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Erinnerungen, die verblassen

Am Anfang war noch alles so klar
all die Erinnerungen waren noch da
dein Bild, stehts vor meinen Augen
Dich vergessen – würd ich niemals glauben.

Tausend Bilder, jeder einzelner mit soviel Wert
und heute? - meine Erinnerungen sind so ausgeleert,
dein Bild verblasst, ich kann dich kaum sehen,
erkenn ich deine Stimme, kann ich dich verstehen?

Hass, erfüllt mein immernoch trauerndes Herz,
hab ich dich etwa in mir ausgemerzt?
Bist du mir etwa irgendwann entgangen
wo bist du? Lass mich dich wieder einfangen!

Wieso verblassen soviele Dinge?
Dein Lachen, deine Augen, deine Stimme?
Habe ich mich selbst belogen?
Hab ich dich damit etwa betrogen?

So Vater, hilf mir, was ist geschehen
wieso kann ich dich nicht mehr klar sehen?
Papa, bitte, bitte verzeih mir
Papa, bitte, bitte, liegt das an mir?

Mama zieht mich am Grab beiseite,
flüstert leise: Weine nicht, meine Kleine,
dein Bild vom Papa scheint zu verblassen,
aber dafür sollst du dich nicht selber hassen!

Deine Augen und Ohren können ihn nicht mehr spüren
aber weil du weinst, kann dein Herz ihn fühlen.
Drum sorge dich nicht, wenn Bilder verschwinden,
du wirst sie tief in deinem Herz als Gefühl wiederfinden.



Schlimmste Tag meines Lebens

Wie ist es, als Tochter den eigenen Vater zu verlieren? Wenn man das Glück hatte, eine sehr innige Vater-Tochter Beziehung zu führen, gibt es keinen vergleichbaren Schmerz.

Am 20.06.2004 verstarb mein Vater, unerwartet, plötzlich, ohne Vorwarnung. Auf einmal ist alles anders, alle um dich herum sind anders, DU bist anders. Es gleicht einem Zerbrechen, einem Mitsterben. Ich hab die Hand meines Daddys gehalten, bis der Bestatter kam, erst da habe ich mich etwas beruhigen können, aufhören zu weinen, vorallem zu schreien. Auf einmal macht es "Klick" im Kopf und wie ein ferngesteuerter Roboter fängt man an zu reagieren und agieren.
Auf einmal bist du erwachsen, mit einem Schnipp. Du musst Papierkram erledigen, willst deine Mutter stützen und vorallem willst du sie nicht belasten mit deinem Schmerz. Du bist komplett neben dir.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich immernoch neben mir stehe. Seit diesem Tag hab ich nie wieder geweint. Ich denke viel an meinen Daddy, verdränge aber die Trauer sofort wieder, weil ich Angst habe, mich diesem Schmerz hinzugeben.

Mein Daddy ist mein Idol. Er war immer für mich da und ich bin so unheimlich stolz, seine Tochter sein zu dürfen. Wenn ich jemals die Chance hätte, mein Leben hinzugeben, damit er seins wieder führen kann, ich würde keine Sekunde zögern.




Anyone can be a father
but it takes someone special
to be a daddy



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