinen Schmerz sehr gut nachempfinden. Den Verfall, von einem vormals gesunden Menschen zu einem Pflegefall zu erleben, tut unendlich weh. Meine Frau ist im April 2017 auch einem Glioblastom verstorben. Der Tumor hatte sich innerhalb von 4 1/2 Jahren von einem Astrozytom Grad II zu einem Glioblastom entwickelt. Sie war und ist die Liebe meines Lebens.

    Man kann diese schwere Zeit überleben. Mir haben viele Gespräche mit lieben Menschen und immer wieder kleine Unternehmungen mit meiner Familie und Freunden gut getan. Außerdem habe ich sehr viele Bücher gelesen, über das Leben nach dem Tod und Trauerbewältigung (z.B.Roland Kachler). Trost finde ich in der "Gewissheit", das meine Frau an einem anderen schönen Ort ohne Schmerzen weiterlebt - und ich bin mir auch sicher das wir uns eines Tages wiedersehen werden. Seit ca. einem dreiviertel Jahr bin ich auch bei einem Psychlogen (Fachgebiet Trauer) in Behandlung. Nimm Dir viel Zeit für Dich, die brauchst Du jetzt, versuche Dich aber nicht abzukapseln.

    Wünsche Dir ganz viel Kraft und Hoffnung für die kommende Zeit ! Ich denke an Dich.

    Liebe Grüße
    Lights (Jürgen)


Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Sonntag, 13.Mai.2018, 14:00.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Lieber Jürgen,

    ich hasse dieses Vieh Glioblastom und ich weine für meinen Mann um sein verlorenes Leben. Viele Menschen/Freunde/Familie fangen mich auf, trotzdem überkommt mich natürlich immer wieder die Trauer mit Heulkrämpfen. Einige verhalten sich völlig daneben - da habe ich kein Verständnis, wir sind keine 20zig mehr und ich mache es wie Horst Lichter - keine Zeit für Arschlöcher.

    Ich habe in den 14 Wochen der Krankheit meines Mannes alles in mich reingefressen, was ich an Literatur kriegen konnten. Roland Kachler lese ich gerade. Finde ich gut.

    Für dich einen schönen Sonntag und ich freue mich über deinen Vornamen.

    LG Ute

Beitrag von morbus (420 Beiträge) am Freitag, 18.Mai.2018, 15:55.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Hallo Ute,
    wenn es dann doch so schnell passiert ist man geschockt und unsagbar traurig.
    Das wird noch ne Weile so bleiben,fürchte ich.
    Gut, dass ihr bis zum Ende gut versorgt und umsorgt wart, er genauso wie du, denn das polstert den ersten tiefen Fall sicher ein wenig.

    Die Trauer und Heultäler kommen in Wellen. Wie lange, das kann ich dir nicht sagen.
    Ist bei jedem verschieden.
    Als mein Michi vor fast 18 Jahren plötzlich und unerwartet verstarb stand ich im Flur der Intensivstation und flüsterte nur noch"Und was soll ich jetzt tun?". Danach wurde nichts mehr wie es gewesen war.
    Nach dem anfänglichen Schock und der teifen Trauer kam kurz die Wut. Die Wut darüber, wie er uns einfach so alleine lassen hatte können.
    Und dann die Selbstvorwürfe,nachdem ich durch die von mir gewünschte Obduktion Sachen herausgefunden hatte, die mich leider dazu veranlassten, mich schuldig zu fühlen, ihn nicht genug gezwungen zu haben, zum Arzt zu gehen und sich checken zu lassen.
    Der Riss in der dicken Vene in seiner Speiseröhre war auf eine stark geschädigte Leber zurückzuführen; durch Alkoholmißbrauch, respektive Saufen. Ja, ich hatte eingekauft, ja ich hatte Wein eingekauft, den wir abend gemeinsam vor dem Fernseher getrunken haben.

    Heute füllen sich die meisten Lücken, die damals in meinem Puzzle waren, ganz leicht und fast von alleine.
    Ich gehe jeden zweiten Tag ans Grab, um ihm nah zu sein, ich weine an seinem und meinem Geburtstag und ich bin traurig, wenn ich Ereignisse in der FAmilie erlebe, die er nicht miterleben darf, wie die Abiture der Kinder, die Ausbildung und das absolvierte Studium und die Geburt von inzwischen drei Enkelkindern.
    Hochzeit und Taufen nicht zu vergessen.
    Trauer ist ein lebenslanges Ereignis, das uns bis zum SChluss begleitet. Wir lernen nur im Laufe der Zeit, besser damit umzugehen, uns damit zu arrangieren.
    So geht es mir zumindest.
    Ich kann heute sagen, ja ich bin wieder glücklich. Aber es ist ein anders Glück, ein ganz anderes GEfühl von Vertrauen und Liebe, als es damals mit Michi war.
    Es ist nicht schlechter, eben nur anders.
    Mein heutiges Leben ist nicht schlechter, nur anders.
    Ich bin heute 12cJahre älter, als Michi es zum Zeitpunkt seines Todes war. Ich werde nie erleben, wie er ausgesehen hätte als alter Mann. Aber ich verändere mich, ich werde älter.
    Einerseits unfair;), aber andererseits auch ok, eben anders.

    ich wünsche dir von Herzen, dass du liebe Menschen um dich hast, die dich unterstützen, wenn du sie brauchst.
    liebe Grüße
    morbus


Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Sonntag, 20.Mai.2018, 08:01.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Guten Morgen,

    lieben Dank für euren Trost.

    Am Mittwoch war die Trauerfeier. Es war sehr schön und die Kirche war brechend voll. Im Anschluß sind unserer engsten Freunde mit zu mir nach Hause gekommen, das war schön. Wir haben von Jürgen erzählt und auf ihn angestoßen. Meine Freundin war bis Freitag hier und hat mich getröstet.

    Bis dahin war ich relativ gefasst, aber seit gestern bin ich fix und fertig. Ich vermisse meinen Mann und die Vorstellung, dass ich nie wieder seine Stimme höre oder ihn an die Hand nehmen kann etc. - unerträglich. Ich leide seelisch und körperlich und manchmal denke ich, gleich fällst du um. Es ist schrecklich.

    Normalerweise wären wir jetzt im Urlaub an der Amalfiküste, jetzt muss ich zum Friedhof gehen.

    Ich hoffe, ihr habt recht, dass der Schmerz und die Traurigkeit sich irgendwann verändern und das Leben wieder lebenswert wird. Mir ist im Moment alles egal und ich versuche den Tag und Abend irgendwie rumzukriegen, funktioniere sozusagen zwischen den Heulkrämpfen und der unendlichen Traurigkeit.

    Traurige Grüße

    Ute




Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Donnerstag, 24.Mai.2018, 15:11.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Ihr Lieben,

    am Pfingstmontag (21.05.2018) hatte ich Gebursta. Meine Kinder und besten Freunde wollten mich überraschen und mich an meinen Geburstag nicht alleine lassen. Sie haben alles mitgebracht - Essen und Trinken. Ich habe mich gefreut, war aber damit hoffnungslos überfordert.

    Das war mein erster Geburstag nach 21 Jahren ohne Jürgen. Je mehr Zeit verging, desto fröhlicher wurden die Gäste. Da sass die Männerrunde und meine Jürgen war nicht dabei, es hat mir mein Herz zerrissen. Es ist doch erstaunlich, wie unterschiedlich die Menschen so sind. Für die einen war das Thema, so hatte ich das Gefühl, schon erledigt und das Leben geht weiter, die anderen waren, so wie ich, unfassbar traurig. Ich jedenfalls habe für mich beschlossen, jetzt brauche ich erst einmal Ruhe. Ich muss Jürgens Zeit der Krankheit und seinen Tod ersteinmal verstehen - ich muss in der Realität ankommen.

    Heute morgen habe ich seine Urne, von Heulkrämpfen geschüttelt, zum Grab getragen. Ab jetzt muss ich meinen Mann auf dem Friedhof besuchen. Meine beste Freundin hat mich und meine Kinder zum Italiener eingeladen. Das war sehr schön. Gerade war ich noch einmal auf dem Friedhof bei Jürgen und dachte, jetzt kriegst du gleich einen Nervenzusammenbruch. Hier zu Hause geht es mir wieder etwas besser und ich werde ruhiger. Mir hilft das Schreiben hier.

    Danke, dass ihr mir zuhört.

    Traurige Grüße

Beitrag von Ralf1970 (54 Beiträge) am Donnerstag, 24.Mai.2018, 19:06.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,

    da ist in den letzten Tagen aber auch unglaublich viel auf Dich eingestürmt. Kein Wunder, dass Du Dich kurz vor dem Nervenzusammenbruch fühlst.

    Aber ich lese auch, dass Du heute trotz allem auch ein schönes Erlebnis hattest, etwas aus dem Du vielleicht ein kleines bißchen Kraft schöpfen kannst. Ich finde das ein gutes und sehr beruhigendes Zeichen.

    Vor einigen Tagen hat mir eine Trauerbegleiterin empfohlen, mir regelmässig aufzuschreiben, was den an einem Tag gut war. Und wenn es nur eine einzige Sache wäre - es täte gut und würde langfristig den Weg zu sich selber und den notwendigen Kraftquellen öffnen. Ich selber arbeite auch noch an der Umsetzung, geben den Tipp aber gerne weiter.

    Liebe Grüße und weiter viel Kraft

    Ralf

Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Freitag, 25.Mai.2018, 17:37.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Hallo zusammen,

    gestern habe ich die Asche von Jürgen zu seinem Grab getragen, heute waren Kollegen da, haben sein homeoffice abgebaut und seinen Firmenwagen abgeholt.

    Als sein Auto ohne ihn die Straße runterfuhr.... Ich kann diesen Schmerz nicht beschreiben. Nie wieder sitze ich neben ihm, halte seine Hand, höre seine Stimme, keiner der mich in den Arm nimmmt, mein Fels in der Brandung, keine gemeinsames Essen mehr, nichts, nichts, nichts. Ich bin nur noch verzweifelt. Alle sagen immer - du bist so stark. Ja,ich bin gut strukturiert und kriege meinen Alltag hin, aber ich bin nicht stark. Ich leide unfassbar und vermisse ihn. Mein Leben hat sich gewandelt, es ist nur noch unglücklich, traurig und einsam. Alle Kinder, Freunde, Nachbarn der Welt können meinen unsagbaren Verlust nicht ersetzten. Alle geben sich Mühe, aber das Alles erreicht mich nicht wirklich.

    Heute bin ich, nachdem die Kollegen gefahren sind, direkt zum Friedhof. Was bleibt von meinem geliebten Mann?? Vielleicht irgendwann die Dankbarkeit??? Dann in die Stadt. Ich habe mich in ein Lokal gesetzt, eine Foto von Jürgen aufgestellt und mit ihm geredet. War mir sch...egal was die anderen denken. Ich nehme ihn überall mit hin. Jetzt bin ich wieder zu Hause und allein.

    Ich bin so traurig.

    Ute


Beitrag von Jasmin2 (1475 Beiträge) am Freitag, 25.Mai.2018, 18:07.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Hallo Ute,
    ich kann das alles noch so gut nachvollziehen. Ich selbst bin drei Wo.nach dem Tod meines Mannes 50 J.alt geworden. Diese vielen ersten Male "ohne" sind im ersten Jahr besonders schwer zu ertragen. Das mit der Dankbarkeit wird noch eine Zeit lang dauern, würde ich mal sagen... Erstmal ist "nur" Trauer und Aushalten, irgendwie weiter funktionieren, atmen, essen, schlafen angesagt.
    "Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße" (Walser) - so ist es nach meiner Erfahrung.
    Ich finde es gut und sinnvoll, wie du mit der Situation umgehst, dich sogar in die Stadt wagst und dem Foto deines Mannes erzählst - so habe ich es (wenn auch abends zuhause) im ersten Jahr wohl jeden Abend gemacht, ihm einfach weiterhin alles mögliche vom Tag erzählt. Es hat mir geholfen und ich fühlte mich irgendwie weiter im Kontakt. Es wurde von selbst irgendwann unwichtiger bzw. seltener.

    Was bleibt? - sind in jedem Fall eure gemeinsamen Erinnerungen, auch wenn es sich zeitweise etwas verschüttet anfühlt. Es ist ein Lernprozess, kein freiwilliger, aber einer, den Millionen Frauen vor dir schon begangen und bewältigt haben.

    Was du mit dem Auto schreibst, verstehe ich auch gut, jedes Teil fühlt sich an, als würde wieder ein Stück mehr sterben. Ich habe den Firmenwagen meines Mannes damals von der Firma abgekauft, mein Mann hatte es kurz vorher erst so, wie es war, ausgesucht - obwohl es relativ neu war, ging alles mögliche daran kaputt, schon sehr früh sogar das Getriebe, als wäre es ein Stück mit gestorben. Klingt vllt verrückt, aber es war so.
    Glaub mir, es werden neue Menschen in dein Leben treten, sich neue Wege auftun, die du dir jetzt noch nciht vorstellen kannst - doch vor einem halben Jahr konntest du dir ja sicher auch noch nicht vorstellen, wie du jetzt allein dasitzt.
    Wir alle hier wissen, wie schwer es auszuhalten ist.
    Herzliche Grüße
    Jasmin

Beitrag von cali68 (151 Beiträge) am Freitag, 25.Mai.2018, 19:01.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,

    von mir noch mein aufrichtiges Beileid. Ich rede auch überall mit meinem Mann, mir ist es völlig wurscht, was die Leute von mir denken. Und ich schreibe ihm Briefe,erzähle ihm vom Alltag.

    Dass du verzweifelt bist ist doch völlig klar. In der ersten Zeit ist es total schrecklich, die Realität, dass der geliebte Partner nie wieder kommen wird ist noch gar nicht klar im Herzen angekommen. Der Kopf weiß es, das Herz will es nicht wahr haben. Es dauert sehr lange, bis das im Herzen ankommt.

    Dieses nie wieder ist für mich auch nach über einem Jahr noch schrecklich. Und niemand kann einem diesen Schmerz nehmen, der einen immer wieder überfällt.

    Dankbarkeit für die Zeit mit meinem Mann kann ich noch nicht empfinden, noch überwiegt die Trauer über den Verlust. Für war und ist es auch das Schrecklichste, was mir je passiert ist.

    Liebe Grüße
    cali

Beitrag von ConnyS (1 Beitrag) am Samstag, 26.Mai.2018, 21:35.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Hallo liebe Ute,

    herzlichen Glückwunsch und alles Gute nachträglich.

    Seit Beginn Deiner Beiträge lese ich diese mit großem Mitgefühl. Es tut mir so leid für Dich und Deinen Mann. Ich habe meinen Mann am 18.06.2016 (5 Wochen vor meinem 50. Geburtstag) auch wegen einem Glioblastom verloren. Er war 51 Jahre alt. Frank bekam am 03.02.2016 seine Diagnose. Er hatte in 2015 immer mal wieder gesundheitliche Probleme. Aber mit so einem schrecklichen Befund hätten wir niemals gerechnet. Der Tumor saß im Stammhirn, dadurch war eine Operation nicht möglich. Frank hat seine letzten 3 Monate auf der neurologischen Intensivstation verbracht. Es war sehr schlimm....Am Schluß war er hirntot, da sein Gehirn nach einer Biopsie sehr angeschwollen ist. Da ich von Beginn der Intensivstation an als Betreuer vom Gericht eingesetzt war, mußte ich die Einwilligung geben, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden. Frank hat aber nicht einen Tag auf der Intensivstation realisiert, da er völlig desorientiert war (glaube und hoffe ich heute noch). Gesprochen hat er auch so gut wie garnicht mehr dort. Für ihn war das so auch besser, aber für uns war das die Hölle.

    Frank und mich gab es 28,5 Jahre nur im Doppelpack, wir haben fast alles zusammen gemacht. Waren ein super Team. Frank war ein sehr fröhlicher, lustiger, warmherziger Mensch. Er hat das Leben so geliebt, war ein absoluter Familienmensch und für unsere zwei Jungs ein toller Vater. Wir hatten noch so viele Pläne. Ich hätte nie gedacht, dass ich ohne ihn sein kann. Aber irgendwie geht's. Ich habe immer geglaubt, ich werde verrückt ohne ihn und schaffe das nicht. Jetzt werden es schon 2 Jahre am 18.06.2018, und es ist heute immer noch unfassbar:-(( Das sage ich ihm auch jeden Abend vor unserem letzten gemeinsamen Urlaubsfoto. Durch meine Familie, Freunde, Nachbarn usw. wurde ich schon gut getragen, es war im ersten Jahr immer jemand da für mich. Mir geholfen hat auch, dass ich 3 Wochen nach der Trauerfeier wieder arbeiten gehen konnte. Ich arbeite allerdings nur in Teilzeit...ob man das in Vollzeit gleich wieder kann?? Keine Ahnung.
    Sport habe ich vorher schon gerne gemacht, auch mit Frank zusammen, das hat und hilft mir heute immer noch.

    Im September 2016 habe ich dann erfahren, dass ich Oma werde. Im ersten Moment dachte ich, mir bleibt mein Herz stehen. Freude und Trauer zugleich, wie soll das gehen? Frank und ich hätten das so gerne zusammen erlebt, Frank wäre ausgeflippt vor Freude. Aber so früh oder so schnell hätten wir niemals damit gerechnet, da unser Sohn mit seiner Freundin immer viel und weit gereist ist (halbes Jahr mit dem Rucksack durch Südostasien usw.) Mein Sohn und meine Schwiegertochter haben dann auch noch an unserem Hochzeitstag (17.02.2017) geheiratet. Frank wäre so stolz gewesen. Mein Enkelsohn Mika bereichert nun seit 03.04.2017 unser Leben. Er ist so ein Sonnenschein:-)) Letzten Sonntag hatten wir Taufe. Dieser Tag war für mich Freude und Leid zugleich. Solche Tage kosten mich sehr viel Kraft, da ich Frank immer noch schrecklich an meiner Seite vermisse.

    Jetzt ist mein Leben sehr viel ruhiger geworden, halt ganz anders. Früher war immer sehr viel Action in unserem Haus und Garten. Frank war leidenschaftlicher Fußballer, er hat 30 Jahre aktiv im Verein gespielt und auch im Garten immer mit den Jungs gekickt. Er war seit seinem siebten Lebensjahr großer Fan von Borussia Dortmund. Jetzt muß ich das erste Mal die WM ohne ihn gucken, mir graut's....aber die Jungs sind ja bei mir. Mein jüngerer Sohn wohnt zwar noch bei mir, ist aber seit 1 Jahr als Flugbegleiter bei der Lufthansa tätig. Dann ist er auch mal 4 bis 5 Tage am Stück unterwegs. Das war anfangs schon eine Umstellung, so ganz alleine im Haus. Aber es muß ja....

    Mal sehen, wie es weiter geht. Es gibt Tage, da denke ich, ich schaffe das. Dann gibt es Tage, da denke ich, das bringt doch alles nichts mehr.

    Nächste Woche fahre ich mit meinem Sohn für ein paar Tage an den Gardasee. Zum ersten Mal seit Franks Tod wieder in die Berge zum Wandern, das haben wir so gerne gemocht.

    Ich wünsche Dir für die kommende Zeit viel Kraft und Zuversicht. Alles Gute für Dich!

    Liebe Grüße,

    Conny

Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Sonntag, 27.Mai.2018, 07:47.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Hallo liebe Conny,

    danke für deine Worte. Mein Gott, dein Mann war ja noch 8 Jahre jünger bei seinem Tod. Was für ein schrecklicher Krankheitsverlauf. Ich hasse das Vieh Glioblastom.

    Unseren letzten Urlaub im September 2017 haben wir auch am Gardasee verbracht. An Urlaube darf ich gar nicht denken. Unvorstellbar, dass ich ohne ihn irgendwo hinfahre. Allerdings habe ich mir fest vorgenommen, auch ohne ihn zu verreisen. Ich kann mir so etwas wie eine Rundreise oder auch Juist gut vorstellen, mal sehen. Ich habe schon viele Reisen begleitet und weiss, was mich auf einer Rundreise erwartet. Das kann man auch gut alleine machen. Auch ich arbeite halbtags und das wird so bleiben. Die BFA ist da ja gnadenlos.

    Wir waren oft in Südtirol zum Wandern und ich kann mir gut vorstellen, dass das sehr emotional wird, wenn du in die Berge fährst. Würde mir auch so gehen. Aber so wie ich gelesen habe, soll man sich bewusst diesen Erinnerungen bzw. den Dingen, welche man als Paar immer gerne zusammen gemacht hat, stellen.

    Ich wünsche dir einen schönen Urlaub.

    Liebe Grüße

    Ute



Beitrag von Carla22 (10 Beiträge) am Montag, 4.Juni.2018, 21:53.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute!
    Ich finde mich hier so langsam ein und lese immer mal wieder eure Beiträge. Wie du euer Zusammensein mit Freunden beschreibst, das hat mich gerade sehr angesprochen und ich möchte etwas dazu schreiben. Ich kenne sehr ähnliche Situationen - schon am Abend von Peter's Beerdigung waren unsere besten Freunde noch bei mir, wir haben gegrillt. Ich war entspannt, habe es vor allem genossen nicht alleine zu sein mit den Kindern. Wahrscheinlich stand ich aber auch einfach nur unter Schock, habe die Situation auch jetzt, 8 Wochen nach dem Tod meines Mannes, nicht wirklich begriffen. Das ganze Ausmaß des Schreckens sickert scheint nur sehr langsam durchzusickern. Du beschreibst, dass eure Freunde im Verlauf des Abends immer ausgelassener wurden. So kenne ich es auch, fand es auch schon oft sehr befremdlich, wie das Leben für alle anderen so schnell und so selbstverständlich weiter geht. Aber ich weiß auch: Freunde fühlen anders. Sie fühlen mit, aber der Schmerz reicht nicht ansatzweise so tief wie bei uns, die wir unseren geliebten Mann verloren haben. Ich glaube das zu wissen, weil ich vor einigen Jahren meine allerbeste Freundin verloren habe. Wir kannten uns von Kind an, waren sehr eng verbunden und auch ihre Krankheit habe ich über weite Strecken sehr direkt mitgelebt. Als sie starb, war ich zum ersten Mal schwanger, im 7. Himmel also, aber trotzdem traurig. Es war ein Schock, ein großer Verlust. Aber trotzdem war der Schmerz, den ich beim Tod meiner besten Freundin empfand, ein anderer als der, den ich jetzt empfinde oder damals, als meine MUtter viel zu früh gehen musste. Freunde will man nicht verlieren, klar. Aber man kann (gut) ohne sie leben. Mir wird der Unterschied jetzt richtig klar und darum will ich unseren Freunden, die gerade dabei sind, den Frühling und den Sommer zu genießen, keinen Vorwurd machen. Ihre Trauer ist anders, muss wohl auch anders sein. Sie vermissen auch, aber es geht nicht so tief, nicht so sehr um die Existenz.
    Das versuche ich mir immer in Erinnerung zu rufen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie meinen Peter, ihren guten Freund, schon vergessen zu haben scheinen. Das haben sie nicht, aber sie kommen auch ohne ihn klar. Im Gegenteil zu mir.
    Das Leben ist gemein zu uns, liebe Ute. Es gibt keine GErechtigkeit, leider. Ich wünsche dir, dass du mit deiner Trauer einen guten Weg finden kannst ein schönes Leben zu leben.Irgendwann. Liebe Grüße, Carla.

Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Sonntag, 27.Mai.2018, 08:04.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Guten Morgen zusammen,

    seit gestern geht es mir besser.

    Ich komme so langsam zur Ruhe. Zwar kommen auch immer wieder diese schrecklichen Heulkrämpfe und die unfassbare Traurigkeit ist immer da, aber ich weiss ich schaffe das, so wie Jürgen auch.

    Ich gehe jeden Tag auf dem Friedhof und irgendwie ist der Spaziergang zu Jürgens Grab beruhigend. Gesten Morgen habe ich ihm gesagt, ich mache das, was ich versprochen habe. Ich lasse Haus und Garten nicht verkommen und so habe ich mich gestern auf die Gartenarbeit gestürzt.

    Wir haben einen wunderschönen großen Cottagegarten. Die Rosen blühen und es ist traumhaft. Ich bin eine leidenschaftliche Gärtnerin und glaube, gärtnern hilft mir. Auch wenn mich so viel in unserem Garten an Jürgen erinnert. Nach 6 Stunden war ich fix und fertig. Ich habe angefangen die Hecken zu schneiden und aufzuräumen. Bin aber lange noch nicht fertig, denn mein Garten ist groß.

    Gleich kommen unsere Kinder zum Frühstück und heute Nachmittag werde ich versuchen, zusammen mit meinem Schatzi im Kopf, mich zu entspannen.
    Ich schaue mir Fotos an und versuche mich zu erinnern. Vielleicht schreibe ich auch etwas in unser "Erinnerungsbuch". Mal sehen.

    Für alle einen sonnigen Sonntag.

    Ute

Beitrag von Fabiane (114 Beiträge) am Sonntag, 27.Mai.2018, 09:57.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Liebe Ute,

    wie schön, dass es Dir heute besser geht. Wenn ihr so einen schönen und besonderen Garten habt, dann ist es ein schönes Vermächtnis Deines Mannes, ihn weiter so zu bewahren und wenn man Gartenarbeit nicht nur als Arbeit ansieht, kann sie so gut tun und vielleicht sogar heilend wirken.

    Das ist bei Dir scheinbar so. Und Du schaust Dir Fotos und schöne Erinnerungen an. Mein Mann ist zwar ganz anders als Deiner plötzlich und unerwartet gestorben und der Schock und der Schmerz war auf andere Weise riesengroß, aber trotzdem habe ich es schon ein paar Tage später sogar gewagt, in Urlaubsfilme reinzuschauen, in denen er sehr viel zu sehen war, weil meistens ich gefilmt habe. Erstaunlicherweise hat es mir gut getan, es war wie Balsam, ihn lebendig und fröhlich zu sehen – er war noch da! Und das ist er für mich auch nach fünf Jahren noch, die Filme und Fotos, von denen es besonders viele in den letzten Jahren mit den Enkelkindern gab, lassen ihn für mich sehr lebendig bleiben.

    Und so lebe ich mein Leben ohne ihn – aber irgendwie auch mit ihm – weiter.

    Ich kenne etliche Menschen, die es eher nur trauriger macht, Fotos und Erinnerungen zu sehen und die das eher meiden. So unterschiedlich wie wir alle sind, so ist es auch die Art und Weise, mit dem Verlust und der Trauer umzugehen – jeder muss irgendwie den Weg finden, der für ihn richtig ist.

    Mein Weg ist es scheinbar auch, die Orte nicht zu meiden, an denen wir zusammen häufig waren.
    So ist es fast schon für uns Tradition, im Sommer weiterhin mit meinen Kindern und jetzt auch Enkelkindern auf Elba am gleichen Ort bei unseren Vermieterfreunden zu sein, das ist traurig und schön zugleich und irgendwie selbstverständlich, dass wir das nicht aufgeben so lange es geht.
    Und meine Kurzurlaube alleine auf meiner Lieblingsinsel Juist sind genau das Richtige für mich – hier fühlt man sich als alleinreisende Frau nicht unwohl, eine Städtereise alleine würde ich nicht wagen.

    So wünsche ich Dir einen schönen Sommersonntag und vor allem, dass die innere Kraft, die Du scheinbar verspürst, bleibt.
    Liebe Grüße

    Fabiane


Beitrag von donna2011 (16 Beiträge) am Sonntag, 27.Mai.2018, 15:37.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    gelöscht, sorry, falsche Rubrik

    *** editiert von donna2011 am Sonntag, 27.05.2018, 15:44 ***

Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Freitag, 1.Juni.2018, 14:25.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Ihr Lieben,
    ich bin so unfassbar traurig.
    Ich versuche mir sein Gesicht oder seine Stimme vorstellen. Es klappt nicht. Ich vermisse meinen Mann. Er fehlt mir so sehr. 14 Wochen diese grausame Krankheit und jetzt ist er fast 4 Wochen tot. Wie geht das Leben weiter?

Beitrag von donna2011 (16 Beiträge) am Freitag, 1.Juni.2018, 16:20.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    liebe Ute
    Meine Lebensgefährtin ist vor 3 Monaten und 10 Tagen eingeschlafen. Einige Zeit vor Deinem Mann.
    Ich habe mir hier im Haus eine kleine Erinnerungsecke gemacht. Ein großes Foto auf Leinwand, welches sie zu einem ihrer glücklichsten Momente zeigt: Sie gewann bei einem Tennisturnier einen Pokal.
    Durch den Tumor haben sich unsere Liebsten leider auch im Aussehen verändert. Nach welchem Bild suchst Du in Deiner Vorstellung? Ich schwanke da noch, und neige mich immer mehr zur Zeit vor der Erkrankung.
    Deine Tage werden auch sehr unterschiedlich verlaufen. Aber es ist sehr wertvoll, dass Du euren Garten weiterführen kannst. Ich habe auf diesem Gebiet nur wenige Ambitionen und entschieden, unseren Garten pflegeleichter gestalten zu lassen. Meine Frau wird sich darüber freuen, denn es war ihr immer wichtig, dass ihr Garten gepflegt ist.
    Dein Mann und meine Frau werden sich das Ganze von oben anschauen und sich freuen.
    lG von Kristina


Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Samstag, 2.Juni.2018, 09:08.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Guten Morgen Kristina,

    ich habe überall Fotos von ihm aufgestellt. Das hilft mir irgendwie, macht aber auch traurig. Natürlich möchte ich mir meine Mann so vorstellen, wie er vor der Krankheit aussah. Ich schreibe gerade ein Erinnerungsbuch und klebe auch Fotos ein. Auch Fotos, welche ihn gezeichnet von der Krankheit zeigen - das erinnert mich daran, wie sterbenskrank er war, Fotos seiner Trauerfeier - das hilft mir etwas seinen Tod zu akzeptieren. Es ist ein weiter Weg, der vor mir liegt und ich versuche jeden Tag irgendwie zu gestalten.

    LG Ute

Beitrag von cali68 (151 Beiträge) am Freitag, 1.Juni.2018, 16:41.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Hallo Ute,

    mein Mann ist jetzt seit guten 13 Monaten tot. Ich hab ihn in den ersten Monaten auch extrem vermisst, konnte kein Wochenende mehr geießen. Inzwischen ist alles viel leichter geworden. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, das sicher nicht, aber mit der Zeit wird es leichter.

    Nach 4 wochen hab ich noch gar nicht realsiert gehabt, dass mein Mann wirklich tot ist. Das braucht alles sehr lange und die Trauer braucht auch so lange. Sie ist ganz individuell, der eine schafft es schneller, der andere braucht länger. Da gibt es keine Maßstäbe. Aber nach 4 Wochen ist das Vermissen und sich Sehnen geradezu übermachtig.

    Liebe Grüße
    cali

Beitrag von utel55 (99 Beiträge) am Samstag, 2.Juni.2018, 09:16.

  Re: Mein Mann ist gestorben - es war grausam

    Guten Morgen Cali,

    ja genauso ist es. Was sind schon vier Wochen. Es ist unfassbar traurig und man quält sich durch den Tag und Abend. Mal geht es einigermassen, dann wieder nicht.

    Viele halten mich und meine Heulerei aus, viele aber auch nicht. Jürgen würde sagen, mach dein Ding und das mache ich auch. Ich werde meine Trauerweg, wie so viele auch, gehen und irgendwann bewältigen. Aber ich bestimme das Tempo und wenn es Jahre dauert.

    Wir hatten eine innige Beziehung und haben uns tief geliebt. Das macht das Ganze noch schwerer.

    Liebe Grüße

    Ute





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  Re: Was können wir für euch tun?   cs65 21.3.20, 15:22
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