Nick:
Pass:
???
Startseite | Portal | Community | Trauer | Literatur | Wissenswertes | Verein |
Banner verwitwet.de
TheorieTheorie
Praxis Praxis
in memoriam in memoriam
in memoriam Mitgliederseiten
Vereinsmitglied werden
weiterempfehlen
Spendenkonto/-liste
jung verwitwet e.V.
auf facebook
Transparenz - ITZ
verwitwet.de-Gruppen
Chat
Umfrage
Gästebuch
Foren >> FAQ
Community
Allgemein
Alte Hasen
Veranstaltungen
Rund um die Homepage
Weiterleben
Kontaktbörse
jung verwitwet e.V.
Rund um den Verein
Literatur
Fachliteratur
Vereinsmitglied Maikaefer11:15
   
Besucher: 8068602
Communitymitglieder: 11918
Vereinsmitglieder: 403
Vereinsmitglied werden
Aktualisierung: 2.06. 11:11
Chat
weitere Statistiken

verwitwet.de gehört zu den 5000 besten deutschen Internetadressen

   
© 2001 - Robert Scheithe
Trauer


    Theorie - Erwachsene

    Trauerprozess

    Phasen der Trauerverarbeitung

    Einleitung
          1. Die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens: Schock und Verleugnung
          2. Die Phase der aufbrechenden Gefühle
          3. Die Phase der langsamen Neuorientierung
          4. Neues inneres Gleichgewicht
    Schlusssatz




    Einleitung

    Phasen der Trauerverarbeitung


    Das Leben
    eines lieben Menschen
    ist zu Ende.
    Es erscheint Ihnen,
    als ob damit auch Ihr Leben
    zu Ende gegangen sei.
    Das Leben mit ihm ist zu Ende,
    doch Ihr Leben geht weiter.


    Sich von einem geliebten Menschen zu verabschieden, ist ein langsamer und lang andauernder Prozess, der nicht mit dem Begräbnis endet. Wir benötigen Zeit, bis wir die Trauer überwinden und die Endgültigkeit der Trennung akzeptieren können. Die Trauer ist nicht vergleichbar mit einer Krankheit, einer Grippe, bei der wir nur ein paar Medikamente nehmen und uns ausreichend Ruhe gönnen müssen. Die Trauer ist aktive Arbeit, die wir in Angriff nehmen müssen. Niemand kann uns die Arbeit abnehmen zu lernen, den Verlust anzunehmen. Niemand kann uns die Arbeit abnehmen, uns von dem geliebten Menschen zu verabschieden. Niemand kann uns die Arbeit abnehmen, Gewohnheiten, die wir mit dem geliebten Partner verbanden, aufzulösen. Niemand kann uns die Arbeit abnehmen, neue Gewohnheiten zu entwickeln. Der Trauer können wir nicht entgehen, indem wir gegen sie ankämpfen, sie in Drogen und Alkohol ersticken, sie zu vermeiden versuchen, oder abzuwarten, bis die Zeit sie heilt. Wenn wir gesund aus diesem Lebensabschnitt hervorgehen möchten, können wir die Trauer nur durchleben. Wenn wir sie zulassen und durchleben, werden wir sie überwinden.

    Der Verlust eines Menschen konfrontiert uns mit Gefühlen, die wir uns vielleicht niemals zuvor zu fühlen imstande gesehen haben; Gefühle, von denen wir nicht wissen, woher sie kommen, geschweige denn, wie wir mit ihnen umgehen sollen.

    Es liegt in unserer menschlichen Natur, dass wir das betrauern, was uns wichtig ist und was wir nicht mehr haben können. Wir haben keine Möglichkeit, etwas, was für uns von großer Bedeutung ist, loszulassen, ohne es nicht auch zu betrauern. Die Trauer teilt uns mit, dass sich etwas geändert hat in unserer Umgebung. Sie ist ein Warnsignal unseres Körpers und unserer Seele. Jeder Mensch hat seine eigene Zeit und seine eigene Art, wie er trauert. Bei jedem Ereignis, ob es Trennung, Umzug, Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Gesundheit durch eine chronische Erkrankung, einen Unfall, Verlust der Jugend oder der Verlust eines Partners durch Tod ist, reagieren Körper und Seele. Sie geraten aus dem Gleichgewicht. Die Reaktionen unterscheiden sich darin, wie lange es bis zu einem neuen Gleichgewicht dauert und wie intensiv die Reaktionen selbst sind. Die Trauer über den Verlust eines Partners kann mehrere Jahre dauern. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten in dem, was wir erleben. Ich möchte Ihnen kurz die verschiedenen Phasen vorstellen, die wir auf dem Weg von der Trauer bis zu einem neuen Gleichgewicht durchlaufen ‑ auch wenn Ihnen im Augenblick der Kopf nicht so sehr nach theoretischen Ausführungen steht. Sie können Ihre Gefühle dann besser verstehen und haben weniger Angst vor Ihren Reaktionen und Verhaltensweisen. Sie kommen sich dann nicht so unfähig vor und haben nicht mehr den Eindruck, "verrückt" zu werden.


    Der Tod ist demokratisch. Er kommt zu jedem.
    Er ist ein unausweichlicher Teil unseres Lebens –
    auch wenn er uns unfair erscheint.


    Oliver


    1. Die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens: Schock und Verleugnung

    Diese Phase kann von einigen Stunden bis zu Monaten andauern. Der Betroffene hat die Nachricht des Todes erhalten, kann sie aber gefühlsmäßig noch nicht nachvollziehen. Er ist wie erstarrt, im Schock oder reagiert mit einem Gefühlsausbruch. Er macht Äußerungen wie "Ich kann es immer noch nicht glauben, dass er nicht mehr wiederkommt“.

    Oliver


    2. Die Phase der aufbrechenden Gefühle

    In ihr wechseln sich Gefühle der tiefen Verzweiflung, der Angst und Hilflosigkeit, der Einsamkeit, der Schuld, aber auch der Wut auf sich und den verstorbenen Partner ab. Gleichzeitig geht diese Phase einher mit massiven körperlichen Begleiterscheinungen: mit Appetitverlust oder Fressanfällen, Durchfällen, Verstopfung, Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit, Merkfähigkeits‑ und Konzentrationsstörungen. Diese Phase kann zwei Jahre anhalten, manchmal sogar länger, bis der Betroffene den Tod akzeptieren lernt.
    Oliver


    3. Die Phase der langsamen Neuorientierung

    In ihr findet sich der Trauernde langsam mit dem Verlust des Verstorbenen ab. Er nimmt alte Aktivitäten wieder auf oder beginnt, seinen Blick auf neue Aktivitäten zu lenken. Er denkt an die schönen, wie auch enttäuschenden Erfahrungen mit dem verstorbenen Partner und empfindet keinen starken Schmerz mehr. Er entwickelt ein neues Selbstwertgefühl.
    Oliver


    4. Neues inneres Gleichgewicht

    Der Mensch empfindet ein neues seelisches und körperliches Gleichgewicht. Er denkt dankbar, vielleicht auch ein klein wenig traurig an die gemeinsame Vergangenheit mit dem verstorbenen Partner und hat sich ein neues Leben ohne den verstorbenen Partner aufgebaut. Er hat einen neuen Sinn im Leben gefunden. Er hat eine positive Einstellung zu sich, seinen Fähigkeiten und der Zukunft entwickelt.
    Oliver


    Schlusssatz

    Die einzelnen Trauerphasen können sich überlappen, zusammenfallen und sich miteinander vermischen oder in einer anderen Reihenfolge, als hier beschrieben, verlaufen. Jeder muss jedoch diese einzelnen Phasen durchleben, wenn seine Wunde heilen soll und er sich einen neuen Lebenssinn aufbauen will.

    Die Phasen der Trauerverarbeitung verlaufen nicht kontinuierlich. Es wird Fortschritte und Rückschritte geben. Nach dem Aufbrechen der Gefühle wird es täglich Schwankungen zwischen den verschiedenen Gefühlen geben. In der Phase 3 wird es manchmal z.B. an besonderen Tagen wie dem Todestag, Weihnachten, Geburtstag, Hochzeitstag etc. Rückfälle in die Phase 2 geben. Doch sie werden vorübergehen.


    Aus
    Einen geliebten Menschen verlieren - Vom schmerzlichen Umgang mit der Trauer
    von Doris Wolf
    erschienen im PAL Verlagsgesellschaft mbH Mannheim 1991
    Oliver

copyright © 2000-2019 Oliver Scheithe
Startseite  - Trauer  - Literatur  - Wissenswertes  - Verein
Sitemap  - Nutzungsbedingungen  - Datenschutz  - Impressum  - Hilfe
Seit dem 29.08.2017 wurde diese Seite 98839 mal aufgerufen
Der letzte Aufruf erfolgte in 0.03 Sekunden